Montag, 20. Februar 2017

[Rezension] Konfekt mit Zucker-Kuss - Sandra Pulletz

Titel: Konfekt mit Zucker-Kuss
Autor:  Sandra Pulletz
Genre: Liebesroman, Kurzgeschichte
Bereits gelesene Bücher der Autorin: Weihnachten bei den PadderbornsHighschool Halloween
Cover und Inhaltsangabe © Sandra Pulletz



"Valentinstag – das Fest der Liebenden steht bevor, doch Valentinas Leidenschaft gilt allein der Konfiserie. Den Männern hat die Studentin längst abgeschworen, das Geschäft in dem kleinen Laden, in dem sie jobbt, um sich über Wasser zu halten, läuft schlecht und kaum jemand interessiert sich für das liebevoll von ihr kreierte Süßgebäck. Und als sei der ewig miesepetrige Chef nicht schon anstrengend genug, erlebt Valentina eine Enttäuschung nach der anderen. Doch dann steht sie plötzlich ihrem Traumprinzen gegenüber und das Happy End scheint mit einem Mal zum Greifen nah … Wendet sich Valentinas Leben schließlich doch noch zum Märchen? Und was hat es mit dem alten Mann mit dem auffälligen Hut auf sich?"




Mittlerweile gibt es ja keinen Feiertag mehr, der nicht von der lieben Sandra Pulletz mit einer Kurzgeschichte versüßt wird. So war es kein Wunder, dass auch an Valentinstag wieder eine passende (Kurz-)Geschichte von ihr veröffentlicht wurde. Im Gegensatz zu ihrer jugendlichen Mini-Geschichte zu Halloween und ihre beiden weihnachten Storys ist "Konfekt mit Zucker-Kuss eine romantische Liebesgeschichte.

Nach wie vor mag ich Sandra Pulletz Schreibstil sehr gerne. Er ist flott und lässt sich super lesen und daher werde ich auch in Zukunft weiterhin ihre Geschichten mit Freude lesen - und vermutlich an jedem Feiertag in die passende Stimmung kommen!




Valentinstag ist wie Weihnachten eigentlich auch nichts so meins, aber dennoch hat mich die Geschichte "Konfekt mit Zucker-Guss" begeistern können, was vermutlich in erster Linie an den ganzen Köstlichkeiten lag, die unsere Protagonistin Valentina so gezaubert hat. Beim Lesen lief mir hier teilweise das Wasser im Mund zusammen.

Valentina arbeitet in einem kleinen Café und hat dort einen sehr mürrischen Chef, der eigentlich nur Kaffee verkaufen will und nichts von ihren außergewöhnlichen Backideen hält. Mir tat Valentina schon zu Beginn der Geschichte leid, denn man merkt, wie viel ihr das Backen bedeutet. Die Entwicklung Valentinas im Verlauf der Story fand ich als unsagbar schön, ich konnte mit ihr mitfiebern und musste mit ihr das eine oder andere Missverständnis miterleben.

Neben Valentina ist mir aber auch noch eine andere Person ans Herz gewachsen: Milka, die Mitbewohnerin und beste Freundin von Valentina, die einfach nur ein verrücktes Huhn ist und sich zu Beginn unsterblich verliebt - nur um dann etwas rauszufinden, das ihr Herz zerbrechen soll. Sie mochte ich besonders, da ich mich in ihrer verrückten Art wiedererkannt habe!

Die Geschichte um den Mann mit dem Hut, die bereits im Klappentext erwähnt wird, fand ich rührend und sie war für mich das i-Tüpfelchen. Insgesamt ist Sandra Pulletz mit "Konfekt mit Zucker-Kuss" eine liebevolle Kurzgeschichte gelungen, die zeigt, das die Liebe eben manchmal aus Missverständnissen besteht, aber dennoch stets die Chance auf ein Happy End hat!




"Konfekt mit Zucker-Kuss" ist eine süße und romantische Kurzgeschichte, die mein Herz hat höher
schlagen lassen. Unbedingt lesen!

Samstag, 18. Februar 2017

[Rezension] Rat der Neun - Gezeichnet - Veronica Roth

Titel: Rat der Neun - Gezeichnet
Autor:  Veronica Roth
Genre: Science Fiction
Verlag: cbt
Bereits gelesene Bücher der Autorin: Die Bestimmung (5 von 5)
Cover und Inhaltsangabe © cbt




"In einer Galaxie, in der Gewalt und Rache das Leben der Völker beherrschen, besitzt jeder Mensch eine besondere Lebensgabe, eine einzigartige Kraft, die seine Zukunft mitgestaltet. Doch nicht jeder profitiert von seiner Gabe …


Cyra ist die Schwester des brutalen Tyrannen Ryzek. Ihre Lebensgabe bedeutet Schmerz, aber auch Macht – was ihr Bruder gezielt gegen seine Feinde einsetzt. Doch Cyra ist mehr als bloß eine Waffe in Ryzeks Händen: Sie ist stark und viel klüger, als er denkt.


Akos stammt aus einem friedliebenden Volk und steht absolut loyal zu seiner Familie. Als Akos und sein Bruder von Ryzek gefangen genommen werden, trifft er auf Cyra. Er würde alles dafür tun, seinen Bruder zu retten und mit ihm zu fliehen, doch mächtige Feinde stehen ihm im Weg. Akos und Cyra müssen sich entscheiden: sich gegenseitig zu helfen oder zu zerstören …"




"Rat der Neun" war ein Buch, das mir bereits in der Verlagsvorschau aufgefallen ist, das mich aber da noch nicht zu 100% überzeugen konnte, da ich mir beim Lesen des Klappentextes noch nichts vorstellen konnte.

"Die Bestimmung" von Veronica Roth hat mir vor gut zwei Jahren sehr gut gefallen, doch nach dem Film habe ich die Lust an der Buchreihe verloren und habe sie letztendlich nicht weiterverfolgt. Das neue Buch beziehungsweise die neue Reihe der Autorin hat mich aber dennoch interessiert, vor allem da ich in einigen Rezensionen lesen konnte, das die Welt, die Veronica Roth geschaffen hat, sehr originell sein soll.

Dies kann ich bestätigen. Veronica Roth hat einen sehr detaillierten Schreibstil. Obwohl ich kein großer Fan von Science Fiction mit, fand ich diese Galaxie, die hier beschrieben wurde, besonders originell.




- Cyra -

Cyra war für mich vom Gefühl her die Protagonistin dieses Buches. Sie hat eine besondere Gabe, die leider auch ihr gesamtes Leben bestimmt. Zudem steht sie unter einem enormen Druck, denn sie ist nicht mehr als ein Spielball ihres Bruders, dem es nach Macht giert.

Cyra war für mich ein sehr vielschichtiger Charakter, auch wenn ich zugeben muss, dass ich zu Beginn der Geschichte mit allen Leuten, die vorkamen, ein kleines Problem hatte, sie mir vorzustellen, denn der Einstieg in diese ganze Welt hat sich als sehr schwer und zäh gestaltet. Dies war auch der Grund, warum ich zu Cyra eine engere Bindung aufbauen konnte, als zu Akos, der zwar die ersten Kapitel einleitet, aber leider lange Zeit eine Randfigur blieb.

Ich möchte vom Inhalt nicht viel verraten, denn das Buch beinhaltet wirklich eine Geschichte, die man selbst erleben muss. Cyra mochte ich sehr und ich konnte mich auch mit ihr identifizieren. Positiv fand ich auch, dass "Rat der Neun" keine typische und kitschige Liebesgeschichte ist, sondern das die Gefühle zwischen Cyra und Akos sich nach und nach entwickeln und sie einen besonders respektvollen Umgang miteinander pflegen!

- Akos -

Mit Akos hat ich zu Beginn so meine Probleme. Das Buch fängt mit dem großen Rauschblütenfest an, auf das wir als Leser Akos und seine Familie begleiten dürfen und bei dem leider etwas Unerwartetes passiert. Akos scheint eine Gabe zu haben, denn er spricht die Sprache der Shotet und so wird er mit seinem Bruder zu dem Tyrannen Ryzek gebracht.

Akos war mir Beginn zu distanziert. Er wurde zwar sofort als sehr starker und intelligenter Charakter beschrieben, aber es fiel mir lange Zeit schwer, ihn überhaupt richtig einzuschätzen, da mir im späteren Verlauf seine Abschnitte zu rar gesät waren. Dennoch kann ich sagen, dass er am Ende doch noch Sympathien gewinnen konnte, auch wenn ich mir gewünscht hätte, immer abwechselnd aus seiner und aus Cyras Sicht lesen zu können.




Der Einstieg in die Geschichte fiel mir recht schwer. Die Autorin wirft die Leser ins kalte Wasser und ich habe mich furchtbar überfordert gefühlt, da dieses Genre sonst nicht meins ist. Dennoch wollte ich dem Buch eine Chance geben und ich habe mich weiter durchgekämpft, obwohl das Kopfkino erst einmal nicht einsetzen wollte. Das Durchhalten hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.

Während ich zu Beginn starke Probleme mit der Welt und den vielen unterschiedlichen Namen hatte, wurde ist mit der Einführung Cyras als Charakter immer besser. Ich konnte mit ihr mitfühlen, da ihre Gabe wirklich schlimm ist und ihr gesamtes Leben bestimmt. Auch der Druck, der auf ihr lastet, war spürbar und ich habe gemerkt, dass ich endlich einen Zugang zu dieser Welt gefunden habe.

"Rat der Neun - Gezeichnet" ist ein wahnsinnig komplexes Buch, das sich nicht einfach lesen lässt. Ich habe gemerkt, dass ich teilweise sehr konzentriert lesen musste, um wirklich alles zu verstehen. Vor allem am Anfang habe ich mich teilweise stark überfordert gefühlt und ich hatte das Gefühl, wieder einmal ein Buch vor mir zu haben, zu dem ich einfach keinen Zugang finde.

Glücklicherweise fand ich mich irgendwann in der Welt wieder, bin mit Cyra und Akos zu Planeten gereist und habe nach und nach begriffen, das ein Widerstand absolut notwendig ist, um für Frieden zu sorgen. Ich konnte endlich mit beiden Charakteren mitfiebern und die Geschichte genießen.

Schade fand ich nur, dass Akos für mich lange Zeit ein Nebencharakter blieb. Ich hatte angst, ihn und seine Beweggründe nicht verstehen zu können, doch letztendlich hat sich auch dies aufgelöst und der Autorin ist es gelungen, mir alle Charaktere nahe zu bringen.

Das Ende fand ich passend und es gibt mal wieder ein paar Cliffhanger, die neugierig auf den zweiten Teil machen. Ob ich diesen lesen werde, weiß ich allerdings noch nicht. So toll ich die Charaktere und auch das Setting letztendlich auch fand, so kompliziert und anstrengend war das Lesen auch teilweise. Meiner Meinung nach ist es ein Buch, das sich nicht zum Abschalten und Genießen eignet, aber es ist dennoch lesenswert, wenn man in der passenden Stimmung dafür ist!




Eine faszinierende und originelle Welt, tolle Charaktere, aber leider auch ein zäher und sehr
schwieriger Einstieg lassen mich zwiegespalten zurück. Die ganze Plotidee hat mich überzeugt, genau wie die Charaktere, aber es war kein Buch, das sich einfach lesen lässt! Die Komplexität hat mich als Neuling in diesem Genre teilweise überfordert, aber dennoch muss ich sagen, dass, wenn man sich vollständig auf die Geschichte einlässt, dieses Buch absolut lesenswert ist!




Donnerstag, 16. Februar 2017

[Rezension] Der Kuss der Lüge - Mary E. Pearson

Titel: Der Kuss der Lüge
Autor:  Mary E. Pearson
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Verlag: Bastei Lübbe
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keins
Cover und Inhaltsangabe © Bastei Lübbe

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!



"Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch das Mädchen entscheidet sich, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Sie flieht und heuert weit entfernt von zu Hause in einer Taverne an. Dort lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sich zu beiden hingezogen ..."




"Der Kuss der Lüge" von Mary E. Pearson durfte bereits vor einigen Wochen als Vorab-Exemplar bei mir einziehen. Allein das Cover ist schon ein echtes Highlight und ich habe mich wahnsinnig auf das Lesen gefreut.

Der Schreibstil von Mary E. Pearson hat mich sofort in den Bann ziehen können, er ist einfach gehalten und dennoch sehr einprägsam. Gemeinsam mit Lia stürzen wir uns gleich zu Beginn der Geschichte in ein Abenteuer, das ihr Leben für immer verändern soll. Aus ihrer Sicht erfahren wir von ihrer Flucht, aber auch von den beiden Männern, die plötzlich in ihrer Nähe auftauchen ...

Hin und wieder kommen Abschnitte aus der Sicht von dem Prinzen und vom Attentäter vor. Beides steigert die Spannung, da doch die Beweggründe und auch die Identitäten der beiden verborgen bleiben. Dies hat das Buch so interessant gemacht, denn es ist dadurch nicht nur eine einfache Liebesgeschichte, sondern bekommt eine zusätzliche Ungewissheit, die mich als Leser fast um den Verstand gebracht hat. Ich wusste einfach nicht, wem ich vertrauen konnte, obwohl mein Unterbewusstsein sich leise schon für eine Person ausgesprochen hat.




- Lia -

Lia ist ein sehr eigenwilliger Charakter, der nicht ganz so einfach zu durchschauen war, dennoch mochte ich so von Anfang an. Zu Beginn der Geschichte lernen wir sie bei einer Zeremonie kurz vor ihrer Hochzeit kennen und spüren bereits, dass sie mit dieser arrangierten Heirat nicht einverstanden ist. Wie auch? Schließlich hat sie den Prinzen von Dalbreck noch nie gesehen und soll ihn nur zum Mann nehmen, um die Feindschaft der beiden Königreiche auszulöschen. Kurzerhand flieht sie und versucht ein neues Leben zu beginnen.

Toll fand ich, dass die Prinzessin sich hier bewusst für ein einfaches Leben entschieden hat. Sie will arbeiten, Geld verdienen und der Teil einer Gemeinschaft sein. Sie ist, trotz einiger Eigenarten, ein herzensguter Mensch und deswegen musste ich sie einfach mögen.

Ihre Entwicklung während der Geschichte fand ich auch gelungen, denn sie flieht in erster Linie, um endlich frei zu sein, doch dann passieren Dinge, die sie an ihrer Entscheidung zweifeln lassen.

- Rafe und Kaden -

Hier haben wir unsere beiden Männer, die plötzlich in Lias Umfeld auftauchen. Wir wissen, dass einer von ihnen der Prinz von Dalbreck ist, während der andere ein Attentäter sein muss. Beide Personen können bis auf das letzte Drittel des Buches nicht so recht charakterisiert werden, da eben die Spannung, wer nun wer ist, aufrecht erhalten werden musste. Mich hat die Autorin vollkommen auf eine falsche Fährte geführt, denn tatsächlich habe ich hier der falschen Person Vertrauen geschenkt.

Auch wenn beide Männer erst einmal nur Nebenfiguren und beide recht geheimnisvoll bleiben, ändert sich dies am Ende und wir bekommen mehr Informationen und auch die Auflösung, wer denn nun welche Absichten hegt!




Allein das wunderschöne Cover hat mich schon neugierig auf dieses Buch gemacht und auch der Inhalt versprach viele Überraschungen. Genau so kam es dann auch. Der Einstieg in das Buch fiel mir superleicht. Nach wenigen Seiten war ich in der Geschichte drin und bin mit Lia geflüchtet. Schön fand ich hier, dass wir auch erst einmal die recht mittelalterliche Welt kennenlernen durften. Allein diese Beschreibungen haben dafür gesorgt, dass ich mich gefühlt habe, als wäre ich selbst in dieser Zeit gefangen.

Lia ist auf ihrer Reise nicht allein. Sie hat Pauline, eine Bedienstete und zeitgleich gute Freundin an ihrer Seite. Pauline selbst habe ich schnell in mein Herz geschlossen, denn auch sie hat eine kleine eigene Geschichte: Sie ist selbst verliebt und hofft, dass ihr Geliebter sie irgendwann findet und ein Leben mit ihr aufbaut. Lia hingegen ist vor ihrer eigenen, leider arrangierten, Hochzeit geflüchtet, weil sie keinen Prinzen heiraten kann, den sie noch nie zuvor gesehen hat. Was sie jedoch nicht weiß: Der Prinz von Dalbreck und ein Attentäter sind bald ganz in ihrer Nähe.

Wow, dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern können. Auch wenn es erst einmal wie eine typische Liebesgeschichte klingt, ist es eigentlich viel mehr. Die erste Hälfte ist so spannend, weil der Leser genau weiß, dass einer der beiden Männer ein Attentäter sein muss. Doch wer? Toll fand ich, dass es Kapitel aus der Sicht des Prinzen und des Attentäters und gleichzeitig auch von Rafe und Kaden gab und der Leser dennoch nicht rausfinden konnte, wer denn nun wer ist. Es fiel mir sehr schwer, jemanden zu vertrauen und ich muss sagen, dass ich mich von der Autorin ganz schön an der Nase hab herumführen lassen!

Lias Wunsch nach einem eigenen Leben wandelt sich im Laufe der Handlung, denn die Prinzessin kommt irgendwann an einen Punkt, an dem sie begreift, wie egoistisch ihre Entscheidung doch war. Kann man das eigene Leben über das Wohl des Volkes stellen? Lia war ein Charakter, den ich von Anfang an mochte und mit dem ich mitfiebern konnte. Sie hat Temperament, steht für ihre Überzeugung ein, doch hat auch Momente voller Selbstzweifel.

Auch die Sichtweisen des Prinzen und Attentäters haben mir sehr gut gefallen, auch wenn beide Personen deswegen lange Zeit recht blass blieben, da sie nichts von sich preisgeben konnte. Die eigentliche Liebesgeschichte, die auf dem Klappentext wie eine Dreiecks-Beziehung klingt, lief sehr schnell ab. Zwar hätte ich mir hier mehr Gefühl gewünscht, aber ich fand es auch passend, dass sich alles langsam entwickelt. So ist die Liebe eben, manchmal kommt sie ganz spontan, doch manchmal muss sie sich auch entwickeln.

Das Ende von "Der Kuss der Lüge" fand ich sehr spannend, Es gibt einige Offenbarungen und einen sehr gemeinen Cliffhanger, der mich jetzt ungeduldig auf den zweiten Teil warten lässt. Es gibt, besonders auf den letzten 150 Seiten, noch einige sehr traurige Momente, bei denen ich echt schlucken musste und die bewiesen haben, wie nahe mir die Charaktere am Ende doch standen. Auch wenn die Liebesgeschichte hier im ersten Teil nur wenig Platz eingenommen hat, hoffe ich, dass es im zweiten Teil noch weitere Entwicklungen geben wird. Ich bin auf jeden Fall gespannt!




"Der Kuss der Lüge" ist ein sehr intensives Buch mit einer tollen Protagonisten und zwei Männern,
bei dem einer nicht der ist, der er vorgibt zu sein! Ich kann das Buch empfehlen, auch wenn die Liebesgeschichte für mich etwas zu kurz kam. Ich hoffe, dass der zweite Band noch einige Entwicklungen haben wird!


Montag, 13. Februar 2017

[Rezension] DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn du mich nicht findest - Helen Callaghan

Titel: DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn du mich nicht findest
Autor:  Helen Callaghan
Genre: Psychothriller
Verlag: Knaur
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keins
Cover und Inhaltsangabe © Knaur



"Die Lehrerin Margot Lewis ist extrem beunruhigt, als ein 15-jähriges Mädchen aus ihrer Klasse verschwindet. Sie ist überzeugt, dass Katie entführt wurde, auch wenn die Polizei dafür noch keinerlei Beweise hat. Dann erhält Margot, die nebenbei die Ratgeber-Kolumne „Dear Amy“ führt, einen unheimlichen Brief: Darin fleht ein Mädchen um Hilfe, das vor 15 Jahren spurlos verschwand. Ein Graphologe bestätigt die Echtheit des Briefes – und dass er nagelneu ist.
Margot, deren Gemütszustand sich rapide verschlechtert, verbeißt sich regelrecht in die Fälle, will unbedingt helfen. Doch was verschweigt sie selbst?"




"DEAR AMY- Er wird dich töten, wenn du mich nicht findest" hatte ich eigentlich gar nicht im Blick - bis ich bei einer lieben Bloggerkollegin eine Vorstellung zu dem Buch entdeckt habe. Da ich immer wieder gerne neue Psychothriller entdecke und mich in diesem Genre nach wie vor sehr wohl fühle, zog dieses Buch spontan bei mir ein.

Zu Beginn hat mich die Geschichte tatsächlich in seinen Bann ziehen können. Sie wirkt mysteriös und das Rätsel um die geschriebenen Briefe und das vermisste Mädchen konnte mich packen, doch nach und nach verlor ich immer mehr das Interesse. Ich denke, dass dies vor allem daran lag, dass vieles unnötig in die Länge gezogen wurde und eine echt spannende Wendung viel zu schnell und lieblos niedergeschrieben wurde.

Helen Callaghans Schreibstil ist eher ruhig. Sie lässt ihrer Protagonistin viel Zeit, sich zu entwickeln und einen eigenen Weg einzuschlagen, doch leider wirkt die Geschichte dadurch ein wenig in die Länge gezogen. Viel zu viel Wert legt die Autorin leider auch auf Margots Privatleben mit ihrer Scheidung und ihrem Problemen mit ihrem (Ex-)Mann. Dadurch konnte ich zu Margot selbst kaum Sympathie empfinden.




- Margot -

Margot ist Lehrerin und naja, eigentlich gar nicht einmal so beunruhigt über das vermisste Mädchen, wie der Klappentext angibt. Alle denken, Katie, das entführte Mädchen, wäre nur von Zuhause abgehauen und auch Margot nimmt dies zu Beginn der Geschichte einfach an - schließlich kümmert sich ja die Polizei um diesen Fall.

Dann bekommt Margot allerdings Briefe von einem vermissten Mädchen - das vor 15 Jahren spurlos verschwand und sie beginnt ein wenig nachzuforschen.Was mir an Margot nicht gefiel? Puhh, fast alles. Sie war ein ungemein anstrengender Charakter, der schon einen eigenen Kopf besitzt, aber damit oft durch die Wand will. Manchmal konnte ich ihre Handlungen nicht verstehen.

- Katie -

Natürlich dürfen auch Abschnitte aus der Sicht des Opfers und des Täters nicht fehlen, denn der Leser soll ja die Gefahr spüren. Nach dem allerersten Kapitel, in dem Katies Entführung geschildert wurde, war ich tatsächlich noch begeistert und hatte sogar das Gefühl, hier wieder einen richtig guten Thriller zu lesen. Leider haben mir die Abschnitte von ihr und dem Täter, der viel zu klischeehaft dargestellt wird, im Laufe der Geschichte nicht mehr gefallen!




"DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn du mich nicht findest" ist definitiv kein schlechtes Buch. Es erzählt eine solide Geschichte, in der sogar einige gut durchdachte und auch nachvollziehbare Wendungen vorkommen. Leider war mir die Protagonistin ähnlich wie in "Girl on the train" direkt unsympathisch, weil sie offensichtlich ein psychisches Problem hat, dieses aber hartnäckig ignoriert.
Versteht mich nicht falsch, ich habe bestimmt nichts gegen psychisch kranke Person, ganz im Gegenteil, es ging mir einfach darum, dass ich mit ihrer wirren Gedankenwelt überhaupt nicht warm wurde und ich deswegen auch kaum Mitgefühl aufbauen konnte. Diese Distanz war für mich einfach nicht passend.

Über den Inhalt des Buches möchte ich hier gar nicht so viel erwähnen. Die Vermischung von Vergangenheit und Zukunft fand ich gelungen, aber letztendlich hätte die Geschichte viel flotter für mich erzählt werden müssen. Streckenweise habe ich mich echt gelangweilt und zu Beginn hat es mich extrem genervt, dass niemand so richtig nach Katie gesucht hat. Klar, es wurde angenommen, dass sie von Zuhause weggelaufen ist, aber irgendwie hat mich Margots Gleichgültigkeit darüber abgeschreckt.

Positiv muss ich erwähnen, dass das Buch schon einige Überraschungen aufweist. Eine wichtige kam mir allerdings deutlich zu früh und leider viel zu ruhig. Hier dachte ich: "Soll es das schon gewesen sein?" Nein, die Autorin lässt es sich natürlich nicht nehmen, einen typischen Showdown niederzuschreiben, der aus etlichen Filmen so wohl bekannt ist. Klar gab es auch hie wieder einige spannende Momente, aber im Großen und Ganzen war "DEAR AMY" für mich nicht mehr als Durchschnitt!




"DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn du mich nicht findest" von Helen Callaghan ist von de
Plotidee tatsächlich nicht schlecht und das Buch konnte mich durch ein paar Wendungen tatsächlich überraschen, aber leider gestaltete sich das Lesen als sehr zäh für mich. Mit der Protagonistin wurde ich nicht warm und über die streckenweise Langeweile kann ich einfach nicht drüber hinwegsehen!
Für mich war das Buch daher nur ein durchschnittlicher Thriller!

Freitag, 10. Februar 2017

[Rezension] Haus der Geister - John Boyne

Titel: Haus der Geister
Autor:  John Boyne
Genre: Roman
Verlag: Piper
Bereits gelesene Bücher der Autoren: keins
Cover und Inhaltsangabe © Piper



"England 1867. Die junge Eliza Caine fährt in die englische Grafschaft Norfolk, um eine Stellung als Gouvernante anzutreten. Als sie an einem nebeligen Novemberabend müde und durchgefroren die Empfangshalle von Gaudlin Hall betritt, wird sie von ihren beiden Schützlingen Isabella und Eustace freudig begrüßt. Zu ihrer Überraschung stellt sie fest, dass außer den beiden Kindern niemand in dem alten viktorianischen Anwesen lebt – bis sie erkennen muss, dass sie dennoch nicht alleine sind. Etwas verfolgt sie und trachtet ihnen nach dem Leben. Eliza muss längst begrabene, tödliche Geheimnisse enträtseln, wenn sie nicht selbst den düsteren Mauern von Gaudlin Hall zum Opfer fallen will."




"Das Haus der Geister" von John Boyne stand schon ewig auf meiner Wunschliste und jetzt hat es endlich geklappt und meine liebe Wichtelmama vom Weihnachtswichteln hat mi dieses Buch geschenkt. Da ich so gespannt darauf war, musste ich es gleich lesen, obwohl lesen es nicht trifft ... Ich habe das Buch förmlich verschlungen.

Der Roman spielt in England des Jahres 1867 und ist eigentlich eine typische Grusel/Geistergeschichte, doch John Boyne macht eins genau richtig: Er schafft eine Atmosphäre, die den Leser in den Bann zieht und ihn direkt in das Grauen zieht. Jene Atmosphäre habe ich in anderen Büchern in der letzten Zeit schmerzlich vermisst und so konnte mich John Boyne mit seinem Buch rundum begeistern.

Lobend erwähnen muss ich zudem das historische Hintergrundwissen dieses Buches. Schon auf den ersten Seiten, als unsere Protagonistin eine Lesung von Charles Dickens besucht, habe ich mich bestens unterhalten gefühlt und diese kleinen Nebensächlichkeiten ziehen sich durchs ganze Buch und es gibt jede Menge, meist literarische Anspielungen, die mein Bücherherz haben höher schlagen lassen.




- Eliza -

Eliza erlebt zu Beginn der Geschichte einen schweren Schicksalsschlag und beschließt, ihr Leben komplett umzukrempeln. Als sie in einer Zeitung eine Annonce sieht, in der eine Gouvernante gesucht wird, ergreift sie diese Chance, kündigt ihren Job an einer Mädchenschule und zieht los. Gleich bei der ihrer Ankunft muss sie jedoch mit Erschrecken feststellen, dass in dem Haus etwas nicht stimmt. Nur zwei Kinder erwarten sie dort, von den Elten fehlt jede Spur und niemand fühlt sich zuständig, Eliza zu erklären, was hier passiert ist und was nun ihre genaue Aufgabe ist.

Eliza selbst ist eine recht einfache Frau, die weiß, dass sie mit ihrem Aussehen keinen Mann finden wird. Aus diesem Grund verschreibt sie sich der Arbeit und fühlt sich auch gleich für die beiden Kinder verantwortlich. Nach und nach findet sie jedoch raus, was der Familie passiert ist und sie muss sich mit einer Macht auseinandersetzen, die ihr gesamtes Denken übersteigt.

Ich konnte mit der Eliza mitfiebern und mich mit ihr identifizieren. Sie ist eine starke Frau, die durch den Schicksalsschlag zu Beginn der Geschichte enorm an Kraft gewonnen hat, sich aber weiterhin in einer Zeit befindet, in der Männer deutlich über den Frauen standen. Ihre Entwicklung während des Buches konnten mich begeistern und ich habe Eliza direkt in mein Herz geschlossen!




Obwohl "Haus der Geister" von John Boyne nur als einfacher Roman bezeichnet wird, muss ich sagen, dass mich diese Erzählung weit mehr begeistern konnte, als zahlreiche Horror- und Mysterygeschichten zuvor. Ja, ich muss gestehen, dass mich als absoluter Horrorfan fast nichts mehr vom Hocher reißt, ich aber dennoch immer noch auf der Suche nach spannenden und gruseligen Büchern bin! Für mich zählt vor allem die Atmosphäre, ich brauche keine Unmengen Blut oder Slasher-Szenen, daher hat Haus der Geister" genau meinen Geschmack getroffen!

Das Buch beginnt recht ruhig, aber dennoch mit einem traurigen Ereignis für unsere Protagonistin Eliza. Hals über Kopf kehrt sie ihrem bisherigen Leben den Rücken zu und reist nach Gaudlin Hall, einem düsteren Anwesen in Norfolk. Noch als de Zug in den Bahnhof einfährt, stellt sie fest, dass hier irgendwas nicht stimmt. Sie wird von einer Frau angerempelt, die auf ihrem Koffer die selben Initialen hat wie der Verfasser der seltsamen Annonce in de Zeitung.

Alles überschlägt sich und es passieren einige merkwürdige Dinge. Erstaunlich finde ich hier, dass es der Autor schafft, diese kleinen Vorkommnisse so gruselig erscheinen zu lassen. Teilweise hatte ich tatsächlich eine Gänsehaut und ich habe mich gefühlt, als würde ich selbst in diesem gruseligen Haus leben müssen.

Zwar muss ich gestehen, dass die Hauptstory um die Geister recht vorhersehbar ist, aber dennoch konnte mich das Buch von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann ziehen. Ein wenig hat mich die Story an den Film "The Boy" erinnert, der im vergangenem Jahr im Kino war und der mich ebenso begeistern konnte. Durch die Zeitepoche, für die John Boyne sich hier entschieden hat, wirkt aber alles noch viel unheimlicher und dramatischer.

Ich konnte mit Eliza mitfiebern und ich habe mich mit ihr zusammen auf die Suche nach den erschreckenden Hintergründen der ehemals glücklichen Familie gemacht. Für mich passt hier alles zusammen: Die Atmosphäre, die Story, die Charaktere und auch das Ende, das gar nicht so firedlich ist, wie es auf den ersten Blick scheint!




"Haus der Geister" war für mich nicht nur ein Roman, sondern ein Erlebnis. Ich konnte mich zum
ersten Mal seit langer Zeit bei einem Buch wieder gruseln und der Autor hat mir wieder einmal gezeigt, das eine gute Atmosphäre viel wichtiger als sinnloses Blutvergießen ist! 

Dienstag, 7. Februar 2017

[Rezension] Das Haus der leeren Zimmer - Lesley Turney

Titel: Das Haus der leeren Zimmer
Autor:  Lesley Turney
Genre: Roman
Verlag: Piper
Bereits gelesene Bücher der Autorin: keins
Cover und Inhaltsangabe © Piper

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Piper für das Rezensionsexemplar!


"Als Amy von ihrer Freundin Julia und deren kleiner Tochter um Hilfe gebeten wird, packt sie umgehend ihre Koffer und reist nach Somerset. Doch in dem düsteren Haus am See ist nichts so, wie es sein soll. Julia ist schwermütig, und die kleine Viviane hat kaum Spielgefährten. Bald beginnt das kleine Mädchen von einer unsichtbaren Freundin zu erzählen, Caroline. Doch Caroline ist auch der Name von Julias älterer Schwester, die im Haus der Familie unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. Keiner der Dorfbewohner scheint über sie sprechen zu wollen – selbst der hilfsbereite Nachbar Daniel schottet sich ab …"



"Das Haus der leeren Zimmer" von Lesley Turney hat sich vom Klappentext her echt interessant angehört und auch Titel und Cover haben mich angesprochen. Nach den ersten Seiten stellte sich aber direkt schon Ernüchterung ein, denn ich wurde und wurde einfach nicht mit dem Schreibstil der Autorin warm. Er ist zwar betont einfach gehalten, aber dadurch auch sehr eintönig. Es gab keine Momente, die mir halfen, am Ball zu bleiben.

Die Plotidee empfand ich als interessant und es gab durchaus Potenzial, aber die Umsetzung war für mich leider überhaupt nicht gelungen. Zum einen wirkten die Charaktere zu blass, allen voran unsere Protagonistin, die für auf mich während der gesamten Geschichten nicht wie eine Hauptcharakterin wirkte. Ganz im Gegenteil, für den Leser bleibt sie nur eine Randfigur, beziehungsweise einfach nur jemand, der durch die Story führt.




- Amy -

Leider erfahren wir über Amy recht wenig. Auch wenn sie hier unsere Protagonistin ist, steht sie doch nicht im Fokus der Geschichte, denn es geht im Grunde "nur" um ein Geheimnis, das von ihr nach und nach durchschaut wird.

Als eine Familie, für die Amy früher tätig war, einen schweren Schicksalsschlag erleidet, reist Amy nach England, um dort für die Frau und das Kind zu sorgen und ihnen ein wenig Last abzunehmen. Die drei haben kein Geld und versuchen, durch Spenden der anderen Dorfbewohner, zu überleben. Julia, die Mutter des Kindes, zieht sich immer mehr zurück und so ist Amy die einzige, die in dem alten Cottage noch für ein wenig Ordnung und Leben sorgt.

Schade fand ich, dass Amy selbst für die Entwicklung der Geschichte überhaupt nicht wichtig war. Sie leitet den Leser nur durch den Roman und das war für mich das größte Problem, denn mir fehlte eine Person, mit der ich mich identifizieren konnte. Amy selbst bleibt farblos, sie hat, bis auf ihren Vater, der seine Tauben mehr zu lieben scheint als sie, keinerlei Hintergrundgeschichte. Das hat es für mich schwer gemacht, ihre Rolle in dem ganzen Szenario zu erkennen. Letztendlich muss ich sagen, dass die Autorin nur durch die kleine Liebesgeschichte versucht hat, eine Parallele zu ziehen




Ich fange meine Rezensionen gerne mit den positiven Seiten eines Buches an, doch bei "Das Haus der leeren Zimmer" muss ich ehrlicherweise sagen, dass es mir aufgrund meiner Frustration schwerfällt, etwas Positives zu nennen. Für mich hat sich das Buch wie ein Debüt angefühlt, umso überraschter war ich, dass Leyley Turney bereits vier Bücher herausgebracht hat und als Texterin in England arbeitet.

Ihr Buch "Das Haus der leeren Zimmer" spielt hier ebenfalls in England des Jahres 1961. Leider kam für mich die Zeit und das Land zu dieser Zeit kaum rüber, denn im Großen und Ganzen hätte die Geschichte auch im Hier und Jetzt spielen können. Es gab keine Merkmale, keine Hintergrundfakten, die eben aufzeigten, dass wir uns im Jahre 1961 befinden.

Dies hätte ich noch akzeptiert, wenn wenigstens die Geschichte gestimmt hätte, doch leider sind die ersten 200 Seiten extrem trocken und es passiert kaum etwas. Zwar gibt es eine paranormale Seite, die mich als Fan des Übernatürlichen eigentlich begeistern sollte, aber auch diese kam mir zu kurz.

Viviane, das Kind der Familie, hat plötzlich eine Fantasiefreundin mit dem Namen der verstorbenen Schwester ihrer Mutter. Caroline, besagte Schwester, spielt eine zentrale Rolle in diesem Buch, denn es geht um ihre Geschichte, die hier nach und nach aufgedeckt wird.

Dieses Geheimnis, was letztendlich offenbart wird, fand ich eigentlich sehr gut und teilweise sogar schockierend, doch dadurch, das ich keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen konnte, hat es wohl letztendlich die Wirkung gezeigt, die sich die Autorin gehofft hatte. Wie oben bereits erwähnt, fand ich den Plot wirklich gut, doch durch die fehlende Nähe zur Protagonistin und einer recht eintönigen Erzählweise, konnte mich das Buch letztendlich nicht fesseln. Ich muss hier ehrlich sein und sagen, dass ich oft kurz davor gewesen bin, das Buch einfach abzubrechen, doch ich wollte durchhalten, in der Hoffnung, am Ende noch überrascht zu werden.

Die Auflösung ist hierbei tatsächlich nicht schlecht, aber der ganze Weg dahin konnte mich nicht begeistern. Es gab kaum Spannungsmomente und besonders die erzwungene und viel zu schnell abgehandelte Liebesgeschichte hat bei mir für Frustration gesorgt. Ich denke, von Lesley Turney werde ich kein Fan werden!







Eine interessante Plotidee trifft auf eine Protagonistin, die mit der Hauptstory eigentlich überhaupt nicht zu tun und die dementsprechend blass wirkt. Besonders enttäuschend fand ich die erzwungene Liebesgeschichte, die keinerlei Emotionen besaß und nur die Story voranbringen und für Parallelen sorgen sollte. Schade!

Sonntag, 5. Februar 2017

[Rezension] Rußatem - Hubert Wiest

Titel: Rußatem 
Autor:  Hubert Wiest
Genre: Dystopie, Jugendbuch
Verlag: CreateSpace
Bereits gelesene Bücher des Autoren: Schattensurfer (5 von 5)
Cover und Inhaltsangabe © Hubert Wiest



"Nur die Kuppel schützt Jaikong vor dem unerträglichen Smog. Draußen ist jeder Atemzug eine Qual. Wer sich nicht anpasst, wird in die Industrieringe verbannt. Die 17-jährige Kalana wollte doch nur Schauspielerin werden, aber sie wird in die Industrieringe geschickt – für immer von Quinn getrennt. Quinn war ihr bester Freund und eigentlich ein bisschen mehr, aber sagen konnte sie es ihm nie.
Jetzt steht Kalana auf der anderen Seite der Kuppel. Sie kämpft gegen die Ungerechtigkeit des Systems. Und Quinn gehört zu ihren Gegnern."




Bei Lovelybooks durfte ich zusammen mit anderen Lesesüchtigen vor nicht allzu langer Zeit das Buch "Schattensurfer" von Hubert Wiest entdecken. Dieses spannende Jugendbuch hatte mich so sehr begeistert, dass mich der Autor nicht lange bitten musste, mein Glück bei der Leserunde zu seinem neusten Buch zu versuchen.

"Rußatem" ähnelt "Schattensurfer" in vielerlei Hinsicht! In erster Linie ist das Buch wieder einmal eine spannende Abenteuergeschichte für jüngere Leser, allerdings beginnt alles hier ein wenig melancholischer. Die Menschen in Jaikong leben unter einer Kuppel und nur dort gibt es gute Luft, während außerhalb, in den sogenannten Industrieringen, nur die "Verstoßenen" leben und arbeiten müssen - in Dreck und mit der Aussicht auf ein sehr kurzes Leben.

Diese Gesellschaftskritische Seite nimmt allerdings nicht viel Platz ein, denn in erster Linie lässt Hubert Wiest seine beiden Protagonisten hier wild durch diese "Welt" springen und so einige Hürden meistern.

Hubert Wiests Schreibstil hat mir wieder einmal gefallen, allerdings muss ich auch sagen, dass mir vieles einfach zu schnell ging und ich beim Lesen an einigen Stellen überfordert war. Vor allem das Ende läuft so flott ab, dass für mich vieles nicht aufgelöst wurde. Ich denke, hier hätte eventuelle eine Teilung in zwei oder sogar drei Teilen der Geschichte gut getan, denn leider wirkt sie oftmals sehr oberflächlich.




- Kalana -

Von den beiden Protagonisten fand ich Kalana am interessantesten. Sie hat eigentlich vor, Schauspielerin zu werden, doch da sie einen zu schlechten Notendurchschnitt hat, kommt sie erst einmal in den dritten Industriering und sieht dort, wie das Leben außerhalb von Jaikong abläuft. Die Luft ist schmutzig, sie kann kaum atmen und ihre Lebenserwartung sinkt um viele Jahre.

Hubert Wiest legt nicht viel Wert auf Charakterentwicklung, weswegen wir seine Protagonisten nicht so recht kennenlernen. Bei beinahe jedem anderen Buch hätte ich dies wohl kritisieren müssen, aber hier passt es doch zur Geschichte. Er lässt seine Charaktere einfach agieren, setzt sie Gefahren aus und löst alles auf. Das hat mir gut gefallen.

Ich muss hier aber noch anmerken, dass ich mir besonders bei Kalana mehr Entwicklungen gewünscht hätte, teilweise wirkt sie doch recht egoistisch und für meinen Geschmack hätte sie sich ein wenig mehr Gedanken über die Welt machen und Selbstständigkeit zeigen können.

- Quinn -

Quinn ist wohl ein typischer Junge in der Pubertät, der sich nur für Fußball, äh, Vincoon interessiert. Vincoon ist praktisch die Volkssportart der Zukunft und er ist ein begnadeter Spieler, der natürlich hoch hinaus will. Zu Beginn kommt er zu den Aeronauten, denn dort heißt es, gute Aussichten auf einen Platz in der Mannschaft zu haben. Seine Leidenschaft nimmt einen großen Teil des Buches ein, einen sehr großen Teil.

Ich muss gestehen, dass ich ein echter Sportmuffel bin. Ich besitze keinen Fernseher und selbst wenn ich einen hätte, würde ich wohl nie auf die Idee kommen, irgendwelchen Leuten beim Sport machen zuzuschauen. (In der Zeit mache ich lieber selbst Sport! :P) Ich denke aber, dass von Vincoon besonders junge männliche Leser begeistert sein werden.

Quinn war an und für sich ein interessanter Charakter, allerdings liebt er lange Zeit tatsächlich nur das Vincoon-Spiel und manchmal konnte ich seine Gedanken nicht nachvollziehen. An einigen Stellen wirkt er arg egoistisch und bei manchen seiner Taten konnte ich ihn nicht so recht verstehen. Aber wie zuvor erwähnt, um Charakterentwicklung geht es in dem Buch auch gar nicht!




"Rußatem" hat mich auf den ersten Seite an eine meiner liebsten Dystopien erinnert. "Breathe - Gefangen unter Glas" von Sarah Crossan hat mich damals begeistert, besonders da die Kritik doch aktuell ist. Wir Menschen zerstören die Natur, wir zerstören alles und denken nicht an die Konsequenzen. Dass wir auch die Luft unnötig verschmutzen ist klar, aber doch gibt es keine Einsicht und so ist das Szenario in "Rußatem" gar nicht so abwegig. 

Jaikong existiert nur unter einer Kuppel, unter der es ausreichend Sauerstoff gibt. Die Luft wird gefiltert und die Menschen dort haben ein sorgenfreies Leben. Doch nicht alle Menschen dürfen dort Leben. Für gut 30 Millionen Einwohner gibt es dort keine Luft und so wurde beschlossen, dass die Leistung darüber entscheidet, ob jemand in Jaikong bleiben darf oder auf einen der Industrieringe geschickt wird. Mit jedem Industriering nimmt die Lebenserwartung durch die verschmutzte Luft ab, am schlimmsten ist es auf dem letzten, den fünften. 

Kalana träumt davon, eine berühmte Schauspielerin zu werden. Sie ist sich sicher, dass sie Jaikong nicht verlassen muss - doch dann geschieht genau das. Sie wird dem dritten Industriering zugeteilt und sie muss hart arbeiten, um wenigstens in dieser Zeit gut gefilterte Luft zu bekommen. Dieses Szenario fand ich erschreckend und es hat mich wieder einmal an unser Leben erinnert. Wie ich so gerne sage: wir leben schon längst in einer Dystopie, wir arbeiten viel und hart, um zu überleben. Geld ist wie Sauerstoff, ein wichtiger Faktor, um zu überleben.

Während Kalana im dritten Industriering hockt, lebt Quinn seinen Traum, ein berühmter Vincoon-Spieler zu werden. Wer hier jetzt eine Liebesgeschichte erwartet, wird wohl ein wenig enttäuscht werden, denn darum geht es in dem Buch nur ganz am Rande. Vielmehr steht das Abenteuer, das beide erleben, im Vordergrund und dabei werden viele Orte dieser Welt der Zukunft entdeckt.

Fehlende Spannung kann man Hubert Wiest auf jeden Fall nicht vorwerfen. Das Buch hat solch ein rasantes Tempo, dass ich an vielen Stellen kaum noch mitkam. Dadurch, dass es so viele potenzielle Gefahren durchläuft, wirkt es streckenweise aber sehr einfach, denn unsere beiden Protagonisten werden als Superhelden dargestellt und jedes Problem löst sich von selbst. Dabei bleibt an einigen Stellen die Logik auf der Strecke und auch ein gewisser roter Faden ist kaum zu sehen, was aber durch die permanente Abwechslung fast wieder ausgeglichen wird.

Das Ende von "Rußatem" konnte mich allerdings gar nicht überzeugen. Alles lief zu schnell ab und wirkte sehr verkrampft, als wäre eine gewisse Seitenzahl erreicht und die Geschichte müsste jetzt doch noch in Richtung "Happy End" gedrängt werden. Schade ist hier, dass die Melancholie des Anfanges nicht ausgebaut werden konnte und dass doch einige Dinge unbeantwortet blieben. Ich denke, dass sich der Autor hier etwas mehr Zeit hätte lassen können, um alles rund abzuschließen - oder von vorneherein die Geschichte aufteilen sollen. 




"Rußatem" von Hubert Wiest ist eine dystopische Geschichte über eine Welt, in der ein gnadenloser
Kampf um Sauerstoff und Gerechtigkeit beginnt. Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, es ist spannend und weißt viele Wendungen auf, doch als Gesamtwerk betrachtet, fehlte es mir doch an einigen Stellen an Logik und Tiefe. Jüngere Leser dürfte das Buch allerdings begeistern und daher spreche ich trotz meiner Kritik gerne eine Empfehlung aus! (Ich hätte hier wohl 3,5 gegeben, da das aber nicht geht, entscheide ich mich für 4!)