Samstag, 24. Juni 2017

[Rezension] Mordstrand - Thomas Finn

Titel: Mordstrand
Autor:  Thomas Finn
Genre: Krimi
Erscheinungsdatum: 3. August 2016
Anzahl der Seiten: 384
Cover und Inhaltsangabe © Lyx



"Als Jugendliche in der Zisterne eines einstigen Pellwormer Mädcheninternats die Leiche einer Frau finden, ahnt Gesa Harms, alleinerziehende Mutter und einzige Polizistin der Insel, noch nicht, dass sie es in Wahrheit mit zwei Morden zu tun hat. Denn im Schlamm unter der Leiche wird kurz darauf ein weiteres Opfer entdeckt: Das Skelett eines weiblichen Teenagers, das dort bereits 40 Jahre zuvor entsorgt wurde. Zwei Tote im gleichen Versteck? Für Gesa steht fest, dass die Morde miteinander in Verbindung stehen und die Spur in die Vergangenheit weist."




Thomas Finn habe ich im letzten Jahr für mich entdeckt. "Weißer Schrecken" war ein Buch, das mich wieder so richtig gruseln konnte und die Parallelen zu "Es" von Stephen King fand ich genial, weswegen ich kurz darauf auch noch "Dark Woods" von ihm gelesen habe, das mich zwar von der Story nicht so recht begeistern konnte, aber das trotzdem dafür gesorgt hat, dass ich Thomas Finn in Erinnerung behalten habe.

Nun habe ich mich an einen Krimi von ihm gewagt - vor allem war ich durch die Geschichten von Sherlock Holmes gerade in der Stimmung dafür bin. Thomas Finn beschreibt in "Mordstrand" einen recht typischen Krimi, der vom Aufbau tatsächlich kaum von anderen Werken des Genres abweicht. Den Stil, den ich von ihm in seinen anderen beiden Büchern so sehr mochte, war hier leider kaum noch zu erkennen.

Dies war etwas schade, denn ich mag so "typische" Krimis selten und deswegen fiel es mir auch hier ungemein schwer, in die Geschichte zu finden, was teilweise auch an den recht oberflächlichen Charakteren lag.




- Gesa -

Puhh, mit Ermittler in Büchern tue ich mich immer sehr schwer. das habe ich hier auf meinem Blog ja schon öfters erwähnt. Dass ich mit Gesa, die recht naiv wirkt, nicht so recht warm wurde, war daher kein großes Wunder. Ich muss sagen, dass ich immer noch der Meinung bin, dass Krimis und Thriller auch gut ohne diese klischeehaften Ermittler funktionieren. Als Leser fühle ich mich oftmals überfordert, mit einer neuen Krimi-Reihe anzufangen und dort wieder auf so einen 0815-Ermittler zu treffen. Die eigentliche Geschichte kann noch so gut sein, langweilige Polizeiarbeit, eine unnötige Lovestory und die kleinen persönlichen Problemchen stoßen mich immer wieder ab.

Gesa selbst ist Polizistin auf Pellworm und sie ermittelt in diesem Fall. Interessant ist zwar, dass ihr Sohn ebenfalls in die Geschichte verwickelt ist, da er die Leiche entdeckt, aber dennoch war mir Gesa wenig sympathisch und das Mitfiebern fiel mir schwer. Selbst in den Situation, als Gesa plötzlich in Gefahr war, konnte ich nicht mitfühlen ...




"Mordstrand" war ein Buch, das ich wohl nicht gelesen hätte, wäre es nicht von Thomas Finn gewesen, der mir durch seine beiden Bücher gut im Gedächtnis geblieben ist. Krimis selbst finde ich immer schwierig. Viele sind nach dem typischen Muster verfasst, was mich als Vielleser oft langweilt. Mittlerweile finde ich in diesem Genre kaum noch Bücher, die mich wirklich vom Hocker reißen können.

So war es dann leider auch bei "Mordstrand". Schon zu Beginn hatte ich Startschwierigkeiten, obwohl der Anfang eigentlich noch ganz fesselnd war. Hier dringt eine Gruppe von Jugendlichen nämlich in ein verlassenes Mädcheninternat ein und stößt dort auf eine Leiche. Als dann jedoch die Polizeiarbeit in den Fokus rückte, habe ich immer mehr das Interesse an der Geschichte verloren.

Besonders das erste Drittel fand ich recht zäh. Die Ermittlungen kommen nur schleppend voran und Gesa selbst hat für mich zu wenig Charakter gezeigt. Sie wirkte recht eindimensional, fast schon langweilig, was sich leider auch die Nebencharaktere übertrug, die alle sehr oberflächlich bleiben.

Das Grundgerüst der Geschichte zwischen Damals und Heute ist aber echt interessant. Mit den beiden gefundenen Toten steht eine Gruppe von Freunden im Fokus, Leute, die immer noch auf der Insel leben und die natürlich dann im Fokus der Ermittlungen stehen.

Gesa muss das Rätsel von damals lösen und die Verbindungen zum aktuellen Mord finden. Es gibt einige sehr interessante Wendungen, aber zum Miträtseln bin ich leider nicht gekommen, denn es fiel mir schwer, mir die ganzen involvierten Personen vorzustellen. Die Tatsache, das fast jeder in diesem Buch als Täter infrage kommt, ist dem Autor allerdings gut gelungen!

Die Inselatmosphäre hat Thomas Finn hier aber gut eingefangen. Das war für mich auch ein großer Pluspunkt in diesem Buch. Wie bereits erwähnt, mag ich den Stil des Autoren, ich finde aber, bei diesem Buch hat er nicht sein gesamtes Können unter Beweis gestellt.

Das Ende und die letztendliche Auflösung haben wir gefallen, es gab noch eine letzte Überraschung, aber auch ein typischer Showdown. Ich mochte die Wendungen in dem Krimi sehr gerne, aber für meinen Geschmack war die Polizeiarbeit und die kleine Liebesgeschichte (oder sollte ich sagen: Liebesgeschichten?) zu langweilig. Es hat vom eigentlichen Fall und dem Miteinander der Personen zu stark abgelenkt und bei mir leider dafür gesorgt, dass ich die Polizistin Gesa sehr unsympathisch fand.




"Mordstrand" ist ein Krimi, den man wohl gut im Urlaub am Strand lesen kann, der mir aber zu

klischeehaft daherkam. Da ich kein Freund von zäher Polizeiarbeit bin, habe ich über eine Woche an dem Buch gelesen, da ich mich selten motivieren konnte, am Ball zu bleiben. Die Reihe rund um die Polizistin Gesa werde ich wohl nicht weiterverfolgen, muss aber fairerweise sagen, dass der eigentliche Fall in "Mordstrand" so einige Überraschungen bereit hält und auch durch eine gute Auflösung punkten kann.



Donnerstag, 22. Juni 2017

[Rezension] Sherlock Holmes, Das Tal der Furcht - Sir Arthur Conan Doyle

Titel: Sherlock Holmes, Das Tal der Furcht
Autor:  Sir Arthur Conan Doyle
Genre: Krimi, Klassiker
Erscheinungsdatum: erstmals 1914
Anzahl der Seiten: 190
Cover und Inhaltsangabe © Delphin Verlag




"Eine verschlüsselte Botschaft erreicht Sherlock Holmes. Für ihn und Dr. Watson ist klar: Sie steht in Zusammenhang mit Professor Moriarty, dem „Zentralgehirn der Unterwelt“, und sie bedeutet Gefahr. Doch ehe die beiden handeln können, geschieht ein grausamer Mord."




Ich bin weiterhin gerade im Sherlock Holmes-Fieber, da die Kurzromane im Moment die einzigen Geschichten sind, die mich vollkommen in sich aufziehen. Das hätte ich niemals gedacht, zumal ich, wie ich in den anderen Rezensionen bereits erwähnt hatte, als Jugendliche den Schreibstil viel zu distanziert fand.

"Das Tal der Furcht", auch erschienen unter dem Titel "Das Tal der Angst" ist genau wie "Studie in Scharlachrot" in zwei Teile untergliedert. Zum einen werden wir mit einem Code, Professor Moriarty und einem schrecklichen Mord konfrontiert und zum anderen erfahren wir eine recht lange und tiefgründige Vorgeschichte zu diesem Verbrechen mit einigen überraschenden Wendungen.

Besonders diesen zweiten Teil fand ich ungemein spannend, so spannend, dass ich beim Lesen echt Herzrasen hatte und meinen Puls kaum kontrollieren könnte. Sir Arthur Conan Doyle schafft es auch hier wieder einmal, interessante Fakten mit einer atemberaubenden Geschichte zu verbinden und Mitgefühl zu erzeugen.




Nachdem ich "Im Zeichen der Vier" vom Fall her recht kompliziert fand und dort auch enorm viel mitdenken musste, ging es in "Das Tal der Furcht" viel geradliniger zu. Sherlock Holmes bekommt eine Nachricht von einem Informanten, der im Kontakt zu Professor Moriarty steht, doch er Schlüssel für den enthaltenen Code wird nicht übersendet. Sherlock Holmes wäre aber nicht Sherlock Holmes wenn er die verschlüsselte Botschaft nicht auch so enträtseln könnte.

Sherlock Holmes und Watson werden auch sogleich zu einem Fall gerufen, der in direkter Verbindung zu der Nachricht steht. Doch den "Mord" können sie natürlich nicht mehr verhindern, stattdessen geht es nun auf Tätersuche.

Schon der Fall ist sehr verzwickt und doch scheinen die "Täter" schnell festzustehen. Die Wendungen in dieser Geschichte fand ich allerdings sehr krass und unerwartet. Hier hat Sir Arthur Conan wieder einmal sein Geschick bewiesen, den Leser komplett in die falsche Richtung zu lenken.

Nachdem der Fall "gelöst" ist, gibt es die Vorgeschichte, die sich in Amerika, genauer gesagt in Pennsylvania, gut 20 Jahre zuvor zugetragen. Hier gibt es Einblicke in eine geheime Bruderschaft bei den Freimaurern und eine Geschichte, die es wirklich in sich hat. Der Leser wird direkt ins Tal der Angst geführt und muss dort die schrecklichen Taten dieser "Brüder" miterleben.

Wie der erste und der zweite Teil zusammenpasst, bleibt lange unklar, denn der Autor lässt es sich nicht nehmen, hier noch einmal mit einer Wendung aufzuwarten, die ich so niemals erwartet hätte. Hier ist Menschenverstand gefragt, um einer gewissen Täuschung nicht zu unterlegen!




Die erste Wendung in der Lösung des Falls fand ich bereits genial, doch mit der zweiten großen
Wendungen am Ende bezüglich der Vorgeschichte unseres "Täters" hat mich der Autor direkt umgehauen! Für mich bis jetzt der beste Fall, der sogar "Die Studie in Scharlachrot" noch übertreffen konnte!

Montag, 19. Juni 2017

[Rezension] Sherlock Holmes, Im Zeichen der Vier - Sir Arthur Conan Doyle

Titel: Sherlock Holmes, Im Zeichen der Vier
Autor:  Sir Arthur Conan Doyle
Genre: Krimi, Klassiker
Erscheinungsdatum: erstmals 1890
Anzahl der Seiten: 142
Cover und Inhaltsangabe © Delphin Verlag



"Endlich ein neuer Fall für Sherlock Holmes! Sieben Jahre sind seit seinem Zusammentreffen mit Dr. Watson und ihrem ersten gemeinsamen Fall vergangen. In dieser Zeit schienen die Verbrechen zu pausieren. Doch nun erreicht Holmes das verzweifelte Hilfegesuch einer jungen Frau, und Watson knüpft amouröse Bande…"




Weiter ging es bei mir mit "Im Zeichen der Vier", da ich gerade vollständig im Sherlock Holmes-Fieber bin. Watson berichtet in diesem Fall nicht nur die Drogensucht seines Freundes Holmes, sondern auch seine eigene Liebesgeschichte, die ich wirklich toll fand.

Gewohnt distanziert beschreibt Watson hier zudem einen sehr verzwickten Fall, der seinen Anfang in Indien nahm. Wieder einmal bin ich begeistert von der Recherche-Arbeit, die Sir Arthur Conan Doyle hier geleistet hat, denn es gibt sehr viele interessante Fakten bezüglich der Kriegszeit und der Kultur in England. Zudem wir die eine oder andere Ungerechtigkeit angesprochen.




"Im Zeichen der Vier" ist eine sehr verstrickte Geschichte, die ihren Anfang vor zehn Jahren nahm, als Mary Morstans Vater verschwand. Er wollte nach einem Militär-Einsatz seine Tochter in einem Hotel treffen, doch von dort scheint er einfach verschwunden zu sein.

Vor sechs Jahren bekam Mary plötzlich ein Paket mit einer wertvollen Perle und so beginnen die Rätsel, denn jährlich wiederholt sich dieses "ungewollte" und anonyme Geschenk. Als Mary auch noch einen Brief bekommt, in dem von einem großen Unrecht, das ihr widerfahren sein soll, die Rede ist, bittet sie Sherlock Holmes und Watson um Hilfe, denn sie solch sich am Abend mit dem rätselhaften Absender treffen. Dort offenbart sich eine schreckliche Geschichte, die längst noch nicht vorbei ist.

"Im Zeichen der Vier" erfordert sehr viel Mitdenken, denn der Fall ist sehr verzwickt und viele Personen scheinen darin verwickelt zu sein. Dennoch muss ich sagen, dass ich wieder einmal überrascht war, wie leicht es Sir Arthur Conan Doyle fällt, alle Stricke zusammenzufügen. Die Geschichte hier hat es nämlich wirklich in sich und wird toll aufgelöst. Eine Brise Action in Form einer spannenden Verfolgungsjagd auf der Themse fehlt hier auch nicht!

Zudem geht es hier auch im Liebe, denn einer unserer beiden Protagonisten scheint sich in die Auftraggeberin verguckt zu haben. Ob dies auf Gegenseitigkeit beruht müsst ihr aber selbst herausfinden!




Mit diesem Buch habe ich nun den dritten Fall zusammen mit Sherlock Holmes und Dr. Watson
gelöst und ich bin nach wie vor begeistert. Während ich früher den Stil zu nüchtern und distanziert fand, habe ich ihn heute lieben gelernt und werde mich nun direkt in das nächste Abenteuer im "Tal der Furcht" stürzen! 

Freitag, 16. Juni 2017

[Rezension] Sherlock Holmes, Die Studie in Scharlachrot - Sir Arthur Conan Doyle

Titel: Sherlock Holmes, Die Studie in Scharlachrot
Autor:  Sir Arthur Conan Doyle
Genre: Krimi, Klassiker
Erscheinungsdatum: erstmals 1886
Anzahl der Seiten: 140
Cover und Inhaltsangabe © Delphin Verlag




"Auf der Suche nach einer Unterkunft in London trifft Dr. Watson den „Beratenden Detektiv“ Sherlock Holmes, und sie beziehen gemeinsam eine Wohnung. Holmes` exzentrische Art und seine geheimnisvolle Tätigkeit wecken Watsons Neugier. Kein Wunder also, daß er seinen neuen Freund bei dessen nächsten Auftrag begleitet: In einem verlassenen Haus wurde die unversehrte Leiche eines Amerikaners gefunden. An der Wand des Zimmers steht, mit Blut geschrieben, das deutsche Wort „Rache“. Trotz vieler Ungereimtheiten kommt Sherlock Holmes dem Mörder schon bald auf die Spur…"




Nachdem ich im letzten Monat durch "Der Hund von Baskerville" wieder auf den Geschmack von Sherlock-Holmes Geschichten gekommen bin, durfte nun endlich der erste Teil und damit das Aufeinandertreffen von Sherlock Holmes und Dr. Watson bei mir einziehen,

Im gewohnten Stil berichtet Watson hier mit seiner Beobachtungsgabe wie es zum ersten gemeinsamen Fall gekommen ist und dieser hat es tatsächlich in sich! Doch "Die Studie in Scharlachrot" beinhaltet zudem noch die Vorgeschichte unseres Täters - und diese ist auf der einen Seite sehr schockierend und auf der anderen Seite todtraurig!




"Die Studie in Scharlachrot" beginnt mit dem Kennenlernen von Sherlock Holmes und Watson. Dr. Watson, der gerade frisch aus Afghanistan zurück nach London gekommen ist, sucht nach einer geeignetem Bleibe. Dabei trifft er auf Sherlock Holmes, einem jungen, strebsamen "Studenten", der aber natürlich in Wahrheit überhaupt kein Student ist, sondern bereits einige Fälle lösen konnte.

Bald werden Watson und Holmes zu ihrem ersten gemeinsamen Fall gerufen. Die Leiche eines Mannes wurde in einem verlassenen Haus gefunden, an der Wand steht das deutsche Wort "Rache". Was hat es damit auf sich?

Während die Polizisten von Scotland Yard erst einmal einer falschen Spur folgen, beginnt Sherlock Holmes nachzuforschen und schnell scheint der Täter festzustehen. Doch die Geschichte, die hinter diesem und einem zweiten Mord steckt, schockiert sowohl Watson als auch Holmes.

Interessant und witzig fand ich die Vorgeschichte von Holmes und Watson, die völlig spontan zu Mitbewohnern werden. Holmes mit seinem Drang zum Experimentieren fand ich hier sehr unterhaltsam, auch wenn es in dieser Geschichte einen Moment gab, bei dem ich wirklich schlucken musste als Hundebesitzer!

Der Fall, in dem die beiden dann plötzlich stecken, ist von Anfang an sehr geheimnisvoll. Das Buch, beziehungsweise die Geschichte, die sich in meiner Ausgabe auf 140 Seiten erstreckt, besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Tätersuche, während der zweite Teil viele Jahre in die Vergangenheit zu einer Gruppe von Mormonen reist. Die Geschichte, die sich hier zugetragen hat, hat mich auf der einen Seite schockiert und auf der anderen todtraurig gemacht!

"Die Studie in Scharlachrot" zeigt auf, dass Rache oft ein einsamer Weg ist und dass am Ende oft nur der Tod wartet. Verstehen konnte ich den Täter auf jeden Fall. Noch heute gibt es viel zu viel Ungerechtigkeiten gerade was Gesetze und Entscheidungen vor Gericht betrifft, aber auch was die Menschlichkeit betrifft. Mit dieser Geschichte hat Sir Arthur Conan Doyle seine Leserschaft zum ersten Mal begeistern können und auch mich hat er mit diesem kurzen Roman/Krimi vollkommen eingenommen!




"Die Studie in Scharlachrot" von Sir Arthur Conan Doyle beschreibt nicht nur das erste Treffen von
Sherlock Holmes und Dr. Watson, sondern auch einen traurigen und schockierenden Fall rund um einen Täter und der verzweifelten Suche nach Gerechtigkeit!


Donnerstag, 15. Juni 2017

[Rezension] Deathline - Ewig dein (Band 1) - Janet Clark

Titel: Ewig dein, Deathline Band 1
Autor:  Janet Clark
Genre: Fantasy, Mystery, Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 20. März 2017
Anzahl der Seiten: 400
Cover und Inhaltsangabe © cbj



"Als sie sich im Jahr nach ihrem 16. Geburtstag in die langen Ferien stürzt, ahnt Josie noch nicht, dass eben jener Sommer vor ihr liegt, der ihr Schicksal bestimmen wird. Niemand würde schließlich vermuten, dass die idyllische Pferderanch ihrer Familie einmal Schauplatz mysteriöser Ereignisse werden könnte. Doch Josie muss erkennen, dass dieser Schein trügt, als sie den faszinierenden Ray kennenlernt. Denn ihre große Liebe trägt ein Geheimnis mit sich herum, das Josies Welt in große Gefahr bringen könnte."




"Deathline - Ewig dein" war ein Buch, das ich jetzt schon eine Weile vor mir hergeschoben habe. Janet Clark stand für mich eher für Thriller beziehungsweise Jugendthriller und so war ich anfangs unsicher, was ich von dieser Fantasy-Richtung, die sie mit "Deathline - Ewig dein" anschlägt, denn überhaupt halten soll.

Von Janet Clark selbst habe ich bereits "Rachekind" gelesen, allerdings ist dies so lange her, dass ich mich kaum noch an die Geschichte erinnern kann. "Deathline - Ewig dein" beginnt wie eine typische Liebesgeschichte mit Fantasyelementen und ich habe mich sehr schnell an Josie und ihre Art gewöhnt und mich zusammen mit ihr in dieses Abenteuer gestürzt.

In dem Buch trifft eine süße, wenn auch zarte Liebesgeschichte auf Mystery- beziehungsweise Fantasy-Elemente. Die Mischung ist der Autorin auf jeden Fall gut gelungen.




- Josie -

Josie ist eigentlich ein stinknormales Mädchen, das sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich ihre große Liebe zu finden. Dabei möchte sie etwas Einzigartiges erleben, etwas Besonderes eben - und genau dies geschieht, als sie auf einem Stadtfest einen jungen Mann trifft.

Josie selbst habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Sie ist eine Träumerin, aber dennoch eine selbstbewusste Person, die auch gerne Nachforschungen anstellt, wenn ihr etwas seltsam erscheint.

- Ray -

Ray ist ein junger Yowama, er gehört einen Stamm an, der in der Gegend eher verachtet wird. Hier kommen natürlich wieder die altbekannten Vorurteile zu tragen und er wird besonders von Josies Vater nicht so recht akzeptiert.

Ray selbst hat ein "dunkles" Geheimnis, das mich tatsächlich überraschen konnte. Es geht einmal nicht um Vampire, Aliens oder Werwölfe, was ich wirklich positiv fand!




"Deathline - Ewig dein" ist der erste Band einer zweiteiligen Reihe rund um ein mysteriöses Geheimnis, über Fantasy und über Liebe. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite in den Bann gezogen, denn sie kommt völlig anders daher als die typischen Jugendbücher.

Das Buch beinhaltet im Grunde zwei Geschichten: einmal die Liebe von Ray und Josie und zum anderen die rätselhaften Geschehnisse auf der Pferderanch. Beides hält sich die Waage, was für ich ein kleiner Kritikpunkt ist, denn ich hätte wirklich gerne mehr von Josies aufkeimender Liebe gelesen und weniger über die Pferderanch. (Obwohl ich Pferde wirklich liebe!)

Vom Aufbau und dem Spannungsbogen hat mich das Buch aber überzeugt. Es lässt sich super einfach lesen, ist sehr jugendlich, frech und frisch und gibt einige Rätsel auf. Ich hate großen Spaß, mit Josie gemeinsam das Geheimnis rund um Ray, die Yowama und den Vorkommnissen auf der Pferderanch zu lösen. Von der Auflösung her konnte mich einiges überraschen, anderes eher weniger, aber so ist das nun einmal bei Büchern, bei denen es so einige verdächtige Personen gibt!

Das Ende empfand ich als passend. Obwohl es eine Art Happy End ist, habe ich Lust auf den zweiten Teil bekommen und hoffe, dass hier alles Nebensächliche beiseite geschoben wird und wirklich die große Liebe zwischen Ray und Josie im Mittelpunkt steht!




Eine süße Geschichte mit einer zarten Liebesgeschichte und interessanten Fantasyelementen. Ich bin
auf den zweiten Teil gespannt!

Weitere Meinungen zum Buch:

Navika von Szebrabooks (5 von 5)
Steffi von Steffis Bookworld (5 von 5)
Jessica von Zeilenspringerin (4,5 von 5)
Jana von Lunas Leseecke (4 von 5)




Dienstag, 13. Juni 2017

[Rezension] Murder Park - Jonas Winner

Titel: Murder Park
Autor:  Jonas Winner
Genre: Thriller, Psychothriller
Erscheinungsdatum: 13. Juni 2017
Anzahl der Seiten: 416
Cover und Inhaltsangabe © Heyne

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!






"Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark – bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park – eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Und dann beginnen die Morde."



Die Anfrage zu "Murder Park" habe ich bereits vor über einen Monat bekommen. Das Buch klang dabei äußerst vielversprechend und ich war gleich hin und weh, denn ich habe hier einen atemlosen Thriller auf einer Insel mit einem gruseligen Freizeitpark erwartet.

Erst kurz vorm Lesen habe ich mitbekommen, dass Jonas Winner der Autor von "Die Zelle" ist, ein Buch, das mich leider weniger begeistern konnte, das aber eine große Leserschaft gefunden hat. Ganz unvoreingenommen habe ich mich dann aber ans Lesen von "Murder Park" gemacht und leider muss ich sagen, dass der Schreibstil von Jonas Winner auch hier absolut nicht meins war.

Spannung konnte der Autor zwar aufbauen, aber viel zu lange bewegt sich die Geschichte im Kreis und es ist unklar, was denn nun das zentrale Thema der Handlung ist. Ist es nun der "Murder Park", der ehemalige Park namens "Zodiac Island", der Serienmörder Jeff Bohner, Pauls Vergangenheit, das Mörderspiel oder doch die Singlebörse?

Was mir hier auch wieder am Schreibstil aufgefallen ist: Der Autor neigt zu endlosen Beschreibungen von Handlungen, was dazu geführt hat, dass ich oft den Faden verloren habe und ganze Abschnitte noch einmal lesen musste, um mir wirklich alles vorstellen zu können. Leider hat mich dies immer wieder aus der Geschichte katapultiert ...

Stilistisch ist Jonas Winners Schreibstil gut, aber eben sehr eigen. Wer "Die Zelle" mochte, wird vermutlich auch an "Murder Park" gefallen finden. Mir hat aber eine gewisse Atmosphäre vom Park selbst gefehlt. Während die Geschichte selbst zwar an einigen Stellen wegen der vielen Hintergrundinformationen doch eine gewisse Atmosphäre besitzt, hatte ich als Leser weniger das Gefühl, im "Murder Park" angekommen zu sein.




- Paul -

Insgesamt zwölf Personen werden auf die Insel gebracht, darunter der Besitzer des Parks, Presseleute und Angestellte. Durch Video-Interviews mit den einzelnen Personen wird eine gewisse Spannung aufgebaut, denn schnell wird klar, dass alle Leute dort eine Verbindung zum früheren Park oder zum Serienmörder Jeff Bohner haben.

Einer dieser Leute ist Paul, den wir gleich zu Beginn kennenlernen und der zu unserem Protagonisten wird. Wir erfahren seine eigene Verbindung zu Jeff Bohner und dem ehemaligen Zodiac Park und bekommen mit, dass er selbst wohl auch noch einige Dinge nicht so recht verarbeiten konnte.

Paul als Protagonisten empfand ich schwierig. Versteht mich nicht falsch, ich liebe "kaputte" Charaktere, Menschen, die einfach anders sind, aber Paul selbst war mir in seiner Gedankenwelt zu wirr. Ich konnte ihn schlecht einschätzen, was vermutlich vom Autoren beabsichtigt war, aber leider konnte mich seine ganze Hintergrundgeschichte deswegen auch nicht mitreißen ...

- Nebencharaktere -

Die Tatsache, dass insgesamt 12 Leute auf der Insel sind, gibt wenig Spielraum, jeden einzelnen näher kennenzulernen. Das möchte ich auch gar nicht kritisieren, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass neben Paul noch weitere Personen eine zentralere Rolle gespielt hätten. Für einen psychologischen Thriller waren mir die Nebencharaktere einfach zu lieblos charakterisiert.




Die Idee rund um den "Murder Park" fand ich von Anfang an total spannend und faszinierend. So ein ehemaliger Park auf einer Insel mit solch einer interessanten und mörderischen Vorgeschichte besitzt von sich aus schon einen gewissen Reiz. Der Beginn der Geschichte fand ich auch noch sehr unterhaltsam. Es gibt immer wieder Interviews, die im Vorfeld mit den einzelnen Charakteren aufgenommen worden sind und das gibt gute Einblicke in den ehemaligen Park und auch in die Morde, die damals passiert sind.

Den Mythos um Jeff Bohner, den Serienmörder, der drei Frauen umgebracht haben soll, fand ich sehr spannend, auch wenn ich mir hier mehr Details gewünscht hätte. In Bezug auf Pauls eigene Erlebnisse wurden mir die Dinge aber zu oft durchgekaut und es gab einige Widersprüche, die ich anfangs mit seiner Verwirrtheit in Verbindung gebracht hat. Ich habe das Buch mit zwei anderen Bloggerkollegen rege diskutiert und uns sind insgesamt einige Schwammigkeiten in der gesamten Handlung aufgefallen. Da wir aber alle ein Vorab-Leseexemplar hatte, können wir uns nur darauf beziehen!

Der Schreibstil war, wie bereits angedeutet, absolut nicht mein Geschmack, was aber eben nur meine persönliche Meinung wiederspiegelt. Ich mag es nicht, wenn Beschreibungen endlos in die Länge gezogen werden, wenn die Geschichte seitenweise auf der Stelle tritt und wenn Dinge hunderte Male durchgekaut werden.

Das Buch mit seinem Grundgerüst bestehend aus dem Mörderspiel, dem neuen Park und der Vorgeschichte mit den Morden fand ich solide. Die Mischung hat mir allerdings nicht gefallen, mir war es irgendwann zu wenig "Mörderspiel" und zu viel "Psycho", weswegen die Spannung auf der Strecke blieb. Irgendwann wurden die Morde selbst auch nur noch zur Nebensache und es ging nur noch um Pauls innere Konflikte.

Das Ende selbst habe ich so bereits schnell erwartet. Es hat mich in gewisser Weise an einen anderen Autoren erinnert, den ich hier aufgrund von Spoilern aber nicht nennen werde. Einige Teile von "Murder Park" konnten mich gut unterhalten, doch Angst, Beklemmung oder gar Thrill habe ich beim Lesen leider nicht gespürt. Aufgrund des Schreibstils war es leider bei mir auch so, dass ich einige Abschnitte noch einmal lesen musste, um mein Kopfkino überhaupt in Ganz zu bekommen.




"Murder Park" wird gewiss viele Fans finden. Wer "Die Zelle" mochte, wird vermutlich auch dieses Buch hier mögen, das mehr ein Psychothriller als ein Thriller ist. Mich konnte die Story leider nicht
gefangen nehmen, vielleicht habe ich von einem gruseligen Freizeitpark mit einer düsteren Vorgeschichte auch einfach zu viel erwartet ...

Da ich hier bei der Rezension fair bleiben möchte, bewerte ich dieses Buch als durchschnittliche Thrillerkost. Ich kann zudem nicht beurteilen, inwiefern sich das Vorab-Leseexemplar von dem nun erschienenen Buch unterscheidet und ob die Ungereimtheiten vielleicht verbessert wurden!

Weitere Meinungen zum Buch:

Patricia von Fiktive Welten (5 von 5)
Andrea von Leseblick (4 von 5)
Nicole von Zeit für neue Genres (3 von 5)





Freitag, 9. Juni 2017

[Rezension] Wenn ich dich hole - Anja Goerz

Titel: Wenn ich dich hole
Autor:  Anja Goerz
Genre: Thriller, Krimi
Erscheinungsdatum: 7. April 2017
Anzahl der Seiten: 256
Cover und Inhaltsangabe © dtv



"Wegen eines Unwetters sitzt Bendix Steensen in Heathrow fest. In immer kürzeren Abständen erhält er Anrufe seines neunjährigen Sohnes Lewe, die allmählich panisch klingen: Seit Stunden sind Mama und Oma nun schon fort, am Handy meldet sich niemand, er hat Angst, in dem abgelegenen Haus in Niebüll nicht mehr allein zu sein. Bendix alarmiert die örtliche Polizei. Doch obwohl diese nichts Verdächtiges feststellt, versucht er alles, um auf schnellstem Weg nach Nordfriesland zu kommen. Eine schier endlose Reise, zusätzlich erschwert durch Schnee und Sturm. Derweil haben seine Frau und Mutter einen ganz anderen Kampf zu kämpfen. Und Lewe ist tatsächlich nicht mehr allein …"




"Wenn ich dich hole" ist mit seinen 256 Seiten ein eher kurzes Lesevergnügen und war für mich eher ein Buch, das ich zwischengeschoben habe. Anja Goerz schreibt hier eine recht typische Krimi/Thriller-Geschichte mit einem Verlauf, der jeder Leser wohl erwartet. Aber dies ist bei diesem Buch nicht schlimm, denn es ist dennoch durchwegs spannend und eine perfekte Lektüre, um einfach abzuschalten.

Anja Goerz Schreibstil ist sehr einfach und ohne große Schnörkel. Geradlinig verfolgt sie ihre Geschichte ohne große Umschweife und hat mich so fesseln können. Die Charaktere selbst bleiben so natürlich aber etwas auf der Strecke und sind, aufgrund der Kürze des Romans/Thrillers/Krimis nur oberflächlich beschrieben. Auf eine Charakterbeschreibung werde ich hier deshalb verzichten!




"Wenn ich dich hole" ist ein recht kurzer Thriller, den ich innerhalb weniger Tage gelesen habe. Durch die einfach Sprache und dem typischen Spannungsaufbau war das Buch perfekt zum Abschalten, denn es verlangt kaum Konzentration und bietet auch kaum Platz zum eigenen Nachdenken. Bei längeren Büchern hätte ich diese Tatsache wohl kritisiert, aber bei diesem Buch ist es absolut passend!

Die Geschichte besitzt den typischen Thrilleraufbau. Der Plot rund um das Kind, das plötzlich allein zuhause ist, ist von Anfang an spannend, denn als Leser bekommen wir durch die wechselnden Perspektiven einen guten Einblick in alle agierenden Personen. Zum einen haben wir da Bendix, den Vater, der am Flughafen festsitzt und Anrufe von seinem Sohn bekommt. Lewe ist allein zuhause, seine Mutter und seine Oma sind zum Einkaufen in den Ort gefahren und sind schon seit Stunden unterwegs. Natürlich erfährt der Leser auch, was mit Lewes Mutter und der Oma passiert und was später im Haus vor sich geht.

Wie gesagt, das Buch besitzt einen tollen Spannungsaufbau, doch durch die Kürze ist natürlich nicht viel Platz für Miträtseln. Fakt ist, dass die Geschichte sehr einfach gehalten ist und jeder Leser wird recht schnell durchschauen, wer hinter alledem steckt. Dazu braucht es keine große Anstrengung. Um diese Auflösung, die natürlich sehr schwach ist, geht es in dem Buch aber nicht. "Wenn ich dich hole" bietet einfach ein paar spannende und unkomplizierte Lesestunden mit einer Geschichte, die so wohl auch als netter Thriller im Fernsehen funktionieren würde!




"Wenn ich dich hole" ist ein seichter Thriller für Zwischendurch mit einem guten Spannungsaufbau, bei dem es gar nicht zu sehr um die Auflösung geht, sondern einzig und allein um den Unterhaltungswert! Ich habe das Buch gerne gelesen und empfehle es daher auch weiter. Thrillerfans sollten aber keine überaus intelligente und unvorhersehbare Auflösung erwarten!