Sonntag, 22. April 2018

[Rezension] Das italienische Mädchen - Lucinda Riley

Titel: Das italienische Mädchen
Autor: Lucinda Riley
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 10. März 2014
Anzahl der Seiten: 560
Cover und Inhaltsangabe © Goldmann



"Mit elf Jahren begegnet Rosanna Menici zum ersten Mal dem Mann, der ihr Schicksal bestimmen wird. Der junge Tenor Roberto Rossini ist in seiner Heimat Neapel bereits ein umschwärmter Star und schenkt dem schüchternen Mädchen, das bei einer Familienfeier singen soll, kaum Beachtung. Doch als die ersten Töne den Raum erfüllen, kann er seine Augen nicht mehr von Rosanna lösen, so rein und einzigartig ist diese Stimme. Sechs Jahre später treffen Rosanna und Roberto an der Mailänder Scala wieder aufeinander – und gemeinsam treten sie einen unvergleichlichen Siegeszug durch die Opernhäuser der Welt an. Doch ihre leidenschaftliche Liebe wird zu einer Obsession, die sie für alles um sie herum blind werden lässt …"




In diesem Monat habe ich gleich zwei Bücher von Lucinda Riley gelesen. Während ich den "Engelsbaum" förmlich verschlungen habe, hatte ich mit "Das italienische Mädchen" so meine Probleme. Dem Buch ist anzumerken, dass er ein frühes und leider auch recht unerfahrenes Werk der Autorin ist. Ihr wundervoller Schreibstil blitzt zwar hin und wieder auf, aber Emotionen habe ich hier leider kaum spüren können.

Mit Robert und Rosanna hat Lucinda Riley hier leider auch zwei recht unsympathische, sehr naive Charaktere geschaffen, die beide bei mir irgendwann zum Hass- und Ärgerobjekt mutiert sind. Das Buch hat mich mitgenommen - allerdings eher auf eine negative Art und Weise!




- Rosanna -

Rosanna war, bis auf ihren finalen Ausbruch am Ende, leider ein Charakter, der kaum Eigeninitiative gezeigt hat. Von Anfang an stand ihre Liebe zu Robert unter keinem guten Stern, aber ja, solche übermächtigen Gefühle machen halt manchmal blind!

Mit 11 verliebt sich Rosanna in Robert, ja, nimmt sich sogar fest vor, ihn irgendwann zu heiraten. Dabei gibt sie sich größtenteils leider selbst auf! Ich konnte mit Rosanna leider nicht mitfiebern, was wohl daran lag, dass ich sie furchtbar naiv fand. Diese Liebesgeschichte, die hier zwischen Robert und ihr beschrieben wird, fand ich ehrlich gesagt wirklich schrecklich. Allerdings muss wohl jeder Mensch eigene Erfahrungen sammeln ...

- Robert -

Puhh, Robert ist nun zu einem meiner meistgehassten Buchcharaktere aufgestiegen. Glückwunsch, Robert, ich fand dein Verhalten wirklich absolut zum kotzen! Manchmal ist mir beim Lesen regelrecht schlecht geworden, weil er so ein elendiger ... Nein, ich werde mich jetzt nicht weiter über ihn aufregen!

Was soll ich großartig über ihn sagen? Er ist eben ein Mann, der nichts anbrennen lässt und furchtbar schwach ist. Er hat nicht den Hauch einer Ahnung, was Liebe ist. Bei manchen Dingen, die er abgezogen hat, hätte ich das Buch am liebsten einfach in die Ecke geworfen ...

- Luca -

So, Luca, Rosannas größerer Bruder, war die einzige Person, die mir hier nahe gegangen ist. Er ist nur ein Nebencharakter, aber seine Geschichte über die Suche nach dem richtigen Weg hat mich mitgenommen! Ihn habe ich in mein Herz geschlossen, denn bei ihm waren noch echte Emotionen zu spüren.




Mittlerweile habe ich sechs Bücher von Lucinda Riley gelesen und alle hatten ein sehr hohes Niveau. Rileys Geschichten haben mich in ein Genre entführt, dass ich sonst wohl niemals angerührt hätte. Dafür bin ich ihr und ihren Werken sehr dankbar.

"Das italienische Mädchen" ist eins ihrer früheren Werke, bereits in einem Vorwort deutet sie an, dass sie es später für den Verlag noch einmal überarbeitet hat. Leider ist der Geschichte dennoch eine gewisse Unerfahrenheit anzumerken. Gefühle sind beinahe kaum vorhanden, Rosanna als Protagonistin bleibt recht blass und sehr schwach, während Robert ein echtes Ekel ist und mit seiner widerlichen Art im Zentrum des ganzen steht.

Ich habe mich schon zu Beginn der Geschichte mit den beiden Hauptcharakteren sehr schwer getan. Da haben wir erst mal Rosanna, die wir bereits im Alter von unschuldigen 11 Jahren kennenlernen und die sich bereits da unsterblich in Robert verliebt. Diese Liebe war für mich von Anfang an nicht greifbar, denn natürlich beruht sie erst einmal nur auf Oberflächlichkeiten ...

Leider entwickelt sich die Geschichte dann auch in eine Richtung, die so zu erwarten war. Alles sehr geradlinig. Es gibt in diesem Buch nicht einmal ein echtes Familiengeheimnis. Das ist schade, ist aber meiner Meinung nach noch auf die damalige Unerfahrenheit von Lucinda Riley zurückzuführen! Die Geschichte lässt sich zwar gut und angenehm lesen, besitzt aber kaum Höhen und Tiefen.

Der Leser weiß schon zu Beginn haargenau, was mit Rosannas Schwester "passiert" ist und das nimmt einen großen Teil der Spannung. Die Frage ist die ganze Zeit eigentlich nur, ob und wann diese Bombe, die gar kein echtes Geheimnis enthält, denn eigentlich platzt ...

Rosannas Entwicklung zur Unabhängigkeit soll wohl der Mittelpunkt der Handlung sein, allerdings wird sie immer wieder schwach. Schade fand ich, dass von ihr aus keine Emotionen ausgingen, das einzige, was sich für mich durchs ganze Buch zog, war meine eigene Abneigung gegenüber Robert. Die Frage ist, warum Rosanna so blind war, das alles nicht zu sehen ...




Das Buch hat mich mitgenommen - allerdings auf eine sehr negative Art und Weise. Robert war ein echtes Hassobjekt und Rosanna hätte ich an vielen Stellen sehr gerne ins Gesicht geschlagen, damit sie endlich aufwacht. Leider besaß das Buch kein echtes Geheimnis, von Anfang bis Ende war alles sehr geradlinig und deswegen blieben hier auch die großen Emotionen aus ...



Freitag, 20. April 2018

[Rezension] Die Wiederkehr des Sherlock Holmes - Sir Arthur Conan Doyle

Titel: Die Wiederkehr des Sherlock Holmes
Autor: Arthur Conan Doyle
Genre: Klassiker, Krimi
Erscheinungsdatum: 1984
Anzahl der Seiten: 443
Cover © Kiepenheuer




Langsam neigen sich die Geschichten rund um den Meisterdetektiven dem Ende zu, dieser war der vorletzte Kurzgeschichtenband, den ich nun gelesen habe. In "Die Wiederkehr des Sherlock Holmes" sind 13 Fälle enthalten, die allesamt sehr abwechslungsreich gestaltet sind.

Mich konnten alle Geschichten wieder in die Welt von Sherlock Holmes ziehen, ich habe an seiner Seite ermitteln, moralische Entscheidungen getroffen und einige spannende Momente mit ihm erlebt. Es ist immer wieder ein wahrer Genuss, Abenteuer mit dem wohl berühmtesten Meisterdetektiven zu erleben!

Ich werde euch hier in meiner Rezension jetzt die 13 Fälle vorstellen!




"Das leere Haus"

Diese Geschichte habe ich bereits in einem anderen Buch gelesen, der Fall selbst steht eher m Hintergrund, wichtiger ist wohl, dass hier Sherlock Holmes zurück in die Welt der Lebenden kehrt. Watsons Reaktion finde ich hier einfach wundervoll!

"Der Baumeister von Norwood"

Mr. McFarlaine taucht bei Holmes auf, denn die Polizei, die bereits einen Haftbefehl gegen ihn besitzt, ist ihm auf den Fersen und er möchte wenigstens die Chance bekommen, hier die Wahrheit zu erzählen.

Es geht um den Mord an Jonas Oldacre, der in seinem Haus verbrannte. Alle Beweise sprechen gegen McFarlaine. ja, sogar ein Fingerabdruck wird gefunden! Lestrade ist hier siegessicher, was wirklich für ein paar witzige Momente sorgt. Zum Glück durchschaut Holmes dann aber diesen doch recht verzwickten Fall! Eine echt spannende Auflösung!

"Die tanzenden Männchen"

Dieser Fall ist wohl einer der bekanntesten von Sherlock Holmes. Ich habe ihn bereits in einem anderen Buch gelesen, doch der Code um die "tanzenden Männchen" ist mir natürlich dennoch in Erinnerung geblieben. Nicht mein Lieblingsfall, aber dennoch lesenswert!

"Die einsame Radfahrerin"

Dieser Fall gehört zu meinen Favoriten. Es geht um Violet Smith. Ihr Onkel, der sich nie um die Familie gekümmert hat, hat augenscheinlich zwei Männer geschickt, damit diese sich um Violet kümmern. Die beiden Fremden könnten dabei nicht unterschiedlicher sein: Mr. Carruther ist ein Gentleman wie er im Buch steht, Mr. Woodley ist ein Säufer, der sehr unsympathisch ist.

Violet Smith bekommt bei Mr. Carruther eine Anstellung, doch auf dem Weg zum Bahnhof wird sie stets von einem Mann verfolgt. Was steckt dahinter? Das soll Sherlock Holmes herausfinden ...

Witzig fand ich hier, dass Holmes erst einmal Watson vorschickt, dieser aber mal wieder alles falsch macht, was man falsch machen kann. Sherlock Holmes löst den Fall dann allerdings dennoch in letzter Sekunde und die Auflösung fand ich brilliant!

"Die Internatsschule"

Arthur, der Sohn des Herzogs, verschwindet aus dem Internat. Ist er eigenständig geflohen? Oder wurde er entführ?

Dieser Fall bietet eine spannende Spurensuche mit Holmes, die mich sogar ein klein wenig an "Der Hund von Baskerville" erinnert hat. Sehr spannend und atmosphärisch, zudem auch sehr informativ.

Hier ist mir jedoch ein kleiner Fehler in dem Buch, das ich besitze, aufgefallen: Holmes malt eine Karte und auf dieser ist ein Leichenfund markiert, der erst viele Seiten später stattfindet ...

"Der schwarze Peter"

Bei diesem Fall fand ich den Anfang unfassbar witzig. Hier kehrt Holmes nämlich zu Watson zurück, er trägt einen Speer, beziehungsweise eine Harpune und erzählt, dass er damit gerade beim Metzger ein paar Experimente gemacht hat. Er wollte herausfinden, ob es möglich ist, mit einem Hieb einen Körper zu durchbohren.

Hier offenbart er dann auch gleich seinen aktuellen Fall: Der Robben- und Walfänger Peter Carey, den alle den schwarzen Peter nannten, wurde aufgespießt. In diesem Fall gibt dann noch einige sehr interessante Wendung, auch wenn ich die Auflösung eher durchschnittlich fan.d. (Dennoch werde ich das Bild von Holmes, der auf Schweinekörper einsticht, wohl so schnell nicht mehr los!)

"Charles Augustus Milverton"

Wieder ein Fall, den ich bereits unter einem anderen Namen, nämlich "Sherlock Holmes als Einbrecher" gelesen habe. Er ist mir aufrund des sehr bösen Endes immer noch in Erinnerung geblieben.

Es geht um den Verbrecher Charles Augustus Milverton und Holmes Versuch, ihm endlich das Handwerk zu legen ...

"Sechsmal Napoleon"

Lestrade arbeitet an einem sonderbaren Fall. Anscheinend geht in London ein Verrückter um, der die Büsten von Napoleon zerstört. Dabei handelt es sich allerdings stets um günstige Kopien ...

Dies war der einzige Fall, den ich komplett durchschaut hat, was wohl daran liegen mag, dass er recht einfach ist. Dennoch bin ich stolz, hier genau wie Holmes mal alle Hinweise zusammengefüt zu haben!

"Die drei Studenten"

Mr. Soames, ein Tutor und Dozent, kommt zu Holmes, um einen ihm sehr peinlichen Vorfall zu schildern. Am nächsten Tag soll ein Examen stattfinden. Einen Text, der dort von den Studenten übersetzt werden soll, wurde aber nun in seinem Arbeitszimmer entdeckt und von einem der Studenten im Vorfeld abgeschrieben. Es kommen nur drei Personen in Frage, wer ist der "Täter"?

Hier geht es vorwiegend darum, dass wir Menschen alle einmal Fehler machen und manchmal verdient man deshalb eine zweite Chance!

"Das goldene Pincenez"

Ein Detektiv kommt zu Holmes, weil er einen Fall nicht selbst lösen kann. Es geht um einen Sekretär, der ermordet wird. In seiner Hand finden sie ein Pincenez, also einen Kneifer, der einer Frau zu gehören scheint!

Die Auflösung hat mir hier gut gefallen, auch wenn das Ende doch sehr bitter ist! Ich habe zudem gelernt, was ein Pincenez ist!

"Der verschwundene Rugby-Spieler"

Sport ist eigentlich so gar nicht meine Welt, dennoch fand ich diesem Fall, der eigentlich gar kein echtes Verbrechen enthält, sehr spannend. Der Couch einer Rugby-Mannschaft kommt zu Holmes, sein bester Spieler ist verschwunden und am nächsten Tag findet ein wichtiges Match statt.

Holmes macht sich auf die Suche und kommt dabei einer traurigen Wahrheit auf die Spur. Mich hat dieser Fall auf jeden Fall bewegt!

"Abbey Grange"

Hier kommen wir zu meinem Lieblingsfall in diesem Buch. An einem frostigen Moren des Jahres `97 wird Watson vom Holmes geweckt, dieser meint, sie müssen sofort zum Bahnhof, denn ein neues Spiel habe angefangen!

Der Fall entpuppt sich auf den ersten Blick dann doch als furchtbar einfach. Es scheint, als hätten Einbrecher einen Mord begangen ... Doch in Wahrheit steckt da viel, viel mehr dahinter!

Eine klasse Auflösung und ein Ende, das mir wirklich eine Gänsehaut verursacht hat. Hier beweist Sherlock Holmes, das man manchmal über dem Gesetz stehen muss ...

"Der zweite Fleck"

Ein guter Abschluss bietet dieser Fall, in dem es um ein verschwundenes Schriftstück mit einem furchtbaren Staatsgeheimnis geht. Sollte dieses veröffentlicht werden, würde es unweigerlich zu einem Krieg kommen ...

Schnell findet Holmes drei Tatverdächtige, doch einer davon wird ermordet. Was genau steckt dahinter?

Eine tolle Auflösung und wieder ein Sherlock Holmes, der beweist, wie wichtig Moral und Menschlichkeit ist!




"Die Wiederkehr des Sherlock Holmes" war wieder ein Geschichtenband, der mich noch mehr mit Sherlock Holmes verbunden hat. Ich liebe seine Ermittlungen, seine Überlegenheit, aber auch seine menschliche Seite, die er hier in sehr moralischen Entscheidungen zeigt. Ein absolutes Highlight!



Mittwoch, 18. April 2018

[Abgebrochen] Das Haus der verlorenen Kinder - Linda Winterberg

Titel: Das Haus der verlorenen Kinder
Autor: Linda Winterberg
Genre: Roman, historischer Roman
Erscheinungsdatum: 18. April 2016
Anzahl der Seiten: 512
Cover und Inhaltsangabe © atb



"Norwegen, 1941: In dem kriegsgebeutelten Land verlieben sich Lisbet und ihre Freundin Oda in die falschen Männer – in deutsche Soldaten. Ihre verbotene Liebe fordert einen hohen Preis, und die beiden jungen Frauen verlieren alles, was ihnen lieb ist. Ausgerechnet bei den deutschen Besatzern scheinen sie Hilfe zu finden, doch dann wird Lisbet von ihrer kleinen Tochter getrennt. Erst lange Zeit später findet sich ihre Spur – in Deutschland.

Eine dramatische Geschichte um zwei junge Frauen in Norwegen im Zweiten Weltkrieg, deren Schicksal bis in die Gegenwart reicht."




Leider, leider war es wieder einmal so weit, dass ich mich mit einem Buch enorm herumgequält habe und nach einer geschlagenen Woche auch erst bei der Hälfte angekommen bin. Immer wieder habe ich daran gedacht, es abzubrechen, mich dann aber gezwungen, doch noch weiter zu lesen, in der Hoffnung, dass es dann doch noch besser wird. Leider muss ich jetzt aber aufgeben!

Angesprochen hat mich das Buch in erster Linie aufgrund der Thematik, allerdings auch wegen dem Schauplatz Wiesbaden. Ich komme selbst aus dieser Umgebung, mag Wiesbaden selbst zwar nicht, war aber auf die Einbettung der historischen Fakten sehr gespannt.

Linda Winterbergs Schreibstil ist eigentlich recht angenehm, allerdings war er für meinen Geschmack für diese Geschichte, die sie hier erzählen will, zu ruhig und auch viel zu einfach gehalten. Manchmal hatte ich das Gefühl, die Story kommt nicht voran und dreht sich nur um die Beschreibungen der Umgebungen oder sinnlose Füll-Dialoge. Auch die Charaktere blieben für mich hier leider auf der Strecke, obwohl die Geschichte eigentlich enorm viel Potenzial birgt ...




Schon nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, nicht so recht in der Geschichte anzukommen. Es spielt, wie gewohnt, auf zwei Zeitebenen. Einmal haben wir die Vergangenheit, die zu Beginn aber gar nicht so einen großen Raum einnimmt und dann haben wir die Gegenwart, die, da war ich tatsächlich überrascht, hier etwas stärker zu sein scheint, als die Vergangenheit.

Hier lernen wir Marie kennen, die eigentlich ein spannender Charakter ist. Sie hat ihre Eltern verloren und macht sich nun auf die Suche nach der Vergangenheit. Ja, das könnte tatsächlich spannend sein, aber ich hatte in ihrem Strang ein ganz großes Problem, was mir jegliche Spannung geraubt hat: Als Leser wusste ich von Anfang an viel mehr als Marie. Dadurch kam natürlich Langeweile auf, denn ich wäre oft gerne ins Buch gestiegen, um ihr zuzurufen: "Beeille dich doch bitte mal, ich hab das alles hier aus der Ferne schon durchschaut!"

So stark die Gegenwartssicht auch mit der Spurensuche gedacht war, so sehr zog sich das ganze auch. Im Schatten dieser Handlung stand dann eigentlich nur die Vergangenheit: Hier lernen zwei Freundinnen in Norwegen deutsche Soldaten kennen, verlieben sich und das Unheil, das seine Wellen bis in die Gegenwart schlägt, nimmt seinen Lauf. Allerdings weiß der Leser schon früh, was in etwa passiert sein muss - was bei mir streckenweise für enorme Langeweile gesorgt hat.

Die Thematik, die Linda Winterberg hier anspricht, nämlich die sogenannten deutschen Lebensborn-Heime, war für mich neu und spannend, aber die Umsetzung des Romans konnte mich leider nicht fesseln. Leider kam ich zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte an und habe jetzt, mit einem guten Gefühl, die Geschichte nach der Hälfte abgebrochen.




Ich bewerte das Buch an dieser Stelle natürlich nicht, denn es kann sein, dass die zweite Hälfte sich doch noch gesteigert und die Autorin dort noch einige Überraschungen eingebaut hat. Für mich fehlte hier aber das Fesselnde, beziehungsweise das Gefühl, mit der Protagonistin zusammen der Wahrheit auf der Spur zu kommen ...

Sonntag, 15. April 2018

[Rezension] Pippi Langstrumpf - Astrid Lindgren

Titel: Pippi Langstrumpf
Autor: Astrid Lindgren
Genre: Kinderbuch, Klassiker
Erscheinungsdatum: 1987
Anzahl der Seiten: 396
Cover und Inhaltsangabe © Oetinger




"Wer kennt sie nicht: Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, die wohl bekannteste Figur von Astrid Lindgren. Sie macht, was sie will, ist stärker, als die Polizei erlaubt, und hat vor nichts und niemandem Angst. Seit sie im Nachbarhaus wohnt, gibt es für Tommy und Annika keine Langeweile mehr."




Wieder mal habe ich aus unseren Bücherschrank im Ort einen echten Schatz geborgen, der mich direkt an meine Kindheit erinnert hat! Ja, ich bin mit Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönebegerga groß geworfen - habe aber tatsächlich nie die Bücher gelesen.

Natürlich sind die Geschichten rund um Pippi Langstrumpf in erster Linie für Kinder, aber auch als Erwachsener habe ich beim Lesen oft lachen können und nach wir vor ist Pippi mein großes Vorbild! Der Schreibstil von Astrid Lindgren ist zwar sehr kindlich, aber dennoch ungemein bildhaft und voller Humor, aber auch voller Anspielungen, die man wohl nur als Erwachsener versteht!




- Pippi -

Ich liebe Pippi Langstrumpf schon seit meiner Kindheit, Sie war der erste Rebell, eine Art Punk und hat damit gezeigt, dass es in Ordnung ist, nicht den vorgeschriebenen Konventionen zu entsprechen. Sie lebt ihr Leben so wie es ihr gefällt und auch, wenn in einigen Geschichten ihre sehr zerbrechliche Art zum Vorschein kommt, ist sie doch ein starkes Mädchen, das auf die Meinung anderer pfeift und sich nur an die Devise hält: Mach das, was dich glücklich macht!

Pippi war daher schon immer mein Vorbild. Sie hält sich nicht an die Regeln, sondern stellt eigene auf. Sie sagt immer genau das, was sie denkt,eckt damit aber auch immer wieder an, weil die Menschen Ehrlichkeit nicht vertragen. Ich denke, gerade unserer sehr festgefahrenen Gesellschaft würde es echt gut tun, sich mal eine Scheibe von Pippi abzuschneiden ...




Die Geschichten rund um Pippi Langstrumpf, die damit beginnen, dass unsere kleine Heldin in die Villa Kunterbunt einzieht, haben mich wirklich zurück in meine Jugend katapultiert. Ich habe beim Lesen festgestellt, dass sich die Verfilmungen teilweise wirklich sehr genau an die Romanvorlage halten, was natürlich dazu geführt hat, dass ich immer die Schauspielerin als Pippi in meinem Kopf gesehen habe.

Sehr abwechslungsreich gibt es in diesem Buch kleine und große Abenteuer mit Pippi. Wir lernen mit ihr gemeinsam Tommy und Annika kennen, zwei Kinder, die in diesem ganzen Regelwahnsinn gefangen sind und im Kontrast zu der rebellischen Pippi stehen. Zusammen mit dem Dreiergespann gehen wir in den Zirkus, besuchen einen Jahrmarkt, gehen einkaufen und nehmen schlussendlich auch Abschied, als Pippi ins Taka-Tuka-Land aufbricht.

In diesem Buch sind alle Geschichten rund um Pippi Langstrumpf enthalten. Sie alle sind sehr kurz, wahrscheinlich die perfekte Lektüre zum Vorlesen. Ich war auf jeden Fall beim Lesen selbst tief in den Abenteuern von Pippi gefangen und habe mich pudelwohl an ihrer Seite gefühlt. Pippi ist und bleibt ein sehr großes Vorbild für mich!




Die Geschichten rund um Pippi waren für mich eine Reise in die Vergangenheit, eine Reise zurück zu einem sehr großen Vorbild - einer Rebellin, die einfach ihr Leben geht und glücklich ist! Ich liebe Pippi und ihre kleinen und großen Abenteuer und werde dieses Buch sicher noch einmal lesen!

Donnerstag, 12. April 2018

[Rezension] Bertrams Hotel - Agatha Christie

Titel: Bertrams Hotel
Autor:  Agatha Christie
Genre: Krimi
Erscheinungsdatum: Erstmals 1965, diese Version 2005
Anzahl der Seiten: 224
Cover und Inhaltsangabe © Fischer



"Selten genug kommt es vor, dass sich Miss Marple einmal etwas gönnt, daher genießt sie den Aufenthalt in Bertrams Hotel in vollen Zügen. Das altmodische Hotel im Herzen Londons wirkt wie ein Relikt aus dem viktorianischen Zeitalter und selbstverständlich ist der Service tadellos und die Klientel rekrutiert sich aus den erlesensten Kreisen. Dennoch muss sich Miss Marple wundern: Warum hat sich die glamouröse Bess Sedgwick ausgerechnet hier eingemietet? Und welcher Art ist ihre Bekanntschaft mit dem Portier? Was sucht ein berüchtigter Rennfahrer im Bertrams – und wohin ist Hochwürden Pennyfather so plötzlich verschwunden? Irgendetwas in diesem Hotel ist längst nicht mehr so, wie es einmal war. Wenn Miss Marple nur darauf kommen könnte, was sich verändert hat..."




Wieder einmal war es Zeit für einen Krimiklassiker von Agatha Christie und da ich erst vor kurzem meine Leidenschaft für Hercules Poirot entdeckt habe, wollte ich auch einmal meine alte Liebe zu der etwas eingestaubten Miss Marple wieder aufleben lassen. Leider ist allerdings dieses Werk dafür nicht unbedingt das passende.

Warum? Miss Marple spielt hier nur eine Nebenrolle. Sie ist Beobachterin, aber nicht unbedingt die Detektivin, die man aus anderen Krimis von Agatha Christie kennt. Die Ermittlungsarbeit übernimmt hier größtenteils die Polizei - was bei mir ein wenig für Langeweile gesorgt hat.

Auch der Schreibstil von Agatha Christie war hier, in einem ihrer späteren Werke, nicht mehr so mitreißend und spannend und der Fall selbst ist doch recht harmlos gehalten!




Früher, als Jugendliche, mochte ich immer die altjüngferliche Miss Marple mehr als den doch überaus von sich überzeugten Hercules Poirot, doch mittlerweile hat sich dies tatsächlich gewandelt. In "Bertrams Hotel" spielt Jane Marple nur eine untergeordnete Rolle. Sie ist in die Jahre gekommen und möchte im Hotelurlaub, den sie von ihrer Nichte geschenkt bekommen hat, eigentlich nur entspannen.

Ihrer Neugierde ist es dann aber zu verschulden, dass sie ihre Nase doch in Angelegenheiten steckt, die sie nichts angehen. So belauscht sie Gespräche und setzt am Ende doch noch das letzte Puzzleteil in die Gesamtlösung, allerdings muss ich hier sagen, dass die Ermittlungsarbeit selbst doch von einem Polizisten von Scotland Yard übernommen wird.

Und dies war auch mein großes Problem mit diesem Krimi. Es ging lange Zeit nur um den Chefinspektor Father, der hier alles nach und nach aufklärt. Interessant war der Fall zwar dennoch, aber der Mord, der erst im letzten Drittel passiert, wird eher zur Nebensache.

Die Charaktere fand ich allerdings gut. Wir haben da den sehr verwirrten und debilen Kanonikus Pennyfather, der hier für einige sehr witzige Momente sorgt und dann eine junge Frau namens Elvira, die sich immer wieder danach erkundigt, was denn nach ihrem Tod mir ihrem Erbe passiert. Die letztendliche Auflösung hat mir zwar gut gefallen, der Weg dahin war mir dann aber doch etwas zu langatmig und daher wenig fesselnd!




"Bertrams Hotel" ist einer der späteren Werke von Agatha Christie und das merkt man der Geschichte leider an. Miss Marple rückt in den Hintergrund und überlässt der Polizei die Aufklärung eines interessanten, aber doch sehr einfachen Falles! Für mich eher Durchschnitt!

Dienstag, 10. April 2018

[Rezension] Götterfunke - Verlasse mich nicht (Band 3) - Marah Woolf

Titel: Götterfunke - Verlasse mich nicht (Band 3)
Autor: Marah Woolf
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Erscheinungsdatum: 19. März 2018
Anzahl der Seiten: 464
Cover und Inhaltsangabe © Dressler

Achtung! Band 3 einer Reihe! Rezension enthält Spoiler!



"Ein Verräter hat sich unter die Götter in Monterey gemischt und bald weiß niemand mehr, wer Freund oder Feind ist. Agrios ist jedes Mittel recht, um in den Besitz des Ehrenstabs zu kommen und seine Macht im Olymp zu besiegeln. Nur gemeinsam können Jess und Cayden dem Kampf der Götter ein Ende machen. Doch Jess ist noch nicht bereit, Cayden zu verzeihen. Aber ist sie deshalb bereit, ihn zu opfern?"




Götterfunke - Die Reihe hat mich besonders aufgrund der Götterthematik, die Marah Woolf hier sehr locker mit einer jugendlichen Liebesgeschichte vermischt, in den Bann gezogen. Deswegen kam ich nun auch nicht drumherum, auch noch den letzten Teil zu lesen.

Wie gewohnt, ist der Schreibstil hier recht locker und leicht, es geht viel um die Problemchen unserer Protagonistin Jess, die hier wirklich eine Menge Action erlebt und gar nicht mehr so recht zu wissen scheint, auf welche Seite sie steht und wem sie vertrauen kann.

Ich kam gut in die Geschichte rein, empfand diesen letzten Teil aber als etwas zu vollgepackt. Es passiert meiner Meinung nach viel zu viel, was bei mir ein wenig für Verwirrung gesorgt hat!




- Jess -

Bei Jess hatte ich das Gefühl, dass sich ihr Charakter in jedem Teil ein wenig gewandelt hat. Sie war für mich schon von Beginn an eine sehr starke Protagonistin mit Ecken und Kanten, hier in diesem Band wirkte sie für mich aber etwas verloren. Auf der einen Seite konnte ich sie verstehen. Nach diesem Verrat und dem Herausfinden der Wahrheit ist sie sehr verletzt - aber so bockig kannte ich sie gar nicht!

Ein wenig habe ich die chaotische, aber wenigstens selbstbewusste Jess aus dem ersten Teil vermisst. Ihre Entwicklungen empfand ich daher leider nicht als positiv!

- Cayden -

Cayden steht hier erst einmal gefühlt sehr stark im Hintergrund. Er ist jetzt ein Mensch und Jess will nichts mehr von ihm wissen, also muss er sein neues Leben irgendwie wieder in den Griff bekommen.

Von Anfang an war er ja eher der "Bad Boy", weswegen ich nie genau wusste, ob ich ihn nun mag oder nicht. Zwar muss ich sagen, dass er mir nach dem Ende dann doch noch in guter Erinnerung bleiben wird, aber mein Lieblingscharakter war er leider nie!




Der Anfang von "Götterfunke - Verlasse mich nicht" hat mir echt gut gefallen, ja, er hat mich emotional sogar berühren können! Die Geschichte setzt direkt nach dem letzten Band an und so erfahren wir erst einmal, wie es mit dem verletzten Cayden, der ja nun ein Mensch ist, weitergeht. Wird er überleben oder nicht? Und was wird aus der Liebe zwischen ihm und Jess?

Für mich lies das Buch nach diesem sehr spannenden Anfang aber etwas nach. Spannend fand ich zwar, dass die Autorin hier noch weitere Götter vorstellt und auch verschiedene Sagen geschickt einbaut, aber irgendwie drehte sich die Geschichte für mich dann doch im Kreis. Viel zu viele neue Charaktere kamen vor, für einen Abschlussband fand ich das eher etwas unpassend.

Ich muss hier gestehen, dass es tatsächlich mal wieder so eine Reihe ist, bei der ich den ersten Teil megastark fand, es bei den Folgebänden aber mal wieder bergab ging. Das ist auch der Grund, warum ich Reihen nicht so gerne mag und meistens auch mit mir hadere, ob ich eine neue überhaupt anfangen soll

Ein paar der Charaktere habe ich auf jeden Fall in mein Herz geschlossen, allen voran Jess, auch wenn sie mir in diesem Teil etwas trotzig vorkam. Auch die Götter mochte ich sehr gerne, auch wenn Cayden bei mir stets zwischen Sympathie und Hass stand. Da ging es Jess wohl teilweise ähnlich!

In "Götterfunke - Verlasse mich nicht" wollte die Autorin auf jeden Fall noch für sehr viel Spannung sorgen, für mich wirkte die Geschichte aber leider etwas fad. Eine wahre Gefahr beziehungsweise Bedrohung war für mich kaum spürbar. Die Götter und auch Jess, die erst einmal muter weiter zur Schule geht, all das wirkte viel zu harmlos. Geht es hier wirklich um die Bedrohung der Menschheit?

Das Finale fand ich dann aber auf jeden Fall gut und die Autorin hat hier auch ein Ende gefunden, das wohl alle Leser zufrieden stellen wird. Abschließend muss ich aber leider sagen, dass ich den Teil für den schwächsten der Reihe halte, die Liebesgeschichte kam einfach nicht mehr richtig in Fahrt und emotional berühren konnte mich die Geschichte dann leider auch nicht mehr ...




"Götterfunke" ist von der Thematik und der Grundidee eine tolle Trilogie, die für mich aber mit jedem Band schwächer wurde. Zwar sind die Göttersagen auch hier wieder interessant in die Handlung eingewebt, aber es ist keine Gefahr zu spüren, obwohl die Autorin Jess hier einiges abfordert. Schade, aber mich konnte leider nur der erste Teil so richtig überzeugen!


Samstag, 7. April 2018

[Rezension] Der Engelsbaum - Lucinda Riley

Titel: Der Engelsbaum
Autor: Lucinda Riley
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 8. Dezember 2014
Anzahl der Seiten: 640
Cover und Inhaltsangabe © Goldmann



"Dreißig Jahre sind vergangen, seit Greta Marchmont das Herrenhaus verließ, in dem sie einst eine Heimat gefunden hatte. Nun kehrt sie zurück nach Marchmont Hall in den verschneiten Bergen von Wales – doch sie hat keinerlei Erinnerung an ihre Vergangenheit, denn seit einem tragischen Unfall leidet sie an Amnesie. Bei einem Spaziergang durch die winterliche Landschaft macht sie aber eine verstörende Entdeckung: Sie stößt auf ein Grab im Wald, und die verwitterte Inschrift auf dem Kreuz verrät ihr, dass hier ein kleiner Junge begraben ist – ihr eigener Sohn! Greta ist zutiefst erschüttert und beginnt sich auf die Suche zu machen nach der Frau, die sie einmal war. Dabei kommt jedoch eine Wahrheit ans Licht, die so schockierend ist, dass Greta den größten Mut ihres Lebens braucht, um ihr ins Gesicht zu blicken ..."




Es war mal wieder Zeit für ein Buch von Lucinda Riley. Mittlerweile habe ich ja schon einige Bücher der Autorin gelesen und bin immer wieder begeistert wie intensiv ihre Geschichten doch sind und wie sehr sie mich in den Bann ziehen.

Dies war auch bei "Der Engelsbaum" der Fall, auch wenn ich gestehen muss, dass ich bezüglich der Familienverhältnisse zu Beginn so meine Schwierigkeiten hatte. Zum ersten Mal muss ich bei einem von Lucinda Rileys Büchern sagen, dass ein Stammbaum wohl angebracht gewesen wäre. Zumal mich die Gegenwart erst einmal etwas ratlos zurückgelassen hat ...

Gewohnt wechselt das Erzählte zwischen Gegenwart (1985) und der Vergangenheit (ab 1946), was der Autorin wieder sehr gut gelungen ist. Die Abschnitte der Vergangenheit sind zwar wieder einmal stärker, was aber vielleicht daran liegt, dass die Gegenwart hier wirklich so kurz wie möglich gehalten ist! Das hat mir sehr gut gefallen!



- Greta -

Mit Greta beginnt und endet diese Geschichte sozusagen. In der Gegenwart lernen wir sie als alte Frau kennen, die seit vielen Jahren eine Amnesie hat und sich an wichtige Dinge aus ihrem Leben nicht mehr erinnern kann und auch ihre Familie nicht wiedererkennt. Das ist bereits sehr tragisch, steigert sich dann allerdings noch, als die ganze Lebensgeschichte von Greta offengelegt wird ...

Greta hat es wirklich nicht einfach gehabt. Zu Beginn muss ich sagen, dass ich Gretas Entscheidungen nicht so recht verstehen konnte, sie wirkte doch sehr naiv und nur auf ihren Vorteil bedacht. Doch das passte dann zu dem ganzen Reifungsprozess, den sie hier durchmacht. Im Leben macht man eben auch Fehler - das wichtigste ist nur, dass man aus diesen lernt!

Greta hatte ich am Ende wirklich in mein Herz geschlossen. Sie tat mir auf der einen Seite schrecklich leid, auf der anderen Seite hielt ich sie aber auch für eine starke Frau, die viel mitmachen und lernen musste!

 - Cheska -

Cheska ist Gretas Tochter und spielt im späteren Verlauf noch eine sehr wichtige Rolle. Ihr Leben hat mich wirklich mit, denn an ihr wird deutlich, was Ruhm aus einem Menschen machen kann.

Sie tat mir beim Lesen schrecklich leid, denn es wird deutlich, dass nie eine echte Kindheit hatte und im Leben nichts als Druck gespürt hat. Druck, an dem sie letztendlich kaputt gegangen ist ...




"Der Engelsbaum" ist wohl die bisher düsterste und tragischste Geschichte, die ich bisher von Lucinda Riley gelesen habe. Schon auf den ersten Seiten wird klar, das Greta viele schlimme Ereignisse aus ihrem Leben verdrängt hat - ja, das ihr Unterbewusstsein sie vor einer wahrlich schockierenden Wahrheit beschützen will.

Die Geschichte der Vergangenheit Gretas und auch die ihrer Tochter bringt uns der Wahrheit stück für Stück näher und ich muss echt sagen, dass ich an einigen Stellen echt schlucken musste. Für mich besaß die ganze Story, die sich am Ende tatsächlich über drei Generationen erstreckt, eine durchgehende Melancholie. Momente der Hoffnung wechselten sich mit Momente der puren Verzweiflung ab.

Lichtblicke besitzt das Buch kaum. Dafür sehr viele emotionale Momente, denn es scheint, als würde das Leben aller Familienmitglieder nicht perfekt laufen. Sie alle haben ihre Probleme, sei es die Liebe, der Druck der Arbeit oder eine gewisse Verantwortung, der sie einfach nicht gewachsen sind. Hier hat die Autorin wieder einmal eine sehr vielschichtige und tiefgründige Geschichte geschaffen, in der beinahe alle Charaktere einen eigenen Hintergrund hatten.

Besonders interessant fand ich unsere drei Frauen, also Greta, Cheska und Ava. Sie alle machen Fehler und müssen lernen, mit diesen zu leben. Spannend fand ich zudem die psychologischen Einblicke in eine Krankheit, die damals noch nicht direkt erforscht hat. Hier sorgt die Autorin für eine Spannung, die tatsächlich einem Thriller ähnelt!

Obwohl das Buch 640 Seiten hat, habe ich es in nicht einmal drei Tagen gelesen - nein, förmlich verschlungen. Es war wieder einmal ein Buch, das mich zum weinen, zum lachen, aber auch zum nachdenken gebracht hat. Auf jeden Fall war es düsterer als die bisherigen Bücher, die ich von Lucinda Riley gelesen habe, aber mir hat diese durchgehende Melancholie gefallen. Zumal es am Ende dann doch einen gewissen Hoffnungsschimmer gibt!




"Der Engelsbaum" ist eine sehr melancholische und düstere Geschichte, die tief in die menschlichen Abgründe führt, aber auch durchwegs für Mitgefühl sorgt. Dieses Buch spendet nicht so viel Hoffnung, wie andere Romane der Autorin, war für mich aber dennoch ein besonderes Leseerlebnis, das mich an einigen Stellen auch zu Tränen rühren konnte!