Sonntag, 16. April 2017

[Rezension] Mein Wille geschehe - Jennifer Benkau

Titel: Mein Wille geschehe
Autor:  Jennifer Benkau
Genre: Thriller, Psychothriller
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keins
Cover und Inhaltsangabe © BasteiLübbe




"Derya steckt nach der Scheidung von ihrem grausamen Mann in einer Krise. Immer mehr zieht sie sich in ihre eigene Welt zurück und lässt kaum jemanden an sich heran - bis eines Tages ihre Jugendliebe Jakob wieder vor ihr steht.

Auch nach all den Jahren hat er nichts von seinem damaligen Charme eingebüßt, und zum ersten Mal seit langer Zeit ist Derya endlich wieder glücklich. Aber zeitgleich mit Jakobs Auftauchen beschleicht sie immer öfter eine unbestimmte Angst. Sie hat das Gefühl, beobachtet zu werden, und bald ist sie sich sicher, dass jemand sie verfolgt.

Ist ihr Ex-Mann hinter ihr her? Doch dann offenbart Jakob Derya ein furchtbares Geheimnis, das sie daran zweifeln lässt, ob sie ihn wirklich kennt ..."




Schon lange wollte ich ein Buch von Jennifer Benkau lesen, denn ich habe auf anderen Blog sehr viel von ihr gehört. Neben Fantasy, das selten komplett meinen Geschmack trifft, schreibt sie auch Thriller und "Mein Wille geschehe" hat mich sofort angesprochen!

Ich muss sagen, dass ich etwas gebraucht habe, um komplett in die Geschichte abtauchen zu können. Fast tastend musste ich mich erst einmal mit unserer Protagonistin Derya vertraut machen, die ich zu Beginn noch nicht so recht einschätzen konnte. Als dann aber offenbart wurde, dass Derya eine Autorin ist, aber schon lange nicht mehr geschrieben hat, war für mich dann das Eis gebrochen (Ja, Autoren müssen untereinander doch zusammenhalten!) und ich konnte mit ihr mitfiebern.

Jennifer Benkaus Schreibstil ist zu Beginn recht einfach, entwickelt sich dann aber in einer wunderbare Richtung. Besonders Deryas Melancholie hat sie toll umgesetzt und es gibt einige superschöne Abschnitte! Interessant fand ich auch die Rückblicke und eine gewisse Spannung, die im weiteren Verlauf stetig aufgebaut wird!




- Derya -

Derya ist auf sich allein gestellt, seit sie sich von ihrem Mann Robert getrennt hat. Dann denkt sie plötzlich, ihre Jugendliebe Jakob zu sehen, der sie in Jugendjahren recht verwirrt zurückgelassen hat. Nach und nach gibt es Einblicke in ihre jugendliche Beziehung und ebenso in das Leben, das Derya gerade führt. Sie hat nur eine richtige Freundin und lernt auf der Straße eine Obdachlose kennen, mit der sie anscheinend etwas verbindet.

Wie bereits gesagt, fand ich Derya zu Beginn nicht sonderlich sympatisch und bei einem Psychothriller möchte ich entweder mit dem Protagonisten mitfiebern oder ihn hassen. Zum Glück entwickelt sich das im Verlauf noch, auch wenn es von der Autorin beabsichtigt war, hier einen eher undurchschaubaren Charakter zu haben.

- Jakob -

Ich war mir unsicher, ob ich Jakob hier erwähnen sollte. Er ist auf jeden Fall Deryas Jugendliebe und jetzt, im Verlaufe der Geschichte, erwacht diese Liebe scheinbar zum neuen Leben! Aber ob das so gut für Derya ist?

Jakob hab ich weder gemocht, noch gehasst. Er war eher immer so ein Charakter, den ich im Auge behalten habe, weil ich seine Absichten nicht entschlüsseln konnte!




Die Geschichte hinter "Mein Wille Geschehe" ist recht ruhig erzählt, wie ein echter Psychothriller eben und setzt dabei auf eine sich stets steigernde Spannung. Toll fand ich, hier eine Autorin als Protagonistin zu haben - allerdings bin ich als Schreiberling wohl schon so tief in der Materie, dass mir dann leider das Ende, obwohl es eigentlich echt genial ist, schnell klar war ...

Nun aber erst einmal zurück zum Anfang. Zu Beginn fand ich das Buch ehrlich gesagt nicht sonderlich spannend. Ich habe aber durchgehalten, da ich von anderen Rezensenten bereits gehört habe, wie genial und ausgetüftelt das Ende sein soll. Irgendwann hat mich die Geschichte dann auch tatsächlich gepackt und ich wollte wissen, wie alles zusammenpasst.

Der Schreibstil selbst ist zu Beginn recht einfach, aber entwickelt sich wirklich in eine ausgesprochen tolle Richtung! Man merkt schnell, dass es sich bei der Protagonistin um eine Schriftstellerin handelt und deswegen habe ich Derya tatsächlich irgendwann gemocht.

Jakob und Robert, die Jugendliebe und der Exmann, spielen hier auch weiterhin eine zentrale Rolle. Wer steckt hinter den ganzen Dingen, die Derya plötzlich passiert? Mich hat das Buch enorm an eine meiner Lieblingsgeschichte erinnert, nämlich "Das heimliche Fenster, der heimliche Garten" von Stephen King.

Das Ende selbst, so genial ich es auch fand, hat mich bei dem Buch etwas zwiegespalten zurückgelassen. Ich muss hier ehrlich bleiben, denn solch eine "Auflösung" liest man in ähnlicher Form als Thriller-Leser recht oft. Es ist meiner Meinung nach durch die vergangenen Jahre etwas ausgelutscht und konnte daher nicht die Wirkung erzielen, die sich die Autorin wohl gewünscht hat!




Ein echter Psychothriller mit tollem Schreibstil und einer interessanten Protagonistin, allerdings kann
ich mich den zahlreichen positiven Stimmen über das Ende nicht anschließen. Genial ist es auf jeden Fall, aber es war schon hunderte Male in anderen Thrillern da. Das fand ich etwas schade, kann das Buch aber dennoch weiterempfehlen!

Weitere Meinungen zum Buch:
Lillis Buchseite (5 von 5)


Kommentare:

  1. Hallo Jessi,
    die Inhaltsangabe hat mich hier auch gleich angesprochen. Das klingt nach einer sehr spannenden Geschichte. Mich hast du nun natürlich etwas mit der Äußerung neugierig gemacht, dass du vielleicht schon aufgrund deines eigenen Wissens als Autorin, das Ende vorhersehen konntest. Ob es mir auch so ergehen würde?
    Sehr schöne Buchvorstellung.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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    1. Hi Tanja :D
      Ich glaube, es lag auch ein wenig daran, dass dieses Element hier schon öfter in Thrillern benutzt wurde. Mittlerweile finde ich es etwas schwierig, da es doch recht vorhersehbar wirkt, aber jeder Autor darf natürlich Geschichten schreiben wie er es mag! Und das Buch hier lohnt sich dennoch und für wenig-Leser in dem Genre ist es durchaus überraschend!

      Liebe Grüße
      Jessi

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