Montag, 4. August 2014

Krähenmädchen - Erik Axl Sund

Als absoluter Schweden und Psychothrillerfan musste ich dieses Buch einfach lesen. Es ist der erste Band einer Trilogie, was für mich schon etwas anderes ist in der Thrillerliteratur. Ja, ich glaube, sonst kenne ich nur Jugendthriller, die in mehrere Teile eingeteilt wurden. "Krähenmädchen" ist aber nicht nur aus diesem Grund etwas ganz Neues, nein, der Autor hat einen komplett eigenen Stil.

Inhalt

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Stockholm. Ein Junge wird tot in einem Park gefunden. Sein Körper zeigt Zeichen schwersten Missbrauchs. Und es bleibt nicht bei der einen Leiche ... Auf der Suche nach dem Täter bittet Kommissarin Jeanette Kihlberg die Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe, bei der eines der Opfer in Therapie war. Ihr Spezialgebiet sind Menschen mit multiplen Persönlichkeiten. Eine andere Patientin Sofias ist Victoria Bergman, die unter einem schweren Trauma leidet. Sofia lässt der Gedanke nicht los, bei ihr irgendetwas übersehen zu haben. Schließlich müssen sich Jeanette und Sofia fragen: Wie viel Leid kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird?

Charaktere

Ich glaube, das Besondere an diesem Buch sind die Charaktere. Als Leser lernt man sie sehr genau kennen, ja fast schon zu genau. Das Buch ist bei weitem keine leichte Kost. Man dringt sehr tief in die Psyche ein und der Autor schafft es, dort eine ganz eigene Welt zu erschaffen.

In Rückblicken wird die recht erschreckende Geschichte des Krähenmädchens erzählt. Diese Abschnitte sind die Highlight des Buches und man kann dort überhaupt nicht aufhören zu lesen. Der Leser hat Mitleid mit Victoria Bergmann und wird mit auf eine Reise in tiefe Abgründe genommen. Abgründe, die man niemals betreten sollte. Das einzige, was mir hier nicht so gefallen hat war, dass man recht schnell herausfindet, wie alles zusammengehört. Ja, man ahnt im Grunde schon kurz vor der Hälfte, wer Viktoria ist und das hat meiner Meinung nach die Spannung etwas gedrosselt.

Meine Meinung

Das Buch hat einen sehr interessanten und tiefgründigen Plot. Wenn man den Klappentext liest würde man meinen, dass es vorwiegend um die Morde an den Kindern geht und die Ermittlungen im Vordergrund stehen. Dies ist nicht der Fall, was mir wirklich gut gefallen hat. Im Endeffekt ist die Geschichte mit den toten Jungs, die von der Polizei nur wenig Beachtung finden, nur eine Randgeschichte. Es geht vielmehr um die Entwicklung der Charaktere, das Innenleben dieser und was mit ihnen passiert. Anfangs dachte ich, dass der Autor zu viele Nebensächlichkeiten in die Geschichte verstrickt, doch letztendlich hat sich alles zusammengefügt wie es sich für einen Thriller gehört.

Der Schreibstil von Erik Axl Sund ist sehr tiefgründig. Er hat eine Auge für Details, treibt die Story aber sehr gut voran. Was mir nicht so gefallen hat, war, dass es gleich zu Beginn schon so einige Hinweise gab, wodurch mich die Auflösung im Grunde nicht überrascht hat. Das fand ich sehr schade, denn die Idee ist wirklich ungemein toll

Da es der erste Band einer Trilogie ist, ist die Geschichte noch nicht abgeschlossen. Nein, das Buch endet mit einem spannenden Cliffhanger. Einem sehr gemeinen Cliffhanger. Das nächste Buch der Reihe werde ich auf jeden Fall auch lesen.

Fazit

Ein tiefgründiger Psychothriller mit spannenden Charakteren! Ich freue mich auf den nächsten Band.

Ich vergebe 4 von 5 Käseratten.

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