Donnerstag, 2. März 2017

[Rezension] Girl with no Past - Kathryn Croft

Titel: Girl with no Past 
Autor:  Girl with no Past
Genre: Roman, Psychothriller
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keins
Cover und Inhaltsangabe © INK




"Ich wusste sofort, dass ich etwas in Händen hielt, was ich nicht sehen wollte. Dennoch zog ich die Karte aus dem Umschlag und starrte auf die Schrift.

Alles Gute zum Jahrestag!

Ich fürchtete, mich übergeben zu müssen, faltete dennoch die Karte auseinander. Auf der Innenseite stand mein Name. 

Leah. 

Einzig mein Vorname. In kindlicher Schrift. Jeder Buchstabe hatte eine andere Größe. Ich warf die Karte zurück auf den Tisch, als könnte sie mir körperliche Schmerzen zufügen. Meine Wohnung schien noch kleiner zu werden, als versuchte sie, mich zu erdrücken... 

Meine Vergangenheit holte mich ein."



"Girl with no Past" hat mich besonders wegen der Protagonistin in den Bann gezogen. Leah, die etwas Schreckliches in der Vergangenheit erlebt hat, erzählt hier leise ihre Geschichte zwischen dem Vorfall aus ihrer Jugend und der Gegenwart. In erster Linie ist dieses Buch tatsächlich ein Roman, der dennoch einige Spannungsmomente aufweist.

Der Schreibstil ist einfach gehalten und deswegen auf jeden Fall flüssig. Teilweise war er mir zwar zu einfach, aber für einen Debütroman war er definitiv nicht schlecht. Ich bin bereits auf weitere Bücher der Autorin gespannt!




- Leah -

Leah wird vom Charakter her nicht allen Lesern gefallen. Sie lebt sehr zurückgezogen, verzieht sich in Büchern, hat keine Freunde und lebt ein ruhiges Leben. Ich konnte mich voll und ganz mit ihr identifizieren, weswegen mich die Geschichte auch mit auf die Reise genommen hat.

In dem Vergangenheitsstrang lernen wir die junge und naive Leah kennen, die neu an eine Schule kommt und eine Freundin findet. Im weiteren Verlauf kommt sie zudem mit einem jungen zusammen, doch wer hier eine zarte Liebesgeschichte erwartet, wird enttäuscht werden.

In der Gegenwart ist Leah eine junge und zerbrochene Frau mit einem Geheimnis, das ihr Leben noch immer bestimmt. Was dieses Geheimnis ist, wird erst nach und nach durch den Vergangenheitsstrang offenbart!




"Girl with no Past", wieder einmal ein Buch mit einem englischen Titel und dem Wörtchen "Girl", das somit Erwartungen an "Gone Girl" oder "Girl on the train" schürt. In erster Linie ist dieses Buch allerdings ein Roman, der ohne einen großen Spannungsbogen auskommt. Vielmehr geht es um unsere Protagonistin, die sich immer wieder ihrer Vergangenheit stellen muss und weiß, dass sie nicht glücklich werden kann!

Leah versinkt in Selbstmitleid, sie zieht sich so sehr zurück, dass sie auch keinerlei Freundschaften hat. Irgendwann im Laufe der Geschichte lernt sie im Internet jedoch einen Mann kennen, in den sie sich verliebt. Doch kann sie ihm trauen? Und würde er sie trotz ihrer Vergangenheit lieben?

Das Buch ist durchaus fesselnd, besonders weil ich als Leser unbedingt wissen wollte, was damals in der Vergangenheit passiert ist. Interessant fand ich, dass mir hier beide Stränge gleich gut gefallen haben, wenn auch in beidem noch etwas Luft nach oben war. 

Erschreckend fand ich die Auflösung auf jeden Fall, wenn auch ein wenig lahm, denn es zeigt doch, was für eine Mitläuferin Leah letztendlich war. In meinen Augen hat sie sich zwar nicht gewandelt, da ich sie das gesamte Buch über für eine sehr schwache und naive Person gehalten habe, aber dennoch muss ich sagen, dass ich das damalige Ereignis ein wenig zu unspektakulär fand. Dennoch hat mich das Buch aber gut unterhalten!




Ein interessanter Roman, der sich um das "dunkle" Geheimnis einer jungen Frau dreht, die in der Jugend einen Fehler getan hat. "Girl with no Past" lässt sich gut lesen, auch wenn es einige Längen hat und das Ende ein wenig schwach wirkt!




Kommentare:

  1. Hallo Jessi,
    nach dieser Rezension habe ich eine Menge Fragen. Ich möchte wissen, warum dieser Text in der Karte Leah so aus dem Gleichgewicht geworfen hat. Auch bin ich nun neugierig, was in Leahs Vergangenheit vorgefallen ist und was es damit auf sich hat, dass sie so eine Mitläuferin war.

    Ich frage mich, ob die fehlende Spannung ausreicht, um die Geschichte dennoch über die Seiten hin fesselnd zu gestalten. Auch frage ich mich, ob ich Leah nun mögen würde oder nicht.

    Du hast meine Neugierde auf ganzer Linie geschürt ...!

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Hi Tanja :D

      Sorry, dass ich hier so spät antworte :D
      Also das Buch war dennoch spannend, weil das Geheimnis eben bis zum Schluss aufrecht erhalten wurde. Aber es ist jetzt keine mordsmäßige Spannung, die einen das Buch kaum zuschlagen lässt ... Eher sehr ruhig und unterbewusst! :D Ich glaube aber, dass das Buch nicht allen Thriller-Begeisterten gefallen wird! ;)

      Liebe Grüße
      Jessi

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  2. Meine Neugier haben die "nur" vier Sterne gerade etwas in Frage gestellt.
    Allerdings habe ich die Rezi noch nicht gelesen, da das Buch eiiigentlich auf meiner leseliste steht ...

    Mal schauen!

    Liebe Grüße
    Patricia

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    1. Hi Patricia :D

      Ich bin schon gespannt, was du dazu zu sagen hast! Ich fand das Ende nur sehr schwach, dafür, dass es die Protagonistin so extrem mitgenommen hat ... Ich hatte auch mit meinem Mann eine rege Diskussion, ob das denn alles logisch ist und nachvollziehbar und er fand es eher nicht. (Auch wenn er das Buch nicht gelesen hat und nur meine Erzähung kannte!)

      Liebe Grüße
      Jessi

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