Mittwoch, 18. Januar 2017

[Rezension] Flawed - Wie perfekt willst du sein? - Cecelia Ahern

Titel: Flawed - Wie perfekt willst du sein?
Autor:  Cecelia Ahern
Genre: Dystopie
Verlag: FJB
Bereits gelesene Bücher der Autorin: P.S. Ich liebe dich, Für immer vielleicht, Zeit deines Lebens
Cover und Inhaltsangabe © FJB



"Celestines Leben scheint perfekt: Sie ist schön, bei allen beliebt und hat einen unglaublich süßen Freund.
Doch dann handelt sie in einem entscheidenden Moment aus dem Bauch heraus. Und bricht damit alle Regeln. Sie könnte im Gefängnis landen oder gebrandmarkt werden – verurteilt als Fehlerhafte.
Denn Fehler sind in ihrer Welt nicht erlaubt. Nichts geht über die Perfektion. Auch nicht die Menschlichkeit. Jetzt muss sie kämpfen – um ihre eigene Zukunft und um ihre große Liebe."




Cecelia Ahern gehört zu meiner Jugend wie kaum eine andere Autorin. Alle Bücher, die ich von ihr gelesen habe, konnten mich zum weinen bringen und besaßen Geschichten, die mich zum Weinen gebracht haben. Als ich von der neuen Dystopie-Reihe von ihr gehört habe, stand schnell fest, dass ich das Buch lesen musste, auch wenn ich erst einmal den Hype abwarten wollte.

Ich muss zum Schreibstil ehrlicherweise sagen, dass ich Cecelia Ahern in "Flawed - Wie perfekt willst du sein?" nicht wiedererkannt habe. Es fehlte mir das Gefühl, die Nähe zu den Charakteren und eine besonders herzerwärmende Geschichte. Vielleicht bin ich hier auch einfach mit zu großen Erwarten herangegangen, denn ich habe wohl mit einer tollen Dystopie gerechnet, die unsere aktuelle Gesellschaft kritisiert, eine tolle und für Cecelia Ahern typischer emotionale Geschichte enthält und gleichzeitig mit neuen Ideen glänzen kann. Es tut mir selbst sehr leid sagen zu müssen, dass ich in allen drei Punkten enttäuscht wurde.




- Celestine -

Ich bin ehrlich: Bei Dystopien mag ich Persönlichkeiten, die ehrlich sind und sich während der Geschichte entwickeln. Ich möchte den Kampf der Rebellion mit dem Protagonisten bestreiten, doch das war in "Flawed" für mich nur bedingt möglich. Celestine selbst erschien mir viel zu eindimensional. Sie ist am Anfang natürlich eine Mitläuferin, die das System sogar bewundert und die "Fehlerhaften" meidet. Plötzlich wie aus dem Nichts begeht sie dann selbst einen Fehler, der für mich nicht zu ihrem vorherigen Denken passen will. (Zumal sie nur einen Tag zuvor sieht, wie ihre Nachbarin abgeführt wird!)

Celestine kam mir beim Lesen leider sehr oft viel zu naiv vor. Das hat nicht zu der starken Persönlichkeit gepasst, die uns Cecelia Ahern hier verkaufen will. Aus diesem Grund fiel es mir schwer, am Ball zu bleiben und Celestines Geschichte zu folgen und ihre Beweggründe zu verstehen. Der Wandel vom Mitläufer zur "Rebellin" war für mich leider nicht verständlich.




Die Welt, die Cecilia Ahern hier in ihrem Ausflug in ein neues Genres erschaffen hat, klang für mich im ersten Moment interessant. Auf der einen Seite gibt es die "Perfekten", die keinen Fehler begehen und Gesellschaft bilden. Die andere Seite wird von den "Fehlerhaften" gebildet, die sich irgendwann einmal etwas zu Schulden kommen gelassen haben und nun an ein "F" in die Haut gebrannt bekommen haben. Zusätzlich wird ihr Verschulden öffentlich breitgetreten, als Abschreckung, aber auch als Zeichen, dass dieser Mensch nun ein "Fehlerhafter" ist. Bis hierhin klingt Cecelia Aherns Idee nicht schlecht, doch meiner Meinung nach gibt es in ihrer Welt viel zu viele Ungereimtheiten.

Kommen wir hier erst einmal zum Bestrafungssystem, das mir viel zu willkürlich erschien. Je nach Art des gesellschaftlichen Fehlverhaltens wird eine bestimmte Stelle des Körpers gebrandmarkt. Hier empfand ich die Stelle von der Autorin als viel zu zufällig gewählt. Zum Beispiel die Fußsohle steht im keinen Vergleich zur Schläfe oder der Zunge und passt auch nicht so recht zur Art des moralischen Fehltritts!

Die Idee, moralische Entgleisungen zu bestrafen, empfand ich als spannend. Doch wurde die Idee meiner Meinung nach nicht zuende gedacht, denn hier erschienen mir diese Fehler, die begangen werden, nicht als Teil eines Systems. Celestine beispielsweise wird bestraft, als sie jemanden helfen möchte, der zu den "Fehlerhaften" gehört, später wird sie aber selbst eine "Fehlerhafte" und bekommt selbst auch Hilfe, die hier allerdings nicht betraft wird. Für mich passten hier einige Dinge einfach nicht zusammen!

Wie Celestine letztendlich als "Fehlerhafte" behandelt wird, empfand ich als sehr grausam. Diese Momente, in denen sie ausgesondert und am eigenen Leib erfahren muss, was es heißt, kein Teil der Gesellschaft mehr zu sein, haben mir sehr gut gefallen. Hier wurde das System deutlich, das Cecelia Ahern erschaffen wollte und auch ihre Leidenschaft zum Schreiben war wieder spürbar. Doch leider konnte dies all die Schwachstellen nicht ausbalancieren. Es gibt zu viele Ungereimtheiten, zu viele Klischees und leider auch sehr viele Momente, in denen ich die Beweggründe der Personen nicht verstehen konnte.

Obwohl sich die Rezension bis jetzt sehr negativ anhört, muss ich doch sagen, dass ich das Buch ganz gerne gelesen habe. Ein wenig hat mich die Geschichte an "Infernale" von Sophie Jordan erinnert, da es hier auch um die Aussonderung von Menschen geht, die eventuell gefährlich für die Gesellschaft werden "könnten". Insgesamt muss ich aber sagen, dass mir die Welt von "Infernale" um längen besser gefallen hat. Auch die Charaktere und das Miteinander war dort intensiver, in "Flawed" hat mir erstaunlicherweise tatsächlich ein gewisses Gefühl gefehlt, das ich bei Cecelia Ahern erwartet hatte. Das lag vor allem daran, dass es keine richtige Liebesgeschichte gab. Celestine selbst ist zu Beginn der Geschichte bereits "glücklich" vergeben, weshalb wir Art, ihren Freund, nur oberflächlich kennenlernen dürfen. Ein weiterer Typ und Rebell namens Carrick ist natürlich auch dabei, auch wenn der Leser kaum etwas zu ihm erfährt. Leider konnte ich mit niemanden mitfiebern und es war eine Geschichte, die ich nicht so intensiv erleben durfte, wie ich es mir erhofft hatte!




Puhh, "Flawed" war wieder einmal ein Buch, von dem ich durch die zahlreichen positiven Rezensionen so viel erwartet hatte und dann doch enttäuscht wurde. Es ließ sich zwar gut lesen und hatte auch einige starke Momente, aber die Geschichte war mir nicht ausgereift genug. Ich konnte mir die Welt, so interessant sie sich auch anhörte, nicht vorstellen, da ich das System rund um diese Bestrafung nicht logisch fand. Obwohl das Ende definitiv neugierig macht, werde ich den zweiten Teil wohl eher nicht lesen und lieber bei Cecelia Aherns Romanen bleiben!

Montag, 16. Januar 2017

[Rezension] Das tote Mädchen - Steven James

Titel: Das tote Mädchen
Autor:  Steven James
Genre: Jugendroman, Jugendthriller, Jugendkrimi
Verlag: cbt
Bereits gelesene Bücher des Autoren: keine
Cover und Inhaltsangabe © cbt

Ich bedanke mich herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!



"Als ein totes Mädchen im Lake Algonquin gefunden wird, glaubt der 16-jährige Daniel, wie alle anderen auch, dass seine zwei Jahre jüngere Mitschülerin Emily durch einen tragischen Unfall ums Leben kam. Doch bei ihrer Beerdigung hat er eine Vision von ihr, wie sie ihn um Hilfe bittet. Daniel glaubt, dass sie ermordet wurde. Doch keiner will ihm glauben. Es fällt Daniel immer schwerer, zwischen seinen Visionen und der Realität zu unterscheiden. Doch er muss den wahren Killer stellen, bevor dieser wieder tötet ..."




Mysteriöse Bücher für Jugendliche reizen mich immer wieder. Kein Wunder also, dass ich "Das tote Mädchen" von Steven James unbedingt lesen musste. Schon allein das Cover hat mich neugierig gemacht. "Das tote Mädchen" ist hierbei in erster Linie ein Jugendkrimi, der zum Miträtseln einlädt.

Interessant fand ich hier in erster Linie, dass das Buch aus der Sicht eines Jungen geschrieben ist, der mit dem toten Mädchen offensichtlich nichts zu tun hatte. Daniel kannte Emily kaum und dennoch erscheint sie ihm, als eine Art Geist. Ob es in dieser Geschichte tatsächlich um Geister geht, lasse ich in meiner Rezension hier offen, aber ich kann verraten, dass der Autor eine tolle Mischung zwischen Wahn und Realität geschaffen hat. Irgendwann, im Laufe des Buches, kommt der Leser zusammen mit dem Protagonisten an den Punkt, an dem er selbst an sich zweifeln muss.

Steve James Schreibstil ist sehr jugendlich. Neben der Mysterygeschichte in diesem Buch beschreibt der Autor auch noch das normale Highshool-Leben eines Teenagers zwischen Football, erster Liebe und Freunden. Mir hat die Mischung sehr gut gefallen und ich denke, dass sich besonders jüngere Leser in diesem Buch sehr wohl fühlen werden!




- Daniel -

Unser Protagonist ist ein normaler Teenie. Er spielt Football, hat einen tollen besten Freund und ist total verschossen in ein neues Mädchen an seiner Schule. Sein Leben gerät aus den Fugen, als er vor Emilys Sarg steht und diese sich bewegt und zu ihm spricht. Natürlich glaubt ihm erst einmal niemand, doch Daniel beginnt Nachforschungen anzustellen und begibt sich und seine Freunde damit selbst in Gefahr.

Ich mochte Daniel. Er ist ein sympathischer Junge, genau wie all die Nebencharaktere. Zwar ist "Das tote Mädchen" kein Buch, das einem die Charaktere besonders nah bringt, doch der Autor hat all seine Personen ausreichend beschrieben, sodass ich mitfiebern konnte!




"Das tote Mädchen" ist ein Jugendbuch mit einer Geschichte zwischen Wahn und Wirklichkeit. Mit dem Hauptcharakter Daniel begeben wir uns auf die Suche nach der Wahrheit und bekommen wie durch Zauberhand immer neue Hinweise geliefert, an welchen Stellen zu suchen ist. Im ersten Moment fand ich es schade, dass Daniel und Emily sich kaum kannten, denn dadurch wurde ihr Tod zur Nebensache, aber letztendlich muss ich sagen, dass auch dies absolut zur Geschichte passt. Der Leser soll nicht mit der getöteten Emily mitfühlen, denn diese wird überhaupt nicht thematisiert. Sie bleibt ein Phantom, um sich komplett auf die Tätersuche konzentrieren zu können.

Diese Tätersuche nimmt das ganze Buch ein. Daniel bekommt einige Hinweise, die er deuten muss, um auf die richtige Spur zu kommen. Im Laufe der Geschichte werden beinahe alle Charaktere verdächtig und der Leser wird animiert, selbst mitzuermitteln. Ein paar Details waren für mich zwar sehr vorhersehbar, doch dennoch bietet das Buch so einige Überraschungen.

Der Autor schafft es, den Leser selbst zweifeln zu lassen. Kann ich Daniel vertrauen? Verfolge ich gerade die Geschichte eines Mörders? Das Ende kam dann recht schnell, für mich persönlich haben zwar noch einige Erklärungen zum Motiv und Tathergang gefehlt, aber dennoch fand ich das Ende passend. Schade ist nur, dass zum Schluss hin alles in einem zu schnellen Tempo ablief, der meiner Meinung nach nicht zu der sehr ruhigen Atmosphäre des Buches passen wollte.




Auch wenn "Das tote Mädchen" eine sehr ruhige Erzählung ist, weiß der Autor doch, wie er eine
mysteriöse Spannung aufbauen kann! Die Geschichte rund um die tote Emily und die Suche nach dem Täter eignet sich perfekt für junge Leser, die gerne miträtseln und mit Daniel gemeinsam dem Geheimnis auf die Spur kommen wollen!

Freitag, 13. Januar 2017

[Rezension] Lautlose Nacht - Rosamund Lupton

Titel: Lautlose Nacht
Autor:  Rosamund Lupton
Genre: Roman
Verlag: dtv
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keine
Cover und Inhaltsangabe © dtv




"Die britische Physikerin Yasmin fliegt mit ihrer zehnjährigen Tochter Ruby nach Alaska, um ihren Mann Matt zu treffen, der dort einen Dokumentarfilm dreht. Doch die Polizei empfängt sie mit der Nachricht, dass Matt weit oben im Polarkreis umgekommen ist. Yasmin will das nicht glauben. Sie ist überzeugt, dass Matt am Leben ist und ihre Hilfe braucht. Zusammen mit Ruby macht sie sich auf eine lebensgefährliche Reise durch ewiges Eis und ewige Nacht, um ihn zu finden. Und irgendwann bemerkt sie, dass jemand sie verfolgt. Jemand, der ihnen Böses will ..."




Es war mal wieder Zeit für einen Spannungsroman und ein Buch, das mich einfach einmal in ein anderes Land entführt und auf ein kleines Abenteuer geschickt. Genau solch ein Buch ist "Lautlose Nacht", eine Geschichte über eine Mutter, die sich mit ihrem Kind auf die Suche nach ihrem Mann begibt.

Rosamund Luptons Schreibstil ist durchaus spannend und sie vermittelt auch einiges an Wissen. Interessant fand ich, dass die Geschichte aus den Sichten der Mutter und des zehnjährigen Kindes erzählt wird. So haben wir einmal eine realitätsnahe Betrachtungsweise und einmal eine kindliche. Natürlich versteht die kleine Ruby noch nicht, was da vor sich geht, doch dennoch ist ihre Entwicklung spürbar!




- Yasmin -

Yasmin reist nach Alaska und möchte dort eigentlich ihren Mann treffen, doch bereits nach ihrer Ankunft bekommt sie mitgeteilt, dass ihr Mann höchstwahrscheinlich Tod ist, da es einen Brand in der Stadt gab, in der er sich aufhielt.

Statt zu Trauern akzeptiert Yasmin diese Tatsache nicht und macht sich mit ihrer Tochter auf die Suche nach ihrem Mann und muss dabei durch halb Alaska reisen. Ein wahres Abenteuer beginnt.

Zu Yasmin habe ich keinen Bezug gefunden, was ich ein wenig schade fand. Zwar gab es immer wieder Einblicke in die Zeit, in der sie Matt kennen und lieben gelernt hat, doch es fehlte mir hier an einer gewissen Nähe!

- Ruby -

Ruby hingegen fand ich interessant. Sie versteht mit ihren zehn Jahren allerdings noch nicht, was plötzlich vor sich geht und was ihre Mutter da alles macht! Mit Ruby hat die Autorin hier ein taubes Mädchen erschaffen, dass durchaus eine eigene Geschichte erzählt, für die Handlung aber dennoch gebraucht wird.

Ihre Abschnitte fand ich besonders gelungen, da hier doch ihre kindliche Art für Abwechslung zu Yasmins verbissener Suche gesorgt hat! Sie lockert die Stimmung auf und ich denke ohne sie wäre das Buch bei mir komplett durchgefallen!




"Lautlose Nacht" ist in erster Linie ein Roman und kein Thriller. Obwohl Mutter und Tochter augenscheinlich einen Verfolger hinter sich haben, der sie aus irgendwelchen Gründen aufhalten möchte, ist das Buch in erster Linie eine Abenteuergeschichte. Werden Yasmin und Ruby es schaffen ihren Vater zu finden? Und lebt dieser überhaupt noch? Schaffen sie es tatsächlich allein durch halb Alaska?

Unlogische Momente gibt es in diesem Buch leider viele. Obwohl die Autorin mit Wissen über Alaska, über LKWs und andere Thema glänzt, ist die gesamte Handlung doch sehr auf Zufälle und plötzliche Fähigkeiten ausgelegt, die unsere Protagonisten auf einmal entwickeln. So fand ich zum Beispiel die Reise mit dem LKW, auf dem sich übrigens ein Haus befindet, mehr als unglaubwürdig und das hat mich teilweise tatsächlich etwas gestört.

Ich hatte bereits in einigen Rezensionen geschrieben, dass ich Logik in Büchern nicht so wichtig finde. Autoren gebe ich gerne einen gewissen Freiraum, solange es der Geschichte gut tut. Bei "Lautlose Nacht" empfand ich das alles aber als "zuviel". Mutter und Tochter werden regelrecht zu Superhelden gemacht, die durch die Eiswüste reisen, um Vater beziehungsweise Ehemann zu retten. Für mich hat das Buch daher für ein wenig Enttäuschung gesorgt, da es sich die Autorin doch sehr einfach gemacht hat!

Unterhalten hat mich "Lautlose Nacht" dennoch. Es hat sich schnell lesen lassen, doch mir fehlte es stellenweise an einer nachvollziehbaren Handlung. Obwohl die Themen, die Rosamund Lupton hier anspricht brandaktuell sind, werden sie doch vom viel zu rasch abgehandelten Ende verschluckt. Auch hatte ich das Gefühl, dass das Buch nach den letzten Worten noch nicht fertig erzählt ist. Insgesamt war die Geschichte für mich nicht rund genug!




Ein netter Spannungsroman, der das Abenteuer von Mutter und Tochter beschreibt, die durch die Eiswüste von Alaska reisen und teilweise nicht nachvollziehbare Fähigkeiten und Kräfte entwickeln. Die Thematiken, die Rosamund Lupton in diesem Buch anspricht sind aktuell, aber leider werden sie nicht tiefer ausgearbeitet. "Lautlose Nacht" war für mich eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, nicht besonders schlecht, aber leider auch kein echter Genuss!



Mittwoch, 11. Januar 2017

[Rezension] Eleanor - Jason Gurley

Titel: Eleanor 
Autor:  Jason Gurley
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Verlag: Heyne
Bereits gelesene Bücher des Autoren: keine
Cover und Inhaltsangabe © Heyne



"Das Leben der jungen Eleanor gerät völlig aus den Fugen, als ihre Zwillingsschwester Esme bei einem Autounfall stirbt: Der Vater verlässt die Familie, die Mutter ergibt sich dem Alkohol. Eines Tages tritt Eleanor in der Schule durch die Tür der Cafeteria und befindet sich plötzlich zu einer völlig anderen Zeit an einem völlig anderen Ort. Im Laufe der Jahre fällt Eleanor immer öfter aus der Zeit und kommt schließlich einem magischen Geheimnis auf die Spur – einem Geheimnis, das mit dem Tod ihrer Schwester zu tun hat …"




 Jason Gurley, von dem ich bisher noch nichts gelesen hat, besitzt einen ganz besonderen Schreibstil, den ich in erster Linie als sehr melancholisch bezeichnen würde. Er lässt Bilder im Kopf entstehen, gibt dem Leser zudem aber genug Freiraum, um die Geschichte selbst zu formen. Zwei Drittel des Buches sind hierbei sehr geheimnisvoll gehalten. Ich hatte lange Zeit keine Ahnung, wohin die Story mich denn nun eigentlich führt, denn "Eleanor" hebt sich deutlich von anderen Büchern dieses Genres ab.

Obwohl es um die Teenagerin Eleanor geht, wird die Geschichte doch aus der Sicht mehrerer Personen erzählt. So beginnt das Buch mit dem Prolog der "ersten Eleanor", erstreckt sich dann über eine Tragödie, die sich im Leben der "zweiten Eleanor" abgespielt hat und beleuchtet alles aus vielen Sichten. Die Charakter haben alle ihre Last zu tragen und das ist auch spürbar. Ich muss sagen, dass das Buch definitiv keine fröhliche Fantasygeschichte über eine strahlende Magiewelt ist, vielmehr ist es ein Werk, das zum Nachdenken anregt und leise eine Geschichte von Schmerz und Verzweiflung erzählt. Fröhliche und einfach nur glückliche Charaktere wird der Leser in diesem Buch nicht finden, was mir ausgesprochen gut gefallen hat und "Eleanor" deutlich von anderen Fantasyromanen abhebt!




- Eleanor -

Als Leser erfahren wir in einem Prolog erst einmal die Geschichte von Eleanors Großmutter und Namensgeberin, die plötzlich verschwand. Sie hinterlässt einen Mann und ein Kind namens Agnes. Besagter Agnes begegnen wir viele Jahre später wieder. Sie hat selbst zwei Kinder (Zwillinge) und ist maßlos überfordert. Es passiert eine Tragödie und wir machen noch einmal einen Zeitsprung und die Geschichte rund um Eleanor nimmt seinen Lauf.

Wir lernen Eleanor als Teenagerin kennen und erfahren, dass sie kein einfaches Leben führt. Ihre Eltern haben sich getrennt und die Mutter, Agnes, ertrinkt ihren Kummer seit Jahren im Alkohol. Immer wieder macht sie Eleanor, die bei dem Autounfall den vorderen sicheren Platz hatte, Vorwürfe und das war für mich als Leser kaum auszuhalten. Eleanor ist ein sehr zurückhaltendes Mädchen, das ihren Schmerz so gut es geht versteckt und deswegen habe ich mich so verbunden mit ihr gefühlt. In erster Linie ist das Buch eine Jugendgeschichte über Schmerz, Verlust und Hoffnung.

- Mea -

Zu Mea kann ich nicht viel sagen. Ihre Abschnitte sind sehr kurz und geheimnisvoll gehalten. Sie sitzt in einer Membran und beobachtet und manipuliert Eleanor anscheinend. Was für ein Wesen Mea ist und wie diese Manipulation aussieht, lasse ich an dieser Stelle offen, denn dies macht den Reiz des Buches aus. Spannend finde ich, dass der Autor auch hier fast das gesamte Buch über viel Interpretationsspielraum lässt!

Gedanken über Mea habe ich mir schon früh gemacht und ich kam der Auflösung tatsächlich sehr nahe. Das Buch ist aber auf keinen Fall vorhersehbar, ganz im Gegenteil. Die Geschichte rund um Mea, die Hüterin und Eleanor ist kreativ und bietet so einige neue Ideen!




Von "Eleanor" habe ich gar nicht so viel erwartet. Der Klappentext und auch das Cover stimmten mich auf eine typische Fantasygeschichte ein, in der ein stinknormales Mädchen in eine andere Welt reist und dort einem Geheimnis auf die Spur kommt. Nach den ersten Seite wurde mir allerdings klar, dass dieses Buch ganz anders ist. Besonders die schwermütige Art hat mich in den Bann gezogen, denn dieser Autounfall und die Folgen davon sind im ganzen Buch spürbar.

Teilweise hatte ich das Gefühl, der Autor hätte sich selbst in seiner Geschichte verloren, auf eine positiven Art und Weise! Der Leser bleibt sehr lange im Ungewissen und erlebt mit Eleanor immer wieder seltsame Dinge, die sich nicht erklären lassen. Durch die Abschnitte von Mea und auch "der Hüterin" wird klar, dass da viel mehr hintersteckt und das auch Eleanors Vergangenheit eine tiefe Rolle dabei spielt.

Beim Lesen hatte ich das Gefühl, selbst zu Eleanor zu werden. Ich konnte ihren Schmerz spüren, ihre Verzweiflung, aber auch ihrem Mut, das alles irgendwie durchzustehen. In erster Linie würde ich dieses Buch aber weder als Fantasyroman, noch als Jugendbuch bezeichnen. "Eleanor" ist vielmehr ein Roman über das Leben, übers Loslassen, über Schmerz und Verzweiflung. Es geht um die Zeit, die unaufhaltsam alles verschluckt, eine Zeit die scheinbar nicht zu ändern ist und die trotzdem bekämpft wird.

Bildhaft beschreibt der Autor den Schmerz der Erinnerungen. Eleanor taucht immer wieder in die "andere Welt" ein, die aus Fetzen der Vergangenheit besteht. Besonders toll fand ich die Abschnitte der "Hüterin", die ihr Land langsam zerfallen sieht. Die letztendliche Auflösung dahinter hat mir tatsächlich eine Gänsehaut über den Rücken gejagt!

Jason Gurleys Schreibstil hebt sich deutlich von anderen Autoren ab. Er lässt die Geschichte bis zum Ende sehr geheimnisvoll erscheinen und gibt kaum Informationen preis. Ich mag solche Art von Büchern, die einem nicht die ganze Story vorkauen und so konnte ich mit Eleanor zusammen dem Geheimnis auf die Spur kommen. Bemerkenswert fand ich die sensible Art, die sehr viel Nähe zu jedem Charakter erzeugt, sei es die alkoholkranke Mutter, der Vater, der plötzlich verzweifelt mit anschauen muss, wie etwas mit seiner Tochter geschieht oder aber Eleanors Freund Jack.

Auch das Ende konnte mich überzeugen. Zwar zwingt einem der Autor schon fast in diese Richtung, dennoch gab es doch einige Überraschungen und Momente, die mich sprachlos zurückließen. Einige Tränen habe ich beim Lesen ebenfalls vergossen und ich möchte dieses Buch echt jedem ans Herz legen, der melancholische Geschichten fern des Mainstreams liebt!




"Eleanor" ist ein düsteres Buch voller Emotionen und mit vielen Geheimnissen. Es hebt sich eindeutig von anderen Werken dieses Genres ab und ist für mich ein wahres Highlight! Ich hoffe, der Autor bleibt seinem Stil treu und wird noch weitere Bücher dieser Art schreiben!





Montag, 9. Januar 2017

[Rezension] Sanfte Rache - Sandra Brown

Titel: Sanfte Rache
Autor:  Sandra Brown
Genre: Thriller
Verlag: Blanvalet
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keine
Cover und Inhaltsangabe © Blanvalet



"An einem eisigen Wintermorgen verschwindet die Kinderärztin Emory Charbonneau bei einer Joggingrunde auf einer einsamen Bergstraße spurlos. Ihr Mann Jeff meldet sie als vermisst, doch als die Ermittlungen endlich beginnen, ist die Spur bereits kalt. Während die Polizei Jeff selbst verdächtigt, erwacht Emory in Gefangenschaft eines geheimnisvollen Mannes. Sie versucht alles, um ihm zu entkommen, muss aber schnell feststellen, dass die wahre Bedrohung für ihr Leben nicht von ihrem Entführer ausgeht. Und obwohl sie weiterhin Angst vor ihm hat, sprühen zwischen den beiden bald auch die Funken der Leidenschaft …"




Schon viele Jahre habe ich mir vorgenommen, endlich mal ein Buch von Sandra Brown zu lesen. Sie reiht sich ja mittlerweile in die Reihe bekannter Thrillerautorinnen ein und ich kann es echt nicht fassen, dass ich noch nie ein Buch von ihr gelesen habe.

Sandra Brown hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil, der sich aber meiner Meinung nach nicht besonders abhebt. Das ist aber nicht schlimm, denn ihre Thriller sollen in erster Linie Unterhaltung bieten und das schaffen sie auf jeden Fall!

Im Vorfeld habe ich bereits gehört, dass in ihren Büchern auch Erotik nicht zu kurz kommt. Davon bin ich absolut kein Fan, besonders nicht in Thrillern, denn es rutscht meiner Meinung nach leicht ins Groschenroman-Niveau. Ich muss sagen, dass mich hier einige Formulieren ungewollt zum Lachen gebracht haben, aber ich war froh, dass der Thrill in ihren Büchern doch zu überwiegen scheint!




- Emory -

Emory ist eine sehr starke Persönlichkeit. Sie ist Kinderärztin und macht sich zu Beginn der Geschichte, ganz zum Leidwesen ihres Mannes, auf, um für einen Marathon zu trainieren. Sie bricht also auf und peng ... Sie wacht in der Hütte eines fremden Mannes auf und weiß nicht, was passiert ist. Natürlich denkt sie, dass dieser Mann etwas damit zu tun hat und beginnt, sich ihm zu widersetzen. Da sie aufgrund von Nebel die Hütte nicht verlassen kann, ist sie gefangen und muss selbst einschätzen, ob dieser Mann ihr nun Gutes oder Böses will.

Emory mochte ich schnell, ihre plötzliche Leidenschaft für den Mann, dessen Name lange verborgen bleibt, war für mich aber nicht direkt greifbar, was vielleicht daran lag, dass ich solche oberflächlichen Liebeleien selten mag. Nichtsdestotrotz konnte ich aber mit Emory mitfiebern.




Endlich habe ich mein erstes Buch von Sandra Brown gelesen, das zeitgleich auch noch ihr neustes Werk ist. Inwiefern sich ihr Stil verbessert/verändert hat, kann ich schlecht beurteilen, dennoch kann ich sagen, dass sie mit "Sanfte Rache" einen Thriller verfasst hat, der solide Unterhaltung bietet.

Das Spannungsniveau wird während des ganzen Buches aufrechterhalten und das ist für mich das Wichtigste an einem Thriller. Die Geschichte rund um Emory und ihrem vermeintlichen "Entführer" steckt voller Geheimnisse. Was ist ihr wirklich passiert? Was weiß dieser Mann? Und wer ist er überhaupt?

Der Mann, der sie gefangen hält, bleibt lange Namenlos und ohne Hintergrund. Der Leser muss selbst entscheiden, ob dieser Typ nun gut oder böse ist und was hinter Emorys "Unfall" steckt. Auch ihr Ehemann spielt hier noch eine große Rolle!

Teilweise ist die Geschichte zwar recht vorhersehbar, doch die Autorin beweißt dennoch Geschick, indem sie einige Wendungen einbaut und letztendlich so für eine durchgehende Spannung sorgt. Ich würde auf jeden Fall ein weiteres Buch von ihr lesen!




Mein erstes Buch von Sandra Brown wird definitiv nicht mein letztes gewesen sein. Der einfach und
schnörkelose Schreibstil ermöglicht ein sofortiges Abtauchen in die Geschichte und wenn man die teilweise recht unpassenden Erotikszenen ausblendet, ist "Sanfte Rache" auf jede Fall ein solider Thriller, den ich gerne weiterempfehle!


Samstag, 7. Januar 2017

[Rezension] Der geheime Zirkel, Band 1, Gemmas Visionen - Libba Bray

Titel: Der geheime Zirkel, Band 1, Gemmas Visionen
Autor:  Libba Bray
Genre: Fantasy, Jugendbuch
Verlag: dtv extra
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keine
Cover und Inhaltsangabe © dtv extra



"England,1895: Die 16-jährige Gemma wird auf einem Internat für höhere Töchter, der ›Spence-Akademie‹, zur heiratsfähigen jungen Dame erzogen. Hier sollen ihr die Aufsässigkeit und sonstiges unziemliches Betragen ausgetrieben werden. Gemeinsam mit drei anderen Mädchen gründet Gemma, den strengen Regeln der Akademie zum Trotz, einen geheimen Zirkel. Das neu entstandene Kleeblatt Felicity, Pippa, Gemma und Ann trifft sich heimlich nachts, um dem Schulalltag zu entkommen, verbotenen Alkohol zu probieren und über Übersinnliches zu spekulieren. Dann entdeckt Gemma das Tagebuch eines Mädchens, das 20 Jahre zuvor auch Schülerin von Spence war. Die Lektüre elektrisiert sie: Die Verfasserin hatte Visionen von einem herrlichen Reich, das sie durch eine Art Portal betreten konnte. Hin- und hergerissen dazwischen, ihre Macht zu ergründen und sie zu verdrängen, weiht Gemma ihre Freundinnen ein. Die sind natürlich Feuer und Flamme. Bei einer »spiritistischen« Sitzung passiert es dann: Gemma sieht die Lichttür und tritt mit ihren Freundinnen in das fantastische Reich über. Überwältigt vom Gefühl der grenzenlosen Freiheit geben sich die Mädchen allerlei magischen Spielereien hin, denn dort lassen sich die kühnsten Träume realisieren. Doch bald schon erkennen sie, dass das magische Reich bedroht ist. Eine schreckliche Macht namens Circe will die Magie des Ortes für sich besitzen ..."




Von der Reihe um "Der geheime Zirkel" habe ich vor kurzem durch Instagram gehört. Da ich Magiegeschichten liebe und sich hier besonders die Zeitepoche interessant anhörte, habe ich mir den ersten Band spontan bestellt und es nicht bereut.

Zu Beginn der Geschichte wurde ich nach Indien katapultiert und lernte die nichtsahnende Gemma kennen, die mir sofort sympathisch vorkam. Nach diesem Prolog reist der Leser nach England an ein Internat für Mädchen und erfährt dort, wie der geheime Zirkel zustande kommt.

Libba Bray hat die Zeit sehr gut eingefangen. Ich muss sagen, dass ich in letzter Zeit sehr gerne Geschichten lese, die um 1900 herum spielen. Die Verbindung mit der Magiewelt und dem Erlernen magischer Fähigkeiten hat mir hier sehr gut gefallen.

Der Schreibstil der Autorin kam zwar manchmal etwas holprig rüber, aber dennoch konnte ich gut in die Geschichte eintauchen, die nicht nur originell, sondern auch unendlich spannend ist!




- Gemma -

Im Fokus der Geschichte steht Gemma, die zu Beginn ihre Mutter verliert. Die beiden sind im Streit auseinander gegangen und Gemma, die eine Vision vom Tod ihrer Mutter hatte, macht sich Schuldvorwürfe.

Sie beginnt ein neues Leben auf einem Internat. Sie hat sich all die Jahre gewünscht, endlich Teil der Londoner Gesellschaft zu sein, doch nach ihrer Ankunft stellt sie fest, wie ernüchternd das Leben in England für Frauen in diesem Zeitalter doch ist. In erster Linie werden die Mädchen im Internat auf ein Leben als Ehefrau vorbereitet - und darauf, wie sie den besten Mann bekommen ...

Gemma mochte ich sofort, auch wenn sie ein wenig differenziert wirkt. Sie hat von Anfang an Visionen, die sie nicht in den Griff bekommt, muss sich aber gleichzeitig auch an das neue Leben anpassen. Sie ist ein sehr freiheitsliebender Mensch, der sich nichts gefallen lässt. Das hat mir besonders gut an ihr gefallen!

- Ann -

Ann ist ein Waisenmädchen und wird zu Gemmas Zimmergenossin. Obwohl Ann nur eine Nebenrolle einnimmt, so habe ich sie doch in mein Herz geschlossen, denn sie ist leider alles andere als schön und wird deswegen als Heiratsunfähig angesehen und von allen verachtet. Ihren Schmerz konnte ich verstehen und ich war froh, dass Ann später zu einem Teil des geheimen Zirkels wird und echte Freunde findet!

- Felicity & Pippa -

Felicity und Pippa sind zwei Freundinnen, die sich ganz dem Motto "Grazie, Charme und Schönheit" verschrieben haben. Sie halten sich für was Besseres und spielen Ann üble Streiche. Im Laufe der Geschichte ändern die beiden sich ein wenig. Es wird deutlich, dass Pippa nur die Mitläuferin ist und das Felicity sich selbst als machtvollste Person ansieht. Wie das zu dem "geheimen Zirkel" passt, verrate ich an dieser Stelle nicht!




Bücher über Magie finde ich ungemein interessant. Ein wenig ähnelt "Der geheime Zirkel" dem Film "Der Hexenclub", doch das Buch spielt logischerweise in einer ganz anderen Zeit. Wir reisen mit Gemma zusammen ins Jahr 1895 nach England, eine Zeit, in der Frauen unterdrückt wurden und nichts als ein Leben als Gattin und Hausfrau zu erwarten hatten. Diese Schattenseiten werden auch in diesem Buch deutlich und ich fand es mal wieder spannend, in diese Zeitepoche einzutauchen.

Obwohl der Schreibstil manchmal etwas gekünstelt rüberkommt, was aber auch an der Übersetzung liegen kann, konnte ich fast vollständig in die Geschichte eintauchen. Mit Gemma, Ann, Felicity und Pippa hat die Autorin vier unterschiedliche Charaktere geschaffen, die irgendwann zusammenfinden und den im Klappentext erwähnten "Zirkel" gründen. Alles fängt recht harmlos an, doch Gemma merkt schnell, dass ihre Visionen etwas zu bedeuten haben.

Mich konnte der erste Teil der Reihe schon nach den ersten Seiten in den Bann ziehen, ich muss jedoch gestehen, dass für mich noch ein wenig Luft nach oben ist. Das gibt den Folgebänden allerdings die Chance, sich noch zu steigern. Die Geschichte rund um die vier Mädchen, die Magiewelt und der Vergangenheit, die sich nach und nach mit der Gegenwart mischt, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es gibt einige Überraschungen und ein Ende, das definitiv Lust auf den zweiten Teil macht!



Der erste Teil von "Der geheime Zirkel" hat mich sofort in den Bann gezogen. Trotz einiger Schwächen im Schreibstil habe ich mich als Teil des Zirkels gefühlt und bin froh, mich mit Gemma, Ann, Felicity und Pippa in dieses Abenteuer gestürzt zu haben. Ich freue mich auf den zweiten Teil!




Mittwoch, 4. Januar 2017

[Rezension] Obsidian, Band 1: Schattendunkel - Jennifer L. Armentrout

Titel: Obsidian, Band 1: Schattendunkel
Autor:  Jennifer L. Armentrout
Genre: Fantasy
Verlag: Carlsen
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keine
Cover und Inhaltsangabe © Carlsen




"Als die siebzehnjährige Katy vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In ihrem winzigen neuen Wohnort kommt sie in den ersten Tagen nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Nur mit Mühe lässt sie sich dazu überreden, bei ihren Nachbarn zu klingeln, um "neue Freunde" zu finden. Und lernt so den atemberaubend gut aussehenden, aber bodenlos unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau der Junge, dem sie von nun an am meisten aus dem Weg zu gehen versucht, ihr Schicksal bereits verändert hat…"




"Obsidian" von Jennifer L. Armentrout ist ein Buch, das im letzten Jahr extrem gehypt wurde. Immer wieder habe ich überschwängliche Lobrezensionen über die Reihe gelesen, doch ich habe mich nie herangetastet. Jetzt, zum Jahreswechsel hat mich der erste Band begleitet und ich muss sagen, dass ich maßlos enttäuscht wurde. Es ist wieder einmal ein Hype, den ich nicht verstehen werde!

Jennifer L. Armentrouts Schreibstil ist meiner Meinung nach nichts Besonderes. Er hat nichts Eigenes, keinen Wiedererkennungswert und war für mich eine Spur zu oberflächlich. Schreiben kann sie, allerdings wirkt das alles wie ein Baukasten, was vielleicht aber auch an der Übersetzung und/oder Lektorat liegt.

Insgesamt war das Buch recht einfach zu lesen, doch mir fehlte die Nähe zu den Charakteren, eine mutige und kreative Geschichte und letztendlich auch Spannung und das Gefühl des Mitfieberns.




- Katy -

Katy war für mich zu Beginn eigentlich eine angenehme Protagonistin. Als Bloggerin muss man sie wohl einfach sympatisch finden, doch im Laufe des Buches konnte ich ihre Gedanken und ihre ganze Art nicht mehr verstehen. Ihre Buchliebe wird auch nie direkt thematisiert, geschweige denn, dass sie einen echten Charakter bekam. Auf mich wirkte sie vollständig auf Daemon Black fixiert und deswegen teilweise recht eindimensional. Ich hätte mir gewünscht, mehr über sie zu erfahren und eine Entwicklung mitzuerleben.

- Daemon -

Dann haben wir Daemon, den sonderbaren Nachbarn von Katy, der natürlich irgendein übernatürliche Wesen sein muss. (Twilight lässt grüßen!) Ob es sich hier um einen Vampir, einen Werwolf oder etwas anderes handelt, lasse ich offen.

Daemon als Charakter hat mir leider überhaupt nicht zugesagt, da er als typischer Bad Boy dargestellt wird. Was Katy an ihm findet (außer seinem tollen Aussehen), kann ich schlecht sagen, denn von ihm erfährt man leider nicht sonderlich viel.




Wenn das erste Buch im neuen Jahr ein Flop ist, kann das Jahr nur besser werden, besagt ein altes Sprichwort. Also, das hoffe ich zumindest, denn mit "Obsidian" hatte ich jetzt wirklich einen riesigen Reinfall. Vom Schreibstil ist der Reihenauftakt recht angenehm zu lesen, doch es fehlte meiner Meinung an einer Seele. Das Buch wirkte auf mich wie ein Bausatz aller bekannten Bestseller-Bücher ... Wir haben da Twilight und diese bedingungslose Liebe zwischen einem Menschenmädchen und einem Wesen, dann ist da diese typische "Bad Boy trifft freches Mädchen"- Geschichte, die für mich leider überhaupt nicht originell war.

Die erste Hälfe des Buches nutzt die Autorin um eine recht klischeehafte Geschichte rund um ein Mädchen, das in eine neue Gegend zieht, aufzubauen. Katy trifft auf Daemon, ihren Nachbarn und findet ihn gleichzeitig unwiderstehlich und einfach nur abstoßend. Wie das gehen soll? In "Kirschroter Sommer" und "Türkisgrüner Winter" fand ich das alles noch nachvollziehbar und sogar süß, doch in "Obsidian" hat mich das alles nur noch genervt. (Okay, Edward in "Twilight" wollte Bella ja eigentlich auch nicht an sich ranlassen!)

Schade fand ich zudem, dass alle Randfiguren recht unwichtig zu sein scheinen. Da haben wir zum Beispiel Daemons Schwester Dee, die urplötzlich Katys beste Freundin wird. Wer Dee nun aber wirklich ist, erfährt der Leser nicht, denn sie bleibt blass und eindimensional und ist einfach nur Daemons Schwester und Katys Freundin.

Was ich seltsam finde: Als Jugendlicher habe ich die "Biss"-Bücher tatsächlich geliebt! Ja, ich oute mich: Ich mag Bella und Edward, dennoch konnte ich Katy und Daemon überhaupt nichts abgewinnen!

Ich weiß, wie viele Leute dieses Buch bis in den Himmel loben, doch mich konnte es nicht erreichen. Unzählige Male war ich kurz davor, es einfach abzubrechen, doch dann habe ich mich doch noch gezwungen, durchzuhalten, weil ich unbedingt wissen wollte, was so gut an dieser Reihe sein soll. Leider konnte mich die Auflösung zu Deamon auch nicht recht überzeugen, denn von allen "paranormalen" Wesen musste die Autorin gerade das nehmen, das ich in Büchern selten mag. (Es gibt aber auch hier Ausnahmen, aber ich kann keine Bücher nennen aufgrund von Spoilern!)




An und für sich ist die Idee hinter Daemon und Dee letztendlich nicht schlecht und auch Katy und Daemons Geschichte hätte fesselnd erzählt werden können, doch durch diese vielen Klischees blieb der Autorin kein Platz mehr für etwas Eigenes! Mich konnte das Buch daher nicht erreichen und ich werde auch die Folgebände nicht lesen. Wenigstens weiß ich jetzt, dass Hypes einfach nichts für mich sind!