Samstag, 18. Februar 2017

[Rezension] Rat der Neun - Gezeichnet - Veronica Roth

Titel: Rat der Neun - Gezeichnet
Autor:  Veronica Roth
Genre: Science Fiction
Verlag: cbt
Bereits gelesene Bücher der Autorin: Die Bestimmung (5 von 5)
Cover und Inhaltsangabe © cbt




"In einer Galaxie, in der Gewalt und Rache das Leben der Völker beherrschen, besitzt jeder Mensch eine besondere Lebensgabe, eine einzigartige Kraft, die seine Zukunft mitgestaltet. Doch nicht jeder profitiert von seiner Gabe …


Cyra ist die Schwester des brutalen Tyrannen Ryzek. Ihre Lebensgabe bedeutet Schmerz, aber auch Macht – was ihr Bruder gezielt gegen seine Feinde einsetzt. Doch Cyra ist mehr als bloß eine Waffe in Ryzeks Händen: Sie ist stark und viel klüger, als er denkt.


Akos stammt aus einem friedliebenden Volk und steht absolut loyal zu seiner Familie. Als Akos und sein Bruder von Ryzek gefangen genommen werden, trifft er auf Cyra. Er würde alles dafür tun, seinen Bruder zu retten und mit ihm zu fliehen, doch mächtige Feinde stehen ihm im Weg. Akos und Cyra müssen sich entscheiden: sich gegenseitig zu helfen oder zu zerstören …"




"Rat der Neun" war ein Buch, das mir bereits in der Verlagsvorschau aufgefallen ist, das mich aber da noch nicht zu 100% überzeugen konnte, da ich mir beim Lesen des Klappentextes noch nichts vorstellen konnte.

"Die Bestimmung" von Veronica Roth hat mir vor gut zwei Jahren sehr gut gefallen, doch nach dem Film habe ich die Lust an der Buchreihe verloren und habe sie letztendlich nicht weiterverfolgt. Das neue Buch beziehungsweise die neue Reihe der Autorin hat mich aber dennoch interessiert, vor allem da ich in einigen Rezensionen lesen konnte, das die Welt, die Veronica Roth geschaffen hat, sehr originell sein soll.

Dies kann ich bestätigen. Veronica Roth hat einen sehr detaillierten Schreibstil. Obwohl ich kein großer Fan von Science Fiction mit, fand ich diese Galaxie, die hier beschrieben wurde, besonders originell.




- Cyra -

Cyra war für mich vom Gefühl her die Protagonistin dieses Buches. Sie hat eine besondere Gabe, die leider auch ihr gesamtes Leben bestimmt. Zudem steht sie unter einem enormen Druck, denn sie ist nicht mehr als ein Spielball ihres Bruders, dem es nach Macht giert.

Cyra war für mich ein sehr vielschichtiger Charakter, auch wenn ich zugeben muss, dass ich zu Beginn der Geschichte mit allen Leuten, die vorkamen, ein kleines Problem hatte, sie mir vorzustellen, denn der Einstieg in diese ganze Welt hat sich als sehr schwer und zäh gestaltet. Dies war auch der Grund, warum ich zu Cyra eine engere Bindung aufbauen konnte, als zu Akos, der zwar die ersten Kapitel einleitet, aber leider lange Zeit eine Randfigur blieb.

Ich möchte vom Inhalt nicht viel verraten, denn das Buch beinhaltet wirklich eine Geschichte, die man selbst erleben muss. Cyra mochte ich sehr und ich konnte mich auch mit ihr identifizieren. Positiv fand ich auch, dass "Rat der Neun" keine typische und kitschige Liebesgeschichte ist, sondern das die Gefühle zwischen Cyra und Akos sich nach und nach entwickeln und sie einen besonders respektvollen Umgang miteinander pflegen!

- Akos -

Mit Akos hat ich zu Beginn so meine Probleme. Das Buch fängt mit dem großen Rauschblütenfest an, auf das wir als Leser Akos und seine Familie begleiten dürfen und bei dem leider etwas Unerwartetes passiert. Akos scheint eine Gabe zu haben, denn er spricht die Sprache der Shotet und so wird er mit seinem Bruder zu dem Tyrannen Ryzek gebracht.

Akos war mir Beginn zu distanziert. Er wurde zwar sofort als sehr starker und intelligenter Charakter beschrieben, aber es fiel mir lange Zeit schwer, ihn überhaupt richtig einzuschätzen, da mir im späteren Verlauf seine Abschnitte zu rar gesät waren. Dennoch kann ich sagen, dass er am Ende doch noch Sympathien gewinnen konnte, auch wenn ich mir gewünscht hätte, immer abwechselnd aus seiner und aus Cyras Sicht lesen zu können.




Der Einstieg in die Geschichte fiel mir recht schwer. Die Autorin wirft die Leser ins kalte Wasser und ich habe mich furchtbar überfordert gefühlt, da dieses Genre sonst nicht meins ist. Dennoch wollte ich dem Buch eine Chance geben und ich habe mich weiter durchgekämpft, obwohl das Kopfkino erst einmal nicht einsetzen wollte. Das Durchhalten hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.

Während ich zu Beginn starke Probleme mit der Welt und den vielen unterschiedlichen Namen hatte, wurde ist mit der Einführung Cyras als Charakter immer besser. Ich konnte mit ihr mitfühlen, da ihre Gabe wirklich schlimm ist und ihr gesamtes Leben bestimmt. Auch der Druck, der auf ihr lastet, war spürbar und ich habe gemerkt, dass ich endlich einen Zugang zu dieser Welt gefunden habe.

"Rat der Neun - Gezeichnet" ist ein wahnsinnig komplexes Buch, das sich nicht einfach lesen lässt. Ich habe gemerkt, dass ich teilweise sehr konzentriert lesen musste, um wirklich alles zu verstehen. Vor allem am Anfang habe ich mich teilweise stark überfordert gefühlt und ich hatte das Gefühl, wieder einmal ein Buch vor mir zu haben, zu dem ich einfach keinen Zugang finde.

Glücklicherweise fand ich mich irgendwann in der Welt wieder, bin mit Cyra und Akos zu Planeten gereist und habe nach und nach begriffen, das ein Widerstand absolut notwendig ist, um für Frieden zu sorgen. Ich konnte endlich mit beiden Charakteren mitfiebern und die Geschichte genießen.

Schade fand ich nur, dass Akos für mich lange Zeit ein Nebencharakter blieb. Ich hatte angst, ihn und seine Beweggründe nicht verstehen zu können, doch letztendlich hat sich auch dies aufgelöst und der Autorin ist es gelungen, mir alle Charaktere nahe zu bringen.

Das Ende fand ich passend und es gibt mal wieder ein paar Cliffhanger, die neugierig auf den zweiten Teil machen. Ob ich diesen lesen werde, weiß ich allerdings noch nicht. So toll ich die Charaktere und auch das Setting letztendlich auch fand, so kompliziert und anstrengend war das Lesen auch teilweise. Meiner Meinung nach ist es ein Buch, das sich nicht zum Abschalten und Genießen eignet, aber es ist dennoch lesenswert, wenn man in der passenden Stimmung dafür ist!




Eine faszinierende und originelle Welt, tolle Charaktere, aber leider auch ein zäher und sehr
schwieriger Einstieg lassen mich zwiegespalten zurück. Die ganze Plotidee hat mich überzeugt, genau wie die Charaktere, aber es war kein Buch, das sich einfach lesen lässt! Die Komplexität hat mich als Neuling in diesem Genre teilweise überfordert, aber dennoch muss ich sagen, dass, wenn man sich vollständig auf die Geschichte einlässt, dieses Buch absolut lesenswert ist!




Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    du hast es schon gelesen! Ui, der Einstieg klingt schon recht schwierig, da muss man sich wohl etliche Male überwinden, um in die Geschichte reinzufinden. Aber gut, wenn es sich im Endeffekt lohnt, dann freue ich mich drauf.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hi Nicole :D

      Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass Sci-Fi sonst nicht unbedingt mein Genre ist ;( Aber ich hatte halt Probleme, in dem "Buch anzukommen", das gelang mir erst so richtig ab der Hälfte!

      Aber es ist definitiv lesenswert! Der Plot ist richtig gut und originell! :D

      Liebe Grüße
      JEssi

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    2. Ich habe schon bei einigen gelesen, dass der Einstieg etwas schwierig ist. Also glaube ich nicht, dass es nur an dir gelegen hat. Ich lasse mich mal überraschen, Science Fiction lese ich ohnehin gern. :)

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  2. Hi Jessi,

    bisher war ich hin- und hergerissen, ob das Buch meinen Geschmack trifft. Jetzt schiebe ich es doch erstmal auf die Biblioliste. Richtig überzeugend klingt es nicht. ;o)

    Liebe Grüße
    Patricia

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    1. Hi Patricia

      Ja, also eigentlich ist die Story ja echt top, bei mir fehlte nur lange Zeit das Kopfkino und eben dieses Gefühl, "im Buch angekommen zu sein". Aber dennoch ist der Plot echt einmalig und lesenswert! Vielleicht ging es auch nur mir so mit den Problemen, weil Sci-Fi sonst nie mein Genre ist!

      Liebe Grüße
      JEssi

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