Freitag, 10. April 2015

Der Killer - Richard Laymon

Titel: Der Killer
Originaltitel: Beware
Autor: Richard Laymon
Genre: Horror
Verlag: Heyne
Seitenzahl: 288
ISBN: 978-3453676459

Inhalt

"Als die Journalistin Lacey eines Abends in einem kleinen Supermarkt einkaufen will, findet sie sich in einem Albtraum wieder. Schwer verletzt kann sie einem unheimlichen Killer entkommen. Doch dies ist erst der Anfang. Auf ihrer verzweifelten Flucht kommt Lacey einer Kultgemeinschaft auf die Spur, die verbotene Riten abhält. Um die Entfesselung unvorstellbaren Grauens zu verhindern, muss die junge Frau alle Grenzen hinter sich lassen."

Charaktere

In "Der Killer" von Richard Laymon trifft man wieder einmal gewohnt schräge Charaktere, die natürlich alles andere als logisch handeln. Wenn man die Protagonistin Lacey jedoch mit anderen Charakteren aus Laymons Werken vergleicht, kommt sie einen erschreckend normal vor.  Sie ist eine junge Journalistin, die "zufälligerweise" in diese merkwürdige Geschichte hineingezogen wird. In einem Supermarkt passieren plötzlich seltsame Dinge. Die Besitzerin glaubt an Geister und urplötzlich überschlagen sich die Ereignisse und es gibt die ersten Toten. Ganz wie es aussieht, hat es der Killer letztendlich auf Lacey abgesehen,

Lacey war für mich eine Protagonistin, mit der ich mich wieder gut identifizieren konnte. Sie gerät in einen Alptraum und muss Stärke beweisen, um dort wieder hinaus zu kommen. Neben Lacey gab es aber auch noch den Killer, der eine "außergewöhnliche Gabe" besitzt und einen Typen, der ein wenig wie James Bond daherkommt. Ich fand es sehr interessant, welche Figuren Laymon in diesem Buch aufeinander treffen lässt, auch wenn mir an manchen Stellen eine gewisse Charakterstärke gefehlt hätte. Von seinen anderen Büchern bin ich es gewohnt, viel mehr über die Menschen zu erfahren, besonders schräge Dinge. Hier in "Der Killer" wurde mehr Wert auf die Handlung und der Aufrechterhaltung des Spannungsbogens gelegt.

Meine Meinung

Ich bin schon viele Jahre großer Fan von Richard Laymon und habe so gut wie alle seine Bücher förmlich verschlungen. Meiner Meinung nach liebt man Laymon entweder oder man hasst ihn. Dazwischen gibt es nichts.

Um wirklich tief in seine Geschichten abzutauchen, muss man schon ein wenig verrückt sein und vieles mit einem gewissen schwarzen Humor sehen. Auch in diesem Buch passieren wieder viele durchgeknallte Sache ganz im Laymon-Stil. Da wäre zum Beispiel der Killer, der kein normaler Killer ist. (Ja, ich möchte dazu hier nichts weiter verraten!) Oder diese "Sekte", die anscheinend übermenschliche Kräfte besitzt. In "Der Killer" bringt Laymon auch ein paar "übernatürliche" Faktoren ins Spiel, wodurch die Geschichte am Anfang ein wenig seltsam wirkt. Wenn man sich jedoch auf all die Begebenheiten einlässt, bekommt man einen gewohnt spannenden Laymon geliefert.

Interessant fand ich am Anfang die beiden Handlungsstränge. Zum einen wurde aus der Sicht von Lacey erzählt, wie sie auf den "Killer" trifft, auf der anderen Seite wurde Dukane vorgestellt, ein starker Mann, der gern "seltsame" Aufträge ausführt. Aus Dukanes Sicht erfahren wir mehr über diesen seltsamen Kult, doch leider blieben die meisten Hintergrunde hier verborgen, was ich ein wenig Schade fand, da diese "spirituelle Gemeinschaft" am Ende noch eine wichtige Rolle spielt.

Die Geschichte liest sich sehr flott weg, auch wenn ich am Anfang das Gefühl hatte, keinen "echten" Laymon in Händen zu halten. Es wirkte alles viel zu schnell, selbst die Morde wurden nicht in gewohnter "Laymon"-Manier "ausgeschlachtet". Da das Buch nur 288 Seiten hat, hatte ich teilweise das Gefühl, auf eine unbearbeitete Version gestoßen zu sein. Ich frage mich deshalb, ob dieses Buch vielleicht ein unvollendetes Werk aus Laymons Feder ist? Schließlich ist der Kultautor ja schon über zehn Jahre tot.

"Der Killer" hatte für mich auf jeden Fall seine spannenden Momente. Wie gewohnt konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen und habe dem großen Finale entgegen gefiebert. Vielleicht werden einige eingefleischte "Laymon"-Fans ein wenig enttäuscht von dem Buch sein, aber ich denke, dieses Buch hat eine Chance verdient. Besonders neue Leser dieses Genres können sich hier mit Laymons Stil vertraut machen.

Fazit

Nicht mein Lieblings-Laymon, aber dennoch lesenswert.

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.

Kommentare:

  1. Huhu :)
    Tolle Rezension :)
    Richard Laymon gehört zu meinen liebsten Autoren, auch wenn ich erst drei seiner Bücher gelesen habe. Aber auf jeden Fall möchte ich weitere Werke des Autoren lesen und "Der Killer" ist gleich mal mit auf der Wunschliste gelandet :)
    Liebe Grüße Melli

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Melli ;)
      Ja, ich liebe Richard Laymon auch ;) Er schreibt echt toll. :D

      Liebe Grüße
      Jessi

      Löschen
  2. Hey Jessi,

    ich habe von Richard Laymon bisher "Der Keller", "Das Treffen" und "Die Insel" gelesen und fand alle klasse. Obwohl mir "Die Insel" bisher am besten gefallen hat! Welches ist dein Lieblingsbuch des Autors?

    Liebe Grüße
    Sandra

    AntwortenLöschen
  3. Hi Sandra :D

    Ich finde so gut wie jedes Buch von ihm genial. Am besten wohl "Nacht" und "Das Treffen" :D

    Liebe Grüße
    Jessi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich muss sagen, dass ich das Treffen am schwächsten fand :-D So unterschiedlich sind die Geschmäcker :-)
      LG Sandra

      Löschen
  4. Danke für diese tolle Rezi :-D Ich habe das Buch hier noch ungelesen und freu mich schon darauf ^_^

    LG Eva

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Jessi,

    ich habe noch nie einen Laymon gelesen, habe es aber schon längere Zeit vor und natürlich hatte ich dabei ausgerechnet dieses Buch im Blick. Meinst du, es wäre ein guter Einstieg? Oder doch eher ein anderes Buch von ihm?

    LG Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Nicole ;)

      Ja, "Der Killer" wäre ein guter Anfang, auch wenn es hier im Gegensatz zu den anderen Laymons etwas weniger Brutal zur Sache geht. :D

      Ich hatte damals mit "Der Insel" angefangen, aber das ist leider nicht sein stärkstes Buch. Toll fand ich zum Beispiel auch "Nacht" als das Buch, was mich zum echten Fan gemacht hat. :D

      Und wenn du eher ganz sachte ohne viel Gewalt anfangen willst, solltest du "das Spiel" lesen, das ist eher ein Thriller, aber Laymons Stil ist erkennbar.

      Ich hoffe ich konnte dir helfen. :D

      Liebe Grüße
      Jessi

      Löschen
    2. Danke! Dann merke ich mir mal den Killer oder das Spiel. Schleiche schon viel zu lange um den Autor herum und jetzt muss ich mir echt mal ein eigenes Bild machen.

      Liebe Grüße,
      Nicole

      Löschen

Wir freuen uns über euren Kommentar ;))