Dienstag, 25. Oktober 2016

[Rezension] Das Orchideenhaus - Lucinda Riley

Titel: Das Orchideenhaus 
Autor: Lucinda Riley
Genre: Roman
Verlag: Goldmann
Bereits gelesene Bücher der Autorin: Das Mädchen auf den Klippen (5 von 5 mit Extrakäse), Der Lavendelgarten (5 von 5)
Cover und Inhaltsangabe ©  Goldmann



"Als junges Mädchen verbrachte Julia Forrester jede freie Minute bei ihrem Großvater, einem bekannten Orchideenzüchter, im Gewächshaus von Wharton Park. Nach einem schweren Schicksalsschlag führt der Zufall Julia Jahre später noch einmal zu dem Anwesen zurück. Der jetzige Besitzer Kit Crawford überreicht ihr ein altes Tagebuch, das bei den Renovierungsarbeiten gefunden wurde und womöglich Julias Großvater gehörte. Als Julia ihre Großmutter Elsie mit dem Tagebuch konfrontiert, drängt ein jahrelang gehütetes Familiengeheimnis ans Licht, das auch Julias Leben komplett verändern wird …"




"Das Orchideenhaus" ist mittlerweile mein drittes Buch von Lucinda Riley und ich bin noch immer begeistert. Ich habe mir vorgenommen, nach und nach all ihre Bücher zu lesen, da diese für mich wahre Schätze sind, und ich einfach nie enttäuscht wurde!

"Das Orchideenhaus", so heißt es, soll eins ihrer besten Bücher sein und dem kann ich nur zustimmen. Das Buch hat mich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen und ich war, ähnlich wie so einige Charaktere in dem Buch, oft geschockt.

Erstaunlich finde ich, dass die Autorin immer die richtigen Worte findet und selten in einen gewissen Kitsch abrutscht. Diese Gefahr besteht bei solchen Büchern ja immer, doch Lucinda Riley schreibt mit einer Ehrlichkeit und so intensiv, dass alles in ihren Geschichten so glaubhaft erscheint. Vieles von dem Geschehen kann so tatsächlich passiert sein und das schockiert.

In ihren Büchern gibt es meistens keine Helden, sondern nur Menschen, die einfach nur leben, ihrem Herzen folgen, Fehler machen und sich ihrem Schicksal fügen müssen. Der historische Hintergrund, der sich perfekt mit der Atmosphäre verschiedener Orte (Hier ist es Thailand, England und Frankreich) vermischt, hat mich ein Teil dieses Buches werden lassen!




- Julia -

Julia lernen wir zu Beginn der Geschichte in der Gegenwart kennen. Sie ist eine begnadete Pianistin, doch vor ein paar Monaten hat das Schicksal zugeschlagen und sie ist in ihre ehemalige Heimat geflüchtet. Dort erinnert sie sich an ihre Zeit in Wharton Park, ein Anwesen, zu dem sie sich schon als Kind magisch hingezogen gefühlt hat. Sie trifft zudem auf Kit, dem Erben von Wharton Park und freundet sich schnell wieder mit ihm an.

In solchen Büchern packt mich der Vergangenheitsstrang meistens viel mehr, als es die Gegenwart tut. Das war auch in "Das Orchideenhaus" der Fall. Jedenfalls zu Beginn. Als Gesamtwerk betrachtet, mit all den kleinen Hinweisen, passen sich aber beide Stränge perfekt zusammen und am Ende musste ich sogar bei Julias Abschnitten ein paar Tränen vergießen!

- Olivia -

Olivia war eine junge und selbstbewusste Frau und kam zur Zeit des zweiten Weltkrieges nach England. Dort hat sie sich Hals über Kopf in einen jungen Mann verliebt, doch was erst einmal wie der Beginn einer wundervollen Liebe klingt, verändert sich im Laufe doch in eine ganz andere Richtung ...

Olivia tat mir die ganze Zeit leid. Ihre Lebensgeschichte zeigt, wie aus einem lebensfrohen und freundlichen Menschen, eine verbitterte Frau ohne Perspektive werden kann. Ihr Schmerz war für mich in diesem Buch kaum auszuhalten gewesen!

- Harry -

Über Harry möchte ich an dieser Stelle nicht allzu viel verraten, denn ich denke, sein Anteil an dem Ausgang des ganzen Übels ist einfach zu groß. Ich habe ihn gehasst, ihn verflucht, versucht Verständnis aufzubringen und mich über seine Entscheidungen aufgeregt. Ja, ich denke, ich bin ein Mensch, der bis zu einem gewissen Grad tatsächlich Verständnis hat, aber darüber hinaus ist es bei mir sehr schwer. Harry hat diese Grenze recht schnell überschritten.




"Das Orchideenhaus" ist wieder einmal ein Buch, das von der ersten bis zur letzten Seite ein wahrer Genuss war. Ich war vollständig in der Geschichte gefangen, habe mit Olivia und Harry gelitten und bin mit Julia auf der Suche nach ihrer Vergangenheit gegangen. Ich hätte nie gedacht, dass mich Romane über Familiengeheimnisse so begeistern können, denn im "echten" Leben bin ich alles andere als ein Familienmensch. Lucinda Rileys Bücher zeigen aber immer wieder, wie sensibel ich doch eigentlich bin!

Ich habe beim Lesen einige Tränen vergießen müssen. Tränen des Schmerzes, aber auch Tränen der Verzweiflung und Tränen des Glücks. Bücher, die den Leser emotional auf eine Reise mitnehmen, findet man selten. Lucinda Riley schafft eine Nähe zu den einzelnen Charakteren, die kaum in Worte zu fassen ist! Ich habe besonders mit Olivia so gelitten, dass ich an manchen Stellen das Buch am liebsten vor Wut in die Ecke geschleudert hätte!

Über das Ende möchte ich nicht viel verraten. Es ist aber tatsächlich ein Geheimnis, dass ich so nicht erwartet hätte. (Auch wenn ich eine Vermutung hatte, in welche Richtung es gehen wird!) Überrascht hat mich besonders Julias Sicht am Ende, denn hier gibt es noch eine Wendung, die ich so nicht erwartet hätte. Eigentlich bin ich ja nicht direkt der Typ für Happy Ends, aber bei Lucinda Rileys Büchern muss das einfach sein. Ich glaube, ansonsten hätte mich das Buch überhaupt nicht mehr losgelassen!




"Das Orchideenhaus" war für mich wieder einmal ein intensives Leseerlebnis, bei dem ich viele Tränen vergossen habe! Für mich bis jetzt das beste Buch von Lucinda Riley!

Ich vergebe 5 von 5 mit Extrakäse!


Kommentare:

  1. Klingt sehr gut :)
    Die Autorin konnte mich schon mit "das Mädchen auf den Klippen" und "Der Engelsbaum" als Hörbuch überzeugen :)
    ich pack es auf die Wunschliste,
    Liebe Grüße
    Ela

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    1. Hi Ela :D
      "Das Mädchen auf den Klippen" finde ich auch echt toll! :D Ich bin irgendwie total angetan von Lucinda Riley, hätte ich nie gedacht! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

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  2. Hallo Jessica

    Lucinda Riley schreibt wirklich göttlich. Ich mag besonders die Schwesternreihe.

    Liebe Grüße, Gisela

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    1. Hi Gisela :D
      Die Reihe steht auch schon auf meiner Wunschliste :D Aber erst einmal sind ihre Einzelbände dran! Ich finde es toll, dass da immer wieder bekannte Personen auftauchen! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

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  3. Jetzt bin ich wirklich am Grübeln, ob ich das Buch nicht sogar irgendwo in meinem ZuB-Fundus habe ... Wenn, dann sollte ich es wohl unbedingt mal ausgraben. ;o)

    LGP

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    1. Haha :D Dann schau mal nach, es lohnt sich echt! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

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  4. Hallo Jessi,

    also, dich hat nun auch das Riley-Fieber gepackt! :D Ich fand dieses Buch ein bisschen zu theatralisch zum Ende hin, aber ich mag ihren Stil und die Geschichten total gern. Sie sind so schön zum Abtauchen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hi Nicole :D

      Ja, das stimmt, diese eine kleine Wendung am Ende in Julias Geschichte hat mich echt geschockt, aber ich fand sie dann auch ein wenig "Too much", vor allem, da das alles so recht logisch doch ein paar Lücken aufweist! ;)
      Aber als Gesamtpaket mochte ich das Buch richtig gerne. Und ich finde, ein Autor darf sich auch gerne Freiheiten rausnehmen, wenn die GEschichte am Ende stimmt!

      Liebe Grüße
      Jessi

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    2. Ja, das sehe ich auch so. Ich denke, das gilt für die meisten von Rileys Geschichten. Allein diese Stimmung in die sie ihre Leser versetzt ist grandios. Aber manchmal übertreibt sie es etwas, aber das ist mir im Grunde auch egal. Mittlerweile habe ich all ihre Bücher gelesen und das heißt schon was.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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