Dienstag, 15. September 2015

[Rezension] Lauras letzte Party - J. K. Johannsson

Titel: Lauras letzte Party
Originaltitel: Laura
Autor: J.K Johansson
Verlag: Suhrkamp Verlag
Genre: Roman, Psychothriller
Seitenzahl: 266
ISBN: 978-351846590 
Cover und Inhaltsangabe © Suhrkamp Verlag




„Miia Pohjavirta musste ihren Polizei-Job für Ermittlung in sozialen Netzwerken wegen ihrer Internet-Sucht an den Nagel hängen. Als Sonderpädagogin ist sie jetzt an ihre alte Schule und damit in ihre Heimatstadt zurückkehrt. Es soll endlich Ruhe in ihr Leben einkehren. Aber am ersten Schultag nach den Ferien macht es schnell die Runde: die 16jährige Schülerin Laura Anderson ist verschwunden. Ihre Eltern richten in ihrer Verzweiflung auf der Suche nach ihrer Tochter eine Facebook Seite ein und lösen damit einen wahren Shitstorm aus. Von Satanskult, Drogen und Sadomaso-Spielen ist die Rede, jemand will Laura in Amsterdam gesichtet haben. Jeder hat seine eigene Theorie, wo Laura steckt, aber am meisten scheint Miias Bruder Niklas zu wissen, der als Psychologe an der Schule arbeitet. Der Sommer, der für Miia so strahlend und hoffnungsvoll begann, wird zum düsteren Albtraum.




Ich habe mich auf dieses Buch gefreut, denn ich liebe skandinavische Thriller und Spannungsromane. Leider wurde hier im Vorfeld bei der Leserunde auf Lovelybooks viel zu viel versprochen. Psychologischer Tiefgang? Den habe ich in dem Buch vergebens gesucht. Der Alptraum eines Sommers? Was war denn bitte der Alptraum? Ich hatte zu keinem Zeitpunkt angst beim lesen, sondern bin sehr oft schlicht und ergreifend eingeschlafen, da das Buch für mich so zäh und langatmig war, dass ich es kaum länger als ein paar Seiten am Stück lesen konnte.

Der Verlag wirbt zudem mit dem Slogan „wenn Gone Girl und Twin Peaks aufeinandertreffen“! Ja, die Verbindung zu Twin Peaks ist schon durch den Namen des Opfers gegeben, aber das war es dann auch. Vor vielen, vielen Jahren habe ich mal das Buch zu „Twin Peaks“ gelesen, in dem es um die Vorgeschichte der vermissten Laura aus der Tv-Serie ging und noch heute kann ich mich an das Buch erinnern. Meiner Meinung nach will „Lauras letzte Party“ hier an den Erfolg der Serie anknüpfen, aber das gelingt überhaupt nicht. Auf den Vergleich zu „Gone Girl“ will ich hier nicht eingehen, denn da treffen noch viel größere Welten aufeinander!

Der Stil der Autoren (Ja, es handelt sich hierbei anscheinend um mehrere finnische DREHBUCHautoren!!) ist in Ordnung – wenn sie das Buch so wie es als Drehbuch für irgendeinen Film verwendet hätten. So wirkt alles nur wie eine Aneinanderreihung von Mutmaßungen, Dialogen und kurzen Handlungen mit einem gewaltigen Hauch Nebensächlichkeiten. (Ja, Miias Sexleben wird ausgiebig beschrieben!)




Über die Charaktere kann ich hier kaum etwas sagen. Sie alle bleiben blass. Als Leser hatte ich kaum eine Chance, Miia kennenzulernen. Im Grunde weiß ich nur, dass sie mal bei der Polizei gearbeitet hat, auf bedeutungslosen Sex steht und jetzt einen neuen Job an einer Schule angenommen hat. Dort wird sie gleich mit einem neuen „Fall“ konfrontiert: ein vermisstes Mädchen. Natürlich stellt sie Mutmaßungen an und für meinen Geschmack war ihre Herangehensweise eine Spur zu Unprofessionell. Da ist ein klitzekleiner Hinweis und schon malt sie sich ihre eigen Theorie aus. Da konnte ich nur mit dem Kopf schütteln!

Alle Nebencharaktere bleiben auch farblos. Sie werden kaum charakterisiert und ich hatte beim Lesen das Gefühl, die Autoren würden ihre Charaktere überhaupt nicht kennen. Es war, als wären die unterschiedlichen Abschnitte jeweils von einem anderen Autoren geschrieben wurde. Ich war verloren in der Geschichte und das leider nicht im positiven Sinne.




Ich habe mir im Vorfeld ausgemalt, wie schön die drei Bände dieser Trilogie wohl im Bücherregal aussehen würden und war felsenfest davon überzeugt, es hier mit einer tollen neuen Thrillerreihe zu tun zu haben, doch leider wurde ich enttäuscht. Auf den 266 Seiten habe ich keinerlei Spannung finden können und leider auch keine Liebe zum Schreiben. Es war spürbar, dass zu viele Autoren an der Geschichte herumgepfuscht haben und zu viele Dinge wohl reingebracht werden sollten.

Besonders bedauernswert finde ich, dass die Autoren es nicht geschafft haben, Laura, das vermisste Mädchen in den Vordergrund zu rücken. Als Leser erfahren wir kaum etwas über sie, weswegen wir nicht mitfühlen können. Ich muss hier ganz ehrlich sein: Mir war Laura egal. Ich habe sie nicht kennengelernt und deswegen konnte ich bei ihrem Verschwinden nicht mitfühlen! So, wo sollte ich in dem Buch also Spannung finden? Was sollte mich mitfiebern lassen? Leider habe ich nichts gefunden, denn die Geschichte ist sehr geradlinig. Da ein Gespräch mit einem Schüler, da ein Tatverdächtiger, dort ein Tatverdächtiger und am Ende eine Überraschung, die keine ist. Ich konnte mit dem Buch leider überhaupt nichts anfangen und deswegen werde ich auch die Fortsetzungen nicht lesen!




Obwohl das Buch „Lauras letzte Party“ heißt, lernen wir besagte Laura nicht kennen! Leider hat mich die gesamte Geschichte des ersten Teils maßlos enttäuscht und frustriert zurückgelassen!

Ich vergebe 2 von 5 Käseratten.

1 Kommentar:

  1. hmmm, das hört sich gar nicht toll an...schade...

    abendliche Herbstgrüße

    Dein Lenchen

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