Sonntag, 11. September 2016

[Rezension] Hell-Go-Land - Tim Erzberg

Titel: Hell-Go-Land
Autor: Tim Erzberg
Genre: Thriller
Verlag: HarperCollins
Bereits gelesene Bücher der Autorin: Keine
Cover und Inhaltsangabe ©  HarperCollins



"Ein roter Fels im sturmgepeitschten Meer. Darauf Deutschlands abgeschiedenster Polizeiposten. Hier ist ihre neue Dienststelle. Hier war ihr Zuhause. Bis der Albtraum über Anna Krüger hereinbrach. Kaum jemand weiß von ihrer Rückkehr nach Helgoland. Doch schon an ihrem ersten Arbeitstag erwartet sie eine grausame Überraschung, die Anna klarmacht, dass es keine Flucht vor der Vergangenheit gibt. Nicht für sie. Nicht an diesem Ort."




Neuen Autoren gebe ich gerne eine Chance, vor allem im Thriller-Genre, das mittlerweile leider kaum noch viel Neues bietet. "Hell-Go-Land" ist ein Buch, das mir vor allem aufgrund des Titels aufgefallen ist. In Helgoland selbst war ich als Kind mal gewesen und deswegen habe ich mich gefreut, gedanklich wieder einmal auf diese Insel reisen zu können.

"Hell-Go-Land" ist das Debüt von Tim Erzberg und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass man dies dem Buch nicht anmerkt. Ehrlicherweise muss ich hier sagen, dass ich sprachlich kaum Höhepunkte in diesem Buch gefunden haben. Es liest sich einfach, dadurch hebt es sich aber nicht von anderen 0815-Thrillern ab. Wenn ich hier jetzt auch zum Thema "Thriller" komme ... Für mich war das Buch eher ein Krimi, denn es geht vordergründig um die Ermittlungsarbeit und das Zusammenfügen verschiedener Handlungsstränge aus Vergangenheit und Gegenwart.




- Anna -

Anna kehrt nach Helgoland zurück und es wird schnell klar, dass die Insel bei ihr so einige alte Wunden aufreißt. Sie möchte als Polizistin einen Neuanfang in ihrer ehemaligen Heimat wagen, doch schnell wird klar, dass die Vergangenheit nicht nur Vergangenheit ist ...

Anna, die Polizistin und damit Ermittlerin in diesem Buch, hat mir leider nicht zugesagt. Ich fand sie stellenweise zu naiv, manche Denkweisen bezüglich ihrer Arbeit konnte ich nicht nachvollziehen und mir fehlte es ein wenig Professionalität um ihr den Beruf wirklich abzukaufen. Da ich mich mit Ermittlern in Büchern selten identifizieren kann, hat es mich hier aber nicht gewundert, dass mir auch Anna zu blass und stereotypisch erschien. Ein Ermittler, der was schreckliches erlebt hat und dann diese Vergangenheit ergründen muss, ist ja schon lange nichts Neues mehr!

- Nebencharaktere -

Was mir zu einem echten Thriller gefehlt hat, war besonders die authentischen Charaktere. Es gibt verschiedene Sichtweisen, unter anderem auch die des Täters, die einer Putzfrau und die eines Arztes, aber keinen von ihnen darf man näher kennenlernen. Es ist wie bei einem "Tatort", den man 90 Minuten schaut und sich am Ende nicht einmal an die Namen der Protagonisten erinnern kann.




Am Anfang habe ich an einigen Stellen überlegt, das Buch abzubrechen, denn es las sich tatsächlich wie ein 0815-Thriller, den man so irgendwann schon mal gelesen hat. Vielleicht habe ich mittlerweile bereits zu viele Thriller gelesen, aber an "Hell-Go-Land" hat mir besonders der Mut zu etwas Neuem gefehlt. Da ich dem Autoren, der anhand seiner Biografie sehr sympathisch klang, aber eine Chance geben wollte, blieb ich dabei.

Das Buch wird tatsächlich besser! Trotz der sehr zähen Ermittlungsarbeit, die einfach nur die Befragung verschiedener Leute beinhaltet, besitzt das Buch doch auch einige starke Momente. Zwar ist der ganze Plot nicht neu, aber besonders die Augenblicke, in denen Anna ihre Vergangenheit durchblitzen lässt, waren doch angenehm zu lesen.

"Hell-Go-Land" beginnt recht typisch. Anna kommt auf die Insel und bekommt ein "Einstandsgeschenk" der besonderen Art. Thrillerleser können sich fast schon denken, dass es sich hier um ein abgetrenntes Körperteil handelt. Das Buch besaß für mich wenig spannend und wie zuvor erwähnt las es sich mehr wie ein Krimi, da dich ganz klar die Aufklärungsarbeit im Vordergrund stand.

Trotz meiner Kritik und trotz einiger Längen, ist es doch ein Buch, dass sich gut Zwischendurch lesen lässt. Ein Buch, bei dem man den Kopf einfach mal ausschalten kann, um einer Polizistin bei der Ermittlung zuzusehen. Das Ende war für mich auch keine Überraschung, fügte aber letztendlich alles zusammen.




"Hell-Go-Land" war für mich ein Debüt, dass sich noch wenig getraut hat. Die Geschichte rund um eine Polizistin, die sich ihrer Vergangenheit stellen muss, bietet nicht viel Neues. Gut zu Lesen, aber die große Spannung bleibt aus!

Ich vergebe 3 von 5 Käseratten.


Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    diesmal atmet meine Wunschliste erleichtert auf. Naive Figuren und Zwischendurch-Krimis sind momentan nichts für mich.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hi Nicole :D

      Für mich eigentlich auch nicht, aber es stand so leider nicht auf dem Klappentext! :P Ne, Spaß, mal ein leichtes Buch zwischendurch ist ja auch nicht verkehrt und ich glaube, mein debüt war deutlich schlechter als das hier! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

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  2. Huhu Jessi,
    och schade, ich bekomme es wohl bald und bin echt gespannt drauf, daher habe ich gerade erst nur dein Fazit gelesen und die Bewertung. Mal schauen ob es mir da ähnlich gehen wird:-( Liebe Grüße, Petra

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    1. Hi Petra,

      ich hoffe natürlich, dass das Buch dir besser gefallen wird! :D Vielleicht lese ich auch einfach zu viele Thriller, dass mich so eine typische Geschichte nicht mehr begeistern kann!

      Liebe GRüße
      Jessi

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  3. Halo Jessi,
    ich hab es gerade erst als Hörbuch gehört und stimme dir in vielen Punkten zu.
    Mir ging es ähnlich. Der Thriller hatte zwar ein paar spannende Momente, dümpelte mir aber zu sehr an der Oberfläche.
    Schade eigentlich denn die Schuaplatzbeschreibung, also die Insel an sich, fand ich schon recht gut beschrieben.
    Liebe Grüße
    Ela

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