Freitag, 4. September 2015

[Rezension] Das Dornenkind - Max Bentow

Titel: Das Dornenkind
Autor: Max Bentow
Verlag: Goldmann
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 448
ISBN: 978-3442204328 
Cover und Inhaltsangabe © Goldmann




„Der Fund von drei Todesopfern, in deren Haut geheimnisvolle Botschaften geritzt wurden, stellt die Berliner Kriminalpolizei vor ein Rätsel. Während der Ermittlungen wird Trojans schlimmster Albtraum wahr: Er bekommt den Anruf einer Frau, die behauptet, die Tochter des „Federmannes“ zu sein. Der infame Serienmörder war dem Ermittler vor vier Jahren schwerst verletzt entwischt. Zu seinem Entsetzen schwört sie, dass ihr Vater am Leben ist. Trojan merkt schnell, dass er in einen fatalen Sog geraten ist. Denn der „Federmann“ wird nicht eher ruhen, bis er ihn vernichtet hat.“




Zu Beginn dieser Rezension muss ich sagen, dass ich „Der Federmann“ von Max Bentow nicht gelesen habe. Ich kenne nur „Die Totentänzerin“ und „Das Hexenmädchen“, zwei Bücher, die mich wirklich begeistern konnten und mich von dem einmaligen Stil Bentows überzeugt haben.

„Das Dornenkind“ wollte ich auch unbedingt direkt nach dem Erscheinen lesen und ich muss sagen, dass es sehr gut ohne Vorwissen zu verstehen ist und ich deswegen meine Entscheidung nicht bereue, es direkt gelesen zu haben, ohne die Vorgeschichte zu kennen. Diese wird nämlich im Laufe der Geschichte immer wieder kurz angeschnitten, damit auch neue Leser das Buch verstehen können. (Wer jedoch den ersten Band der Reihe noch lesen will, sollte dieses Buch erst im Anschluss genießen, denn natürlich wird hier der Täter genannt!)

Max Bentow gehört für mich mittlerweile zu einem der besten deutschen Thrillerautoren. Er versteht es, seine Leser tief in die Psyche der Täter zu führen und er verzichtet dabei auf das langweilige „Drumherum“, mit dem viele andere Autoren ihre Bücher ja gerne füllen. Mit „Das Dornenkind“ hat er für mich einen spannenden und tiefgründigen Psychothriller erschaffen, der mich nicht nur einmal eine Gänsehaut über den Rücken hat laufen lassen! Sein Gefühl für die richtigen Worte, die gleichzeitig Spannung erzeugen und die Charaktere zum Leben erwecken, ist einmalig. Für mich als Autorin ist er auf jeden Fall ein großes Vorbild!




Wie ich in anderen Rezensionen zu seinen Büchern bereits erwähnt habe, mag ich den Ermittler Nils Trojan, der sich hier erneut mit einem bestialischen Killer konfrontiert sieht, der vor Jahren als der Federmann Schlagzeilen machte! Wer mich kennt, weiß, dass ich die stereotypischen Ermittler in Büchern meistens extrem langweilig finde, aber das ist bei Nils Trojan nicht der Fall. Er wirkt sehr menschlich, hat seine Ecken und Kanten und versucht sein Privatleben von der Arbeit zu trennen. Der Autor verzichtet auf dauernde Einblenden seines Lebens außerhalb seines Jobs und genau deswegen mag ich die Bücher so! Es geht in erster Linie um den Täter, die Opfer und das Verbrechen, nicht um das Leben eines Ermittlers und die öde Polizeiarbeit!

Wir lernen in diesem Buch gleich zu Beginn Wendy kennen. Eine junge Frau, die anscheinend ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt. Ein Geheimnis, das sie sich selbst nicht eingestehen kann. Gekonnt spielt der Autor hier mit dem Leser und schickt ihn auf eine falsche Fährte, denn Wendy ist gar nicht so leicht zu durchschauen. Auf welcher Seite steht sie? Und was hat sie mit dem Federmann zu tun? (Ich kann euch sagen, dass ihre Verwicklung in die ganze Sache absolut spannend ist, aber ich werde hier natürlich nichts verraten!!!)




Meine Begeisterung über das Buch dürfte bereits spürbar sein und ich denke, so mache ich jetzt einfach weiter. Ich muss Max Bentow einfach loben. Er versteht es wirklich, einen echten PSYCHOTHRILLER zu erschaffen, der unter die Haut geht und bei mir als Leser wirklich Angstzustände ausgelöst hat. „Das Dornenkind“ ist aus verschiedenen Sichten verfasst, sodass wir als Leser immer hautnah am Geschehen sind. Mal sehen wir alles aus der Sicht eines der Opfer, mal aus Sicht des Täters und des Federmanns und mal aus der Sicht von Trojan oder Wendy. Das macht das Buch so spannend, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Die Seiten flogen nur so dahin.  So muss ein spannender Thriller und ein Buch sein, von dem ich mich nicht mehr lösen kann!

Die Geschichte rund um das Dornenkind (Ja, wer könnte das bloß sein! ;)) ist unsagbar spannend und teilweise sehr gruselig. Schon allein der Täter und seine ganze kranke Art hat mich auf der einen Seite in den Bann gezogen und auf der anderen Seite abgeschreckt. Alles wird sehr detailliert geschildert, zu jeder Person wird eine Beziehung aufgebaut und dann schockt Max Bentow den Leser mit einer unerwarteten Wendung. Ja, ich habe beinahe mit allen Personen mitfiebern können und als langsam der große Showdown eingeleitet wurde, fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Ja, am Ende kommt dann noch einmal alles anders als erwartet und ich bin schon jetzt auf das nächste Werk des Autoren gespannt.




Max Bentow hat mit „Das Dornenkind“ einen spannenden, gruseligen und psychologischen Thriller geschrieben, der unter die Haut geht! Klare Leseempfehlung!

Ich vergebe 5 von 5 Käseratten.

Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    mit der Rezi hast du mich erwischt. Das hört sich richtig, richtig gut an. Vom Autor habe ich leider noch nichts gelesen, aber ich habe "Das Hexenmädchen" hier. Wobei mich "Das Dornenkind" jetzt unheimlich reizt.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hi Nicole :D
      "Das Hexenmädchen" habe ich auch gelesen. Das ist auch große Klasse! ;)
      Falls du das "Dornenkind" und auch die ersten Bücher lesen möchtest, würde ich wohl eher mit dem "Federmann" anfangen! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

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    2. Gut, dann werde ich mal nach dem "Federmann" Ausschau halten.

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  2. Huhu,
    klingt gar nicht so schlecht, aber zur Zeit habe ich mal wieder eher weniger Thriller Lust.
    Ich weiß allerdings auch, dass mein Papa von dem Autor schon Bücher gelesen hat und besteistert war.

    LG anja

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    1. Hi Anja :D

      Schade, dass du weniger Thriller Lust hast, aber vielleicht schafft es Max Bentow ja, diese wieder zu wecken?

      Liebe Grüße
      Jessi

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  3. Hey Jessi! Ich möchte von Max Bentow auch unbedingt bald was lesen, aber ich denke ich fange die Reihe von vorne an, um besser hineinzukommen. Was meinst du? Liebe Grüße, Petra von Papier und Tintenwelten

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    1. Hi :D
      Die Bücher lesen sich auf jeden Fall auch unabhängig voneinander, aber ja, ich würde dann auch mit "dem Federmann" anfangen. Das ist auch die Vorgeschichte zu diesem Buch hier!

      Liebe Grüße
      Jessi

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  4. Hey Jessi,
    Tolle Rezi und das Buch hört sich auch nicht schlecht an. Leider lese ich in die Richtung sehr wenig ;)

    Lg lara

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  5. Huhu Jessi,
    Von Max Bentow habe ich bisher noch nichts gelesen, aber schon viel Gutes gehört. Wie gut dass ich den Federmann bereits auf meinem SUB habe!

    Liebe Grüße vom Lesemonsterchen Dani

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    1. Hi Dani :D
      Ja, Max Bentow schreibt echt gut. Den "Federmann" habe ich gar nicht gelesen, aber anscheinend ist die Geschichte auch sehr unheimlich. (der tauchte hier in dem Buch ja auf!)

      Wünsche dir viel Spaß mit dem Buch!

      Liebe Grüße
      Jessi

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  6. Okay, Federmann ist notiert. ;)

    Grüßchen vom Lenchen

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