Mittwoch, 14. Oktober 2015

[Rezension] Die Blutschule - Max Rhode

Titel: Die Blutschule
Autor: Max Rhode
Verlag: Bastei Lübbe
Genre: Thriller, Horror
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3404172672
Cover und Inhaltsangabe © Bastei Lübbe




"Eine unbewohnte Insel im Storkower See Eine Holzhütte, eingerichtet wie ein Klassenzimmer Eine Schule mit den Fächern: Fallen stellen. Opfer jagen. Menschen töten. Die Teenager Simon und Mark können sich keinen größeren Horror vorstellen, als aus der Metropole Berlin in die Einöde Brandenburgs zu ziehen. Das Einzige, worauf sie sich freuen, sind sechs Wochen Sommerferien, doch auch hier macht ihnen ihr Vater einen Strich durch die Rechnung. Er nimmt sie mit auf einen Ausflug zu einer ganz besonderen Schule. Gelegen mitten im Wald auf einer einsamen Insel. Mit einem grausamen Lehrplan, nach dem sonst nur in der Hölle unterrichtet wird ..."




Sebastian Fitzek ist wohl gerade deswegen so erfolgreich, weil er es versteht, Werbung für jedes seiner Bücher zu machen und diese dadurch perfekt in Szene zu setzen. So ist es auch bei seinem neuen Buch "Das Joshua Profil", das ja bald erscheint. "Die Blutschule" ist ein cleverer Marketingtrick, denn Max Rhode, also der Autor, ist kein geringerer als der nächste Hauptcharakter in Fitzeks Buch. Wie also passt das zusammen? Ist Max Rhode also in Wahrheit Sebastian Fitzek?

Ja, der Stil von "Die Blutschule" erinnert stark an Fitzek, auch wenn es gerade beim Schreibstil für mich einige Dinge gab, die ich ankreiden muss. Das Buch ist voll mit Schachtelsätzen, die mir persönlich nicht so gut gefallen haben, denn sie hemmten gerade zu Beginn meinen Lesefluss.

Nichtsdestotrotz hat mich die Geschichte rund um Simon, seinem Bruder und seinem Vater aber gepackt, auch wenn ich das Buch nicht direkt als "Thriller" bezeichnen würde. Hier fände ich "Horrorroman" treffender.




Simon zieht mit seiner Familie in eine einsame Gegend in der Nähe Berlins, da der Vater mit seiner Handwerksfirma pleite gegangen ist. Die neue Gegend gefällt weder Simon, noch seinem älteren Bruder Mark und doch finden sie sich damit ab, dort leben zu müssen.

Simon lernt die Jugend aus dem Ort kennen. Darunter ist Sandy, ein sehr freches, fast schon böses Mädchen, das im weiteren Verlauf noch eine wichtige Rolle spielt.

Auch der Vater von Simon und Mark ist ein interessanter Charakter, der im Fokus der Geschichte steht. Der Beginn der Geschichte stellt die Gegenwart dar und wir erfahren, dass Simon seinen Vater hasst. Der Grund offenbart sich aber erst in der Geschichte, die sich 1993 zugetragen hat.




Zu Beginn war ich wie andere Leser auch ein wenig enttäuscht, dass das Buch so dünn ist, zeitgleich solch eine große Schrift gewählt wurde und die Kapitel so kurz sind, dass unweigerlich viele halbe oder leere Seiten vorhanden sind. Wer sich für "die Blutschule" entscheidet, dem sollte klar sein, dass es sich hier um ein recht kurzes Lesevergnügen handelt.

Wer meinen Blog liest, weiß, dass ich großer Fan von Sebastian Fitzek bin, auch wenn mir mittlerweile nicht mehr ganz so gut gefällt, welchen Aufwand er mit jedem Buch betreibt und wie sehr er es genießt, im Mittelpunkt zu stehen. Da ich selbst Autorin bin, weiß ich, wie schwer es ist gesehen zu werden und ich bin auch froh, dass ich ein Fitzek-Fan der ersten Stunde bin, aber trotzdem finde ich, dass besonders die Bücher eines Autoren im Fokus stehen sollten, nicht der Autor selbst! Das wollte ich aber nur am Rand erwähnt haben, denn wie gesagt, die Bücher von ihm sind toll, denn man spürt noch immer seine Leidenschaft zum Schreiben.

"Die Blutschule" ist wohl ein kleiner Vorgeschmack auf Fitzeks neues Buch und ja, ich hatte viel Spaß beim Lesen. Ein wenig hat mich der Aufbau der Geschichte an den früheren King erinnert, vor allem da hier ein Kind als Hauptcharaktere gewählt wurde. Simon ist eigentlich ein ganz normaler Junge, der gerade in die Pubertät kommt, als er mit seinen Eltern jedoch umzieht, ändert sich alles. Es kommt zu einigen seltsamen Vorfällen und er bekommt von einem angeblich pädophilen Mann, der im Ort Stotter-Peter genannt wird, eine sonderbare Geschichte aufgetischt, die dem Buch eine ganz neue Richtung gibt. Ist hier wirklich etwas Übernatürliches am Werk? Oder will uns der Autor komplett auf eine falsche Fährte locken?

Insgesamt fand ich die Geschichte sehr spannend, auch wenn mir die Kapitel teilweise einfach zu kurz waren. Gerade als es mit der "Blutschule" anfing (leider erst nach 100 Seiten), war das Buch auch schon vorbei. Hier ging alles sehr schnell und ich hatte das Buch in kurzer Zeit ausgelesen. Teilweise ist das Buch sehr brutal, manchmal auch ungewollt komisch. (Ich sage nur: die kleine Anspielung auf Saw!)

Das Ende ist dann auch eher offen gehalten und macht jetzt direkt mehr Lust auf das neue Buch von Fitzek. Was ist mit Simon passiert? Was ist mit Sandy? Und tauchen die beiden in "Das Joshua Profil" ebenfalls auf? Und wie ist eigentlich die Verbindung zu Max Rhode? Fragen über Fragen!

Für eingefleischte Thrillerfans, die immer alles logisch erklärt haben wollen, ist das Buch wohl nicht zu empfehlen. Man sollte schon für Horror- und auch Mysteryelemente offen sein und eine gute Vorstellungskraft mitbringen. Mir hat das Buch auf jeden Fall gefallen und ich bin schon gespannt, mehr über Max Rhode im "Joshua Profil" zu erfahren!



Der Besuch "der Blutschule" lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn das Lernen dort wohl nicht im Mittelpunkt steht! ;)

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.



Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    und wieder machst du mich auf ein Buch neugierig. Die Bücher von Sebastian Fitzek verfolge ich eher weniger, umso überraschter bin ich gerade, dass einer seiner Protagonisten ein Buch schreibt. :-D Das ist ja mal eine Idee und ich glaube, das Buch schaue ich mir näher an.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hi Nicole ;D
      Ja, die Idee ist mal wieder typisch Fitzek! ;) Ich habe schon Bilder von der Buchmesse gesehen, wo sich Sebastian Fitzek als Max Rhode verkleidet. Seine Ideen sind auf jeden Fall immer wieder toll! ;)

      Liebe Grüße
      Jessi

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  2. Hmmm, vielleicht sollte ich da mal rein lesen. *grusel*

    Herzliche Grüße

    Dein Lenchen

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  3. Ich war auch etwas verwirrt, als ich Fitzek auf der Buchmesse entdeckt habe, aber "Max Rhode" dort stand. ;-) Ich dachte schon, er hätte einen Doppelgänger. Na ja, Thriller ist ja nur eher bedingt mein Genre, daher werde ich eher nicht zum Lesen kommen. Ist auf jeden Fall geschicktes Marketing.

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  4. Oh je, jetzt bin ich schon etwas enttäuscht ohne das Buch gekauft zu haben. Nur so wenig Seiten? Ok, dann wäre ich mal wieder schnell durch. Seit mein zweites Kind geboren ist, habe ich auch kaum noch Zeit zum lesen. Ich finde fitzek auch so super und hatte mich schon für die blutschule interessiert bevor ich wusste das er Max Rhode ist. Aber für den relativ hohen Preis für ein Paperback, den Fitzek selbst nicht angemessen findet, würde ich doch eine längere Story haben wollen.
    Und zu seiner Werbestrategie, finde ich eigentlich gut. Ich schreibe auch selbst und versuche neue Marketing Wege zu gehen.

    Einen schönen Mittwoch

    Daniela

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  5. Ich habe dieses Buch heute auch beendet und bin ein bisschen zwiegespalten.. Ich habe ihm 3 Torten gegeben und bin nun gespannt, ob ich es wirklich hätte lesen sollen vorm Joshua-Profil, was ich heute angefangen habe. :)

    Liebe Grüße
    Jane :)

    PS: Wir scheinen einen ähnlichen Lesegeschmack zu haben. :D

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