Sonntag, 30. November 2014

[Autoreninterview] Heidi Oehlmann

Hallo liebe Leser,
Ich hatte die große Ehre für diesen Blog ein spannendes Interview mit der Autorin Heidi Oehlmann zu führen. Das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten, denn ich finde, es sind viele Interessante Sachen dabei herausgekommen. ;)


Vielen lieben Dank, dass du dich für ein Interview bereit erklärt hast, liebe Heidi. Möchtest du dich vielleicht kurz vorstellen?

Sehr gerne, liebe Jessi. Also, ich bin (noch) 31 Jahre alt, wohne seit über zehn Jahren mit meinem Mann in einem kleinen schnuckeligen Ort im Harz. Nach der Ausbildung habe ich eine Lehre als Kauffrau für Bürokommunikation gemacht, aber nie in dem Beruf gearbeitet. Eine Zeit lang war ich im Versicherungsbereich tätig. Seit 2008 betreibe ich eine kleine Internetagentur und betreue unter anderem Internetseiten. 2012 habe ich das Bloggen für mich entdeckt und führe ein paar eigene Blogs. Wenn ich nicht gerade an einem Artikel oder an einem neuen Buch schreibe, gehe ich einer meiner anderen Leidenschaften nach. Entweder kümmere ich mich um meine zahlreichen Garten- und Zimmerpflanzen, lese ein gutes Buch oder entspanne mich bei Handarbeiten.

Eine Frage, die wohl jeder Autor sehr oft zu hören bekommt: Wie bist du eigentlich zum Schreiben gekommen? Hat dich jemand inspiriert?

Das ist eine gute Frage. Geschrieben habe ich schon immer sehr gerne, eigentlich, seit ich schreiben kann. Es war aber nie geplant, dass ich irgendwann einmal ein Buch schreiben würde. Das hat sich durch einen Schicksalsschlag so ergeben. Bis zu meinem ersten Buch begrenzte sich das Schreiben eher auf Briefe. Ich hatte damals eine Brieffreundin. Wir schrieben uns gegenseitig sehr lange Briefe über das, was wir in der Zeit so erlebten. Manchmal dauerte es mehrere Monate, bis so ein Brief fertig war.

Du kommst ja aus dem schönen Harz. Gibt es einen Ort, an dem du gerne schreibst? Oder der dir im Bezug auf deine Geschichte etwas bedeutet?

Ja, ich wohne im schönen Harz und bin hier auch aufgewachsen. Geboren wurde ich allerdings in Bautzen (Oberlausitz). Das ist auch eine wunderschöne Gegend. Ich schreibe eigentlich nur zu Hause. Denn ich brauche absolute Ruhe, wenn ich die Tastatur meines Laptops zum Glühen bringe. Schon die kleinsten Geräusche schaffen es, mich aus dem Konzept zu bringen. An anderen Orten hole ich mir höchstens Inspiration. Ich habe aber keinen bestimmten Platz, dafür gibt es hier zu viele schöne Ecken. Natürlich versuche ich auch in meinen Geschichten, den Harz einfließen zu lassen. Edgar Wolf, der Protagonist meiner Krimireihe »Wolfs Spuren« wohnt zum Beispiel in Wernigerode, der Stadt, in der ich meine Jugend verbracht habe.

Du bist ja, wie ich gesehen habe, Selfpublisherin. Wie kam es dazu? Stand für dich von Anfang an fest, dass du deine Bücher selbst veröffentlichen möchtest?

Als mein erstes Manuskript fertig war, habe ich schon darüber nachgedacht, es an einen Verlag zu schicken. Ich habe mir auch ein paar Verlage raus gesucht, noch bevor ich diese angeschrieben habe, bin ich aber auf die Möglichkeit des Selbstverlegens gestoßen. Die Entscheidung es auf eigene Faust zu versuchen, ist mir nicht schwergefallen. Denn ich wusste, dass es schwierig sein würde einen passenden Verlag zu finden. Bisher habe ich meine Entscheidung nicht bereut.

Wie kam die Idee zu deinem ersten Buch? Und wie lief der Schreibprozess damals ab?

Ganz ehrlich? Ich habe nie geplant, dass ich irgendwann mal ein Buch schreiben werde. Ich habe mich also nicht hingesetzt und gesagt: Jetzt schreibe ich ein Buch! Verantwortlich für mein Erstlingswerk ist ein Schicksalsschlag. Im Jahr 2007 erkrankte ich an Borreliose und anfangs war kein Arzt in der Lage mir eine Diagnose zu erstellen. Stattdessen wurde ich von einer Praxis in die andere Praxis geschickt. Ich fand das Geschehen damals so unfassbar, dass ich eine Art Tagebuch über meine Erlebnisse schrieb. Irgendwann entstand dann die Idee, aus meinen Aufzeichnungen eine Geschichte zu machen. Nachdem das Manuskript fertig war, hat es noch eine ganze Weile gedauert, bis ich mich zu dem Schritt, es zu veröffentlichen, entschlossen habe. Immerhin gibt man mit so einer Veröffentlichung sehr viel von seinem persönlichen Leben preis. Am Ende habe ich mich dann aber für die Publikation entschieden, um anderen Betroffenen Mut zu machen, niemals aufzugeben.

Du hast ja auch eine Krimireihe veröffentlicht, in der es um den Privatdetektiven Edgar Wolf geht. Wie bist du auf die Idee gekommen? War von Anfang an eine ganze Reihe geplant?

Nach der Veröffentlichung meines ersten Buches habe ich gemerkt, dass mir das Schreiben so viel Spaß macht, dass ich unbedingt weiter schreiben will. Ich kann gar nicht mehr so genau sagen, wie ich auf die Idee zu »Wolfs Spuren« gekommen bin. Sie war auf einmal da. Vielleicht liegt es daran, dass ich ein absoluter Krimi-Fan bin. Am Anfang war an eine ganze Reihe noch nicht zu denken. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, ob ich es überhaupt schaffe, mir eine eigene Geschichte auszudenken und daraus ein Buch zu machen. Bisher schrieb ich schließlich nur Erlebtes auf. Erst, nachdem der erste Band fertig war, merkte ich, dass ich noch einige Ideen für weitere Fälle habe, die Edgar Wolf lösen muss.

Ich finde, dass sich dein Buch „Wenn Rache süchtig macht“ sehr spannend anhört. Das Thema „Rache“ lässt ja eine Menge Spielraum. Wieso hast du dich gerade für diese Thematik entschieden? Und denkst du selber mal an Rache? ;)

Für das Thema habe ich mich entschieden, weil ich es furchtbar finde, dass Menschen oftmals nur nach ihrem Äußeren beurteilt und beleidigt werden, wenn sie nicht der Norm entsprechen. Das Buch »Wenn Rache süchtig macht« soll zeigen, wie verletzend es ist. Nein, es gibt niemanden in meinem Leben, an dem ich mich rächen möchte!

Du bist ja in verschiedenen Genres unterwegs. Was liest du denn gerne für dich? Gab es ein Buch, das dich beeinflusst hat?

Das ist sehr unterschiedlich und stimmungsabhängig. Grundsätzlich lese ich alle Genres, bei denen mich der Klappentext neugierig macht. Meist sind das Krimis, Thriller, Fantasy oder auch Frauenromane. Mein absoluter Lieblingsautor ist aber Stephen King. Ich mag fast alle seine Bücher. In seine Geschichten kann man so richtig schön eintauchen und alles um sich herum vergessen.

Arbeitest du zur Zeit an einem neuen Buch? Was ist für die nächste Zeit geplant?

Ja, derzeit arbeite ich an einem Frauenroman, der in den nächsten Wochen veröffentlicht wird. In dem Buch geht es um eine Frauenclique, die einen Pakt geschlossen hat. Bis zum 30. Geburtstag wollen die Freundinnen den Mann fürs Leben gefunden haben. Also gehen sie aktiv auf Männersuche und erleben dabei so einiges … Parallel dazu überarbeite ich mein erstes Buch »Plötzlich ist alles anders – Das unbekannte Ich«. Wenn der Frauenroman gut angenommen wird, steht die Überlegung im Raum, daraus eine Reihe zu machen.

Wem würdest du deine Bücher empfehlen?

Da ich in so unterschiedlichen Genres schreibe, ist das schwierig zu sagen. Vielleicht Lesern, die vielseitig interessiert sind und natürlich denjenigen, die kürzere Geschichten für zwischendurch mögen.

Und jetzt komm ich schon zum Ende, was war bis jetzt dein schönstes Autorenerlebnis und was erhoffst du dir für die Zukunft?

Ein schönstes Autorenerlebnis? Ich habe durch das Schreiben schon viele tolle Menschen kennengelernt, da kann ich gar nicht sagen, welches das schönste Erlebnis war ... Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich weiterhin genug Zeit zum Schreiben habe, mir die Ideen nie ausgehen und natürlich freue ich mich über weitere Leser.


Vielen Dank liebe Heidi für dieses spannende Interview. ;)

2 Kommentare:

  1. Eine witzige Idee mit den Ratten und ein sehr passendes Layout für den Blog! Bleibt weiter so engagiert, eure Infos gefallen mir sehr gut!

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  2. Hallo Jessi und Heidi!
    Ein sehr schönes, offenes Interview. So habe ich noch etwas mehr erfahren dürfen über dich. Danke dafür
    Liebe Grüße

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